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 Forum Index —› Diskussion —› Gründung eines Forum-Vereines pro Rekonstruktion
 


Autor Mitteilung
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


Gesendet: 21:20 - 24.08.2004

Liebe Forumsmitglieder,

im thread "Herrscherprunk, Bürgerstolz und Handelsmacht – bauliche Zeugnisse in der Warteschleife" läuft seit einigen Tagen eine Diskussion über die Gründung eines bundesweiten Forums-Vereins, der das Anliegen der Rekonstruktion der alten Stadtbilder der deutschen Städte vertreten soll.
Den Stand der Diskussion könnt ihr in diesem thread nachlesen.

Ich würde aufgrund des dort gesagten einfach vorschlagen, daß sich die Forumsteilnehmer mal nach Regionen "sortieren" und dann zunächst regionale Treffen zum Ideenaustausch organisieren, am besten im Verlauf von September und Oktober.
Dabei müßte man sich über Ziele, Aufgaben, Vorgehensweisen, Projekte etc. unterhalten. Die Ergebnisse der regionalen Treffen könnten dann im Forum ausgetauscht werden. Darauf aufbauend könnte dann ein Gründungstreffen (vielleicht Berlin, vielleicht aber auch in Dresden oder Nürnberg) für den "Dachverband" vorbereiten.
Wenn ich das richtig sehe, wäre Berlin ein denkbarer Ort für ein regionales Treffen, der Raum Stuttgart ein anderer.

Gibt es denn von den Leuten, die in Berlin wohnen jemanden, der einen Überblick über die in diesem Raum lebenden Forumsteilnehmer hat? Vielleicht noch vom Berliner Forumstreffen vor einigen Monaten, bei dem ich leider noch nicht dabei war?
Booni
Mitglied

Beiträge: 190


 

Gesendet: 23:03 - 24.08.2004

Also ich bin sofort dabei... suche noch Interessenten aus NRW, möglicher Treffpunkt: Münster, Köln oder Essen für ein Regionaltreffen, wäre evtl. auch für Niedersachsen zu haben falls das Treffen in Osnabrück stattfinden würde... Hannover und Braunschweig sind mir leider zu weit momentan.


Was ich als Hauptziele in diesem Verein sehe:

- Information der Bevölkerung
- Motivation für Bürgerinitiativen, die Rekos unterstützen
- Machbarkeitsliste für Rekonstruktionen mit Bewertung (später mehr)
- Inhaber von "verstümmelten" Bauten über den "Vorher"-Zustand informieren und Teilrekos einfordern
- Stadtbildzerstörende Gebäude öffentlich kritisieren (hier wären Architekten oder so als Mitglieder von Vorteil, sonst wird man ja nicht ernstgenommen)

Desweiteren wäre ich für einen deutschlandweiten Verein, der aber trotzdem regional aufgeteilt werden sollte wegen der Treffen... andrerseits aber z.B. Mitglieder aus Hamburg sich auch problemlos im Verein für Nürnberg stark machen können.


Was wir nicht sein dürfen wäre ein Verein, der immer wieder Rekos fordert und gegen jegliche modernen Gebäude allergisch reagiert. Innovative Gebäude wie das Sony-Center, das ja trotz Stahl und Glas undgleich identitätsstark ist sollten wir akzeptieren, 08/15-Quaderbebauung, häßlich und ideenlos (auch wenn Blumen an die Fasssade gemalt werden) jedoch in Grund und Boden reden.

Desweiteren finde ich auch, dass auch moderne Architektur in unserem Verein einen Platz haben sollte. Gebäude wie die Kongresshalle in Berlin oder das Chilehaus in Hamburg sehe ich als bedeutende Gebäude an, die Weißenhofsiedlung in Stuttgard oder das Kugelhaus in Dresden sähe ich am liebsten rekonstruiert.

Das wichtigste ist, dass wir den Willen unterstützen, die auch die Mehrheit der Bevölkerung hat! Nur durch Akzeptanz und Beliebtheit kann unser Verein wachsen und an Bedeutung gewinnen.

Was desweiteren sehr, sehr wichtig ist: Wir dürfen niemals wirken, als würden wir die Verehrung des Dritten Reiches unterstützen.
Damit meine ich, wenn z.B. jemand die Reko des Hotels zum Kaiserhof oder des Prinz Albrecht-Palais fordert, können uns Gegner schnell mit Argumenten, wir wollten Nazi-Monumente aufbauen entkräften. Damit schlage ich vor, dass wir in die Satzung schreiben, dass Menschen, die das Dritte Reich oder ihre Ideologien verehren oder unterstützen nicht aufgenommen werden oder sogar rausfliegen können. Nicht dass plötzlich von einigen Mitgliedern die Forderung nach einer Reko der Neuen Reichskanzlei oder des Reichsparteitagsgeländes fordert.


Ach ja... was die Machbarkeitsliste für Reko's betrifft...

Damit meine ich eine Online-Datenbank mit rekonstruktionswerten Gebäuden, evtl könnte man diese auch immer in einer regelmäßig erscheindenden Zeitschrift vorstellen - in der Informationen über das Gebäude stehen aber auch Infos wie z.B. was jetzt auch dem Stadtort steht, was vmtl eine Reko kosten würde (wenn möglich), Nutzungsvorschläge für eine Neuerrichtung und auch die Bedeutsamkeit dieses Gebäudes bewerten. So sieht z.B. ein Investor, der davon Wind bekommt, ob er eine Reko in Erwägung ziehen würde. Man könnte auch Umfragen in der Stadt starten, wieviele Bürger eine Reko unterstützen würden etc.


So... jetzt möchte ich mal was zu meinen Vorschlägen hören.
Booni
Mitglied

Beiträge: 190


 

Gesendet: 23:50 - 24.08.2004

Was ich noch als Punkt vergessen:

Lösungen aufzeigen/Entwickeln, wie man alte Häuser ökologisch nutzen kann. Man könnte ja mal versuchsweise ein Fachwerkhaus in Braunschweig (Eulenspiegelhaus o.ä.?) als Nullenergiehaus oder Niedrigenergiehaus rekonstruieren.
Andrerseits aber auch mal einen verstümmelten Altbau wieder ergänzen und gleichzeitig auf Niedrigenergie umbauen.
Rösch
Senior-Mitglied

Beiträge: 343


 

Gesendet: 23:56 - 24.08.2004

@philon

vielleicht sollte man auch nochmal mit frau ahme in kontakt treten und erfahren, warum die ganze sache im sande verlaufen ist.

gegen moderne architektur habe ich nichts, schließlich wäre es zeitgemäß, zeitgenössisch, sprich modern mit traditionellen Formen zu agieren und den denkmalschutz endlich aus der modernistischen ecke zu holen.

die von dir erwähnten "modernen" bauwerke halte ich dagegen nicht für besonders innovativ, geistreich und schon gar nicht für identitätsstiftend.

dieser dachverband muß schon zu seinen zielen stehen und nicht nach gut dünken mal so und im andern fall wieder so zu entscheiden. wichtig wird sein, dass tradionelle architektur LANGFRISTIG wieder der gleiche stellenwert neben der modernistischen architektur eingeräumt wird, sonst verliert man die ziele sehr schnell aus den augen und arbeitet in die hände der modernisten. und das ist nun wirklich nicht unsere aufgabe.

ob eine weissenhofsiedlung rekonstruiert werden darf oder nicht - das müssen die modernisten mit sich ausmachen, ohne dabei über ihre eigenen dogmen zu stürzen. wenn man bedenkt, was diese architektur für folgen hatte, verliert sie ihren anspruch im nachhinein doch erst recht.

nein, unsere aufgabe wäre es doch, traditionelle architektur wieder zu fördern und den irrweg des modernismus in einer seriösen diskussion klar zu stellen. schließlich nimmt dieser noch immer völlig zu unrecht für sich allein in anspruch modern zu sein. mit diesem unsinn muß endlich schluß sein.

hier wäre überhaupt erst ein mal mit aufklärungsarbeit anzusetzen und die bevölkerung zu informieren.

ein weiterer punkt sind die verlorenen sehgewohnheiten der menschen. hier wäre gleichermaßen aufklärung mit sehschulen erforderlich. die forderung nach rückgewinnung der historischen stadt- und ortsräume mittels reko oder traditioneller architektur wäre dann die logische folge.

und ganz wichtig ist bei allem der faktor zeit!

die extremismusdiskussion ist in erster linie ein mittel des modernismus, wenngleich ich solche politisch gesinnten schon aus eigener verabscheuung nicht auf der seite der traditionellen architektur sehen möchte. aber für diese ist die thematik ohnehin nur ein deckmäntelchen. in diese ecke darf sich traditionelle architektur nicht länger von modernisten stellen lassen. solche eine form der kritik ist in der tat polemischer natur, pauschalisierend und unseriös.
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


 

Gesendet: 09:59 - 25.08.2004

Hallo Booni, hallo Rösch,

da haben wir doch schon einige Ansätze. Die Liste mit Zielsetzungen, die Booni vorgestellt hat, finde ich sehr gut. Sicher wird da noch einiges dazukommen.

Überhaupt sollten wir das ganze sehr flexibel handhaben und das meiste den Gruppen vor Ort überlassen. Der "Dachverband" hätte m.E. vor allem Aufgaben, zu koordinieren, zu lobbyieren (deshalb wäre Berlin ein guter Sitz dafür) und ein Diskussionsforum zu bieten. Eine klare Zielsetzung braucht er, wie Rösch richtig bemerkt, allerdings schon. Das ließe sich, um die Anregungen aufzugreifen, durch eine Schwerpunktsetzung bei
- Information der Bevölkerung über den Vorkriegszustand ihrer Städte
- Datenbank über wünschenswerte und/oder machbare Rekonstruktionen
- Offensives Vertreten des Rekonstruktions-Gedankens in der Öffentlichkeit durch Publikationen, Veranstaltungen etc.
- und schließlich als langfristiges Ziel, auf das alles hingeordnet ist: Wiedergewinnung der historischen Stadträume im Bereich der früheren Altstädte
erreichen.
Möglicherweise könnte man das in einer Art Gründungs-Manifest festhalten.

Was die Extremismusfrage anbetrifft, stimme ich Rösch zu. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß irgendjemand die Rekonstruktion von Nazi-Bauten fordern oder versuchen würde, den Verein zu mißbrauchen. Durch panische Distanzierungsversuche im Vorfeld würde man nur den Eindruck erwecken, diese nötig zu haben und damit den Rekonstruktionsgegenern in die Hände spielen, wie Rösch richtig bemerkt.

Zu den praktischen Fragen: kennt denn irgendjemand aus dem Forum Frau Ahme oder Herrn v. Boddien. Dieser Kontakt wäre zunächst der wichtigste, auch um zu wissen, was aus dem Verein "Die historische Stadt" geworden ist?
Und als zweite Frage: wer aus dem Raum Berlin wäre denn interessiert an einem vrobereitenden Regionaltreffen, wie ich es oben vorgeschlagen habe?
Inigo
Novize

Beiträge: 34


 

Gesendet: 10:33 - 26.08.2004

Da wär ich sofort dabei.
Boonis Vorschlag, in der Satzung eine klare Absage an Nazi- Tendenzen festzuschreiben, finde ich sehr wichtig. So ein Verein kann nämlich schnell zum Sammelbecken für entsprechende Gestalten werden.
@booni: ich komme aus Bonn, wäre also für eine Regionalgruppe oder eigenen Verein Rheinland/Westphalen zu haben ;)
Inigo
Novize

Beiträge: 34


 

Gesendet: 10:44 - 26.08.2004

Da fällt mir noch ein:
wir sollten vielleicht den Herrn Stojan, seines Zeichens Stadtbaurat von Gladbeck fragen, ob er nicht an so einem NRW- Verein für Rekos interessiert wäre; der ist schließlich auch in diesem Forum engagiert und leiert ja in Gladbeck jetzt auch traditionalistische Projekte an.
So jemand erzielt schließlich eine weitaus bessere Medienwirkung als wir "Amateure".
Desweiteren werd ich mich mal schlau machen, was für Fachleute es hier sonst in der Region gibt, die sich in der Vergangenheit für solche Themen stark gemacht haben.
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


 

Gesendet: 12:40 - 26.08.2004

Inigos Vorschlag, Fachleute, Architekten, Journalisten, eventuell auch Politiker etc. aus der jeweiligen Region einzubeziehen ist m.E. sehr wichtig. Nur auf diese Weise kann man wirklich schlagkräftig in der Öffentlichkeit auftreten und etwas erreichen. Viele der existierenden Vereine haben meiner Eisnchätzung nach z.B. Probleme damit, daß sie zu wenig Lobby in der jeweiligen Lokalpresse haben.

Eine klare Abgrenzung gegenüber nazistischem und rassistischem Gedankengut halte ich zwar auch für richtig. Allerdings besteht bei so was immer die Gefahr, Gegnern eine Steilvorlage zu liefern nach dem Motto: "Die scheinen's ja nötig zu haben."
Außerdem erlebt man leider nicht selten eine Intrumentalisierung solcher Vorwürfe, um alles zu diffamieren und auszugrenzen, was nicht hundertprozentig in den linksliberalen mainstream paßt. Ich habe neulich mit einem gewissen Entsetzen festgestellt, daß im DAF-Forum das hiesige Forum aufgrund des Frankfurt-threads (in dem es tatsächlich die eine oder andere ziemlich grenzwertige Aussage gab)und vor allem aufgrund von Roy Battys Überlegungen zu einer nationalen Identität in der Architektur in übelster Weise als "Sammelbecken von Rechtsextremen und Neonazis" diffamiert wird. Solche Diffamierungen und Hexenjagden möchte ich jedenfalls innerhalb eines eventuellen Vereins vermeiden.

Insofern wäre ich zwar für eine deutliche, in er Satzung festgeschriebene Abgrenzung gegen Extremisten (wenn ich auch nicht glaube, daß ein Architektur-Verein in der Gefahr steht, von Extremisten unterwandert zu werden), aber ich möchte bitte nicht erleben, daß jemand ausgeschlossen wird, nur weil er z.B. das Wort "national" verwendet oder den alliierten Bombenkrieg kritisiert.


Weißer Wolf
Senior-Mitglied

Beiträge: 463


 

Gesendet: 13:23 - 26.08.2004

Zu den Patzschkes besteht von einigen der hiesigen User Kontakt, da sie sich in Berlin bereits einmal getroffen haben. Wer sie nicht kennt, was ich mir nicht vorstellen kann: Patzschke bauen wunderbare klassische Gebäude in Berlin die sich sehen lassen können. Unter anderem 3 Neubauten im klassischem Stile in Berlin-Charlottenburg sowie auch am Hausvogteiplatz.
Inigo
Novize

Beiträge: 34


 

Gesendet: 14:33 - 26.08.2004

Die Patzschkes können sowohl Fluch als auch Segen sein.
Segen, weil sie namhafte Architekten mit einem gewissen Bekanntheitsgrad und guten Kontakten sind. Fluch aber, weil sie als antimodernistisch bekannt sind und deshalb vermutlich von offiziellen Stellen nicht ernst genommen werden.
Ich möchte aber an dieser Stelle mal daran erinnern, dass Günther Jauch sich maßgeblich an der Rekonstruktion des Fotunatores in Potsdam beteiligt hat. Eine Regionalgruppe Brandenburg könnte vielleicht versuchen, seine Bekanntheit für weitere Rekoprojekte in diesem Raum zu instrumentalisieren.
Vielleicht kann man solche Persönlichkeiten auch in anderen Teilen Deutschlands gewinnen, denn berühmte Leute mit einer entsprechenden Medienpräsenz gibts in jeder größeren Stadt.
Für Bonn fällt mir da als geeigneter Kandidat spontan Norbert Blüm ein; ich hoffe jetzt mal, der ist kein erklärter Bauhaus- Fan ;-)
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


 

Gesendet: 15:17 - 26.08.2004

Hallo Inigo,

sehr gute Idee! Da fällt uns sicher in den nächsten Tagen und Wochen noch viel mehr ein.

Leider sind die "Regionalgruppen" bislang noch nicht existent, und meine Anregung eines ersten vorbereitenden Gedankenaustauschs im Herbst auf jeweils regionaler Ebene hat, was den Raum Berlin-Brandenburg anbetrifft, bislang noch nicht viel Resonanz gefunden. Kommt aber vielleicht noch.

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