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 Forum Index —› Allgemeines —› Deutschland die Lachnummer in Europa
 


Autor Mitteilung
Fab4
Boardkaiser

Beiträge: 3687


Gesendet: 10:43 - 16.10.2004

Mojn leute,

Ich wollte eigentlich ja keinen politischen Thread aufmachen, aber was im Moment in Deutschland abläuft ist doch nun wirklich ein Trauerspiel.Was meint ihr ?

Hochbezahlte Top Manager zeichnen sich fast wöchentlich mit Inkompetenz aus, die tausende von Arbeitslätzen, und Deutschland Millionenverluste beschert. Und das kurz vor Weihnachten..

Türkei Beitritt hin oder her... Aber man darf in dem Land noch nicht mal seine Ablehnung äussern, ohne direkt wieder als "geistiger Brandstifter" bezeichnet zu werden. Ich habe viele türkische Freunde, und bin trotzdem gegen einen Beitritt, weil einfach nicht finanzierbar. So einfach ist das, auch ohne braunes Gedankengut.

Unsere Binnenwitschaft wächst einfach nicht, und wir hinken mittleweile sogenannten DrittLändern hinterher.

Natürlich würde ich auf einen Teil meines Einkommens verzichten, wenn mein Vermieter auf einen Teil der Miete verzichten , die Energiepreise endlich sinken , die GEZ ihren Preiswucher einstellen würde und ich ich für einen Kinobesuch keinen Kleinkredit aufnehmen müsste.

Viele kommen jetzt schon nicht mehr über die Runden, trotz 40 Stunden. Apropos... die meisten arbeiten doch ohnehin schon mehr als 40 Stunden, weil seit Jahren, trotz massiver realer Einkommensverluste durch maßvolle Lohnerhöhungen , niemand neu eingestellt wurde - und wenn sind es 6 Euro Jobs, die kein Familienvater gebrauchen kann.

Warum bekommt ein Millionär mit Rolls Royce, Villa in Paris und Berlin dassselbe Kindergeld wie eine kleine Familie mit 1300 Euro Einkommen ? Unfassbar !


So, will nicht nur meckern, aber so langsam platzt einem echt die Hutschnur.

Trotzdem schönes Wochenende.
Mein nächster Thread hat dafür wieder mit PCs zu tun
maddis
Stamm-User

Beiträge: 88


 

Gesendet: 13:51 - 16.10.2004

Es kommt soweit, dass es bei vielen nur noch für ein Margarine Brot reicht. Das Volk wird doch in Germany sowieso nie gefragt.
Wißt Ihr was? Lasst uns alle in die Schweiz auswandern!!!
Deichkind
Board-Champion

Beiträge: 5022


 

Gesendet: 14:58 - 16.10.2004

Mir stinkts auch gewaltig. Was mich besonders nervt ist die Tatsache, dass in Deutschland immer mehr Kinder und Alleinerziehende von Sozialhilfe leben und noch lange nicht jedes Kind mangels Geld ein Pausenbrot oder Mittagessen bekommt. Ein Staat der alte und Kinder vergisst, ist für mich das Allerletzte.

Eins steht jedenfalls fest. Ich möchte in dem Land nicht alt werden. Sobald es geht, bin ich weg.

Mir fällt nicht ein Politiker ein, der in der lage ist hier was zu tun. Wie denn auch. Bundestag beschliesst, Bundesrat lehnt ab. 4 Schritte vor und drei zurück..

Und ob der kleine Mann weniger verdient spielt keine Rolle. Die würden dir am liebsten 4 Euro die Stunde zahlen, und würden sich den Gewinn selber in die Tasche stecken, bevor ein Mann mit 40 Stunden eingestellt wird.

Gute Nacht Deutschland.


Peng
Boardkönig

Beiträge: 1327


 

Gesendet: 15:57 - 16.10.2004

Es findet schon seit langem ein Entsolidarisierungsprozeß statt.
Dadurch ist es schwierig, Verantwortliche für die Misere zu finden. Nur soviel ist klar: Politiker gehören zu den Paradevorreitern, wenn's darum geht, kurzfristig für sich etwas aus der Situation herauszuschlagen, auch wenn's langfristig auf Kosten der Allgemeinheit geht:

Beispiele: Kochs dumpfbeutelige Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft, die ihm das Ministerpräsidentenamt eingebracht hat. Diesem Beispiel wollte jetzt die Merkel folgen, hat sich aber verschätzt. In anderen Fragen interessiert sie Volkes Meinung weitaus weniger (z.B. wenn's um soziale Ausgewogenheit von Reformen geht).

Allerdings haben Politiker gegenüber anderen Kurzzeitgewinnern einen entscheidenden Nachteil - sie stehen im Licht der Öffentlichkeit. Andere können ihre Machenschaften leichter verbergen.

Vielleicht dazu ein Beispiel aus einem völlig unscheinbaren Bereich: Als ich studiert habe, wurde gerade BAFöG auf Volldarlehen umgestellt. Das hatte zur Folge, daß Leute aus weniger vermögenden Haushalten aus Furcht vor Verschuldung gar kein BAFöG mehr beantragte. Deshalb lancierten die Studentenwerke eine Werbekampagne pro BAFöG. Auf Plakaten wurde erklärt, warum es sich trotzdem lohnte, BAFöG zu beantragen - meines Erachtens vor allem aus der Furcht heraus, man könnte ihnen den Etat sonst kürzen. Wer spart wird bestraft und erhält künftig weniger Mittel - in jedem Sinne. Es geht darum, Etats auszuschöpfen. Deshalb würde eine Bürgerversicherung, wie von der Koalition vorgeschlagen, wahrscheinlich ziemlich schnell zu höheren Arzneimittelpreisen führen, flankiert von häufigerer Inanspruchnahme medizinischer Leistungen durch die Beitragszahler - schließlich hat man ja bezahlt.

Was mich an der Politik wirklich ankotzt ist, daß es fast keine "Gesinnungspolitiker" mehr zu geben scheint. Was populär ist, wird vertreten. Ein Versuchsballon jagt den anderen. Ziel ist nicht die Gestaltung der Aufgaben des Gemeinwesens, sondern die Verbesserung der eigenen Werte in der Prozentpunktskala bei der sogenannten "Sonntagsfrage".
Peng
Boardkönig

Beiträge: 1327


 

Gesendet: 16:02 - 16.10.2004

P.S. Über die EU-Mitgliedschaft der Türkei kann man natürlich geteilter Meinung sein. Aber man sollte dann ganz klar die Gründe benennen, warum die Türkei nicht Mitglied werden soll.
Demokratisierungsprozesse können es jedenfalls nicht sein. Sonst müßte eine seriöse Untersuchung der postsowjetischen Gesellschaften auch zu einem Ausschluß aus dem Kreis der EU-Kandidaten führen.
In Polen, Litauen und vielen anderen Ländern regieren Korruption, Willkür und z.T. mafiöse Banden. Von Rechtsstaatlichkeit kann dort keine Rede sein - da sind mir zu viele Beispiele bekannt.
mumbolino
Boardkönig

Beiträge: 1673


 

Gesendet: 18:43 - 16.10.2004

Ich geb euch in jeder Hinsicht Recht.Anderseits,wenn man sieht,wie unsere Superpolitiker mit unseren Steuergeldern umgehen,dann muß noch genügend Geld da sein.Allein das Geld,was jährlich in die Entwicklungsländern geht,aber bei den armen hilfsbedürftigen Leuten nie was ankommt,da es sich korrupte Politer einsacken,oder jetzt was der ganze scheiß Irak Krieg kostet,da muß man schon mit den Kopf schütteln.Ich kann mich erinnern vor einigen Jahren sind die Leute wegen jeder "Kleinigkeit"auf die Straße gegangen-sei es damals das Krefelder Abkommen,die Startbahn West auf den Frankfurter Flughafen oder auch die Pershing Raketen.Heute haben sind alle am meckern,aber keiner geht mehr auf die Sraße
Deichkind
Board-Champion

Beiträge: 5022


 

Gesendet: 08:50 - 17.10.2004

@mumbolino: Da gebe ich dir recht, Ganz deutschland meckert, aber kaum einer geht auf die Strasse. Der Slogan"wir sind das Volk" wirkt nun mittlerweile auch schon etwas abgenudelt. Wird Zeit für was neues.

Vielleicht liegt es daran, dass wir Deutschen einfach keinen "Arsch mehr in der Hose haben".

Schau mal nach Frankreich. Da läufts anders und wesentlich solidarischer ab als hier, wo alles zerdiskutiert wird.

@Peng: ich bin auch nicht für einen EU Beitritt der Türkei. 90-100 Millionen Menschen zu einer EU die jetzt schon nicht zu einander findet. Für mich deutet alles darauf hin, dass die USA die Türkei näher an Europa haben wollen. Sonst nichts. Wirtschaftlich erwarte ich da nicht viel. Abgeshen davon, leben 50 Prozent der Türken im Asiatischen Teil. Wo bitte soll dann in Zukunft Europa enden. Dann hat doch auch Russland das Recht beizutreten.

Also ich finde, man übernimmt sich hier einfach, und das wird sich garantiert in den nächsten Jahren herausschälen.
housemeister_1
Power-User

Beiträge: 255


 

Gesendet: 10:20 - 17.10.2004

schönen tag!

tja, wo endet europa?

lt. geologie am ural!
Europas flexible Grenzen

Schon die Geographie Europas ist künstlich. Politik und Geschichte haben das geographische Verständnis von Europa geformt. Die heute üblichen Grenzen dieser westlichen Halbinsel der eurasischen Landmasse, das Mittelmeer im Süden sowie der Ural und die Wolga im Osten, sind jüngeren Datums, politisch-kulturell geprägt und in Einzelheiten strittig.

Mittelmeer - Brücke und Grenze: Erst die islamische Eroberung Nordafrikas durch die Araber trennte diese Region von Europa ab, mit dem es fast ein Jahrtausend unter römischer Herrschaft verbunden war. Selbst diese Trennung blieb nicht unbestritten. Spanien, Frankreich und Italien haben später – mit zeitweiligem Erfolg – versucht, sich Teile der Südküste des Mittelmeers wieder anzueignen. Noch bei der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) saßen die Abgeordneten Algeriens im französischen Parlament, als es die Römischen Verträge ratifizierte.

Unklare Abgrenzung im Osten: Selbst den Geographen ist die Grenze Europas nach Osten ein Greuel. Die Grenzziehung veränderte sich im Lauf der Geschichte. Norman Davies berichtet in seiner Geschichte Europas von einer Enzyklopädie aus dem 14. Jahrhundert, die den Don als die Ostgrenze Europas betrachtet. Erst 1833 war der Ural als Ostgrenze weithin akzeptiert. Auch in dieser Frage gehen politische Trennungen den geographischen voraus. Die Spaltung des römischen Reiches, der Aufstieg des osmanischen Reiches, die Ausdehnung des russischen Imperiums über Sibirien bis Alaska und zuletzt der Eiserne Vorhang zogen Grenzen und förderten Sichtweisen, die Europa auf seinen westlichen Teil reduzieren wollten.

Wenn sich schon die scheinbar objektiven geographischen Grenzen bei näherer Betrachtung als historisch und politisch gemacht entpuppen, so gilt dies erst recht für die kulturelle, politische Identität Europas und die dadurch bestimmten Grenzen. Dabei lassen sich vor allem in der Geschichte die kulturellen und politischen Grenzziehungen kaum trennen. Sie resultierten meist aus Kriegen und Konflikten, in denen es um territoriale Kontrolle, aber auch oft um die Zugehörigkeit zu einer Religion und Kultur ging. „Europa“ wurde zitiert, weil und wenn es von außen, durch andere Mächte, Religionen und Kulturen bedroht schien.

Von den Karolingern bis Hitler haben die Mächtigen in Westeuropa ihren Herrschaftsbereich als „Europa“ definiert und alles davon Östliche als anders, asiatisch, feindlich und barbarisch eingestuft. Aber es gab auch die umgekehrte Sichtweise. Der russische Zar Alexander führte die Koalition europäischer Mächte gegen Napoleon mit den Worten „Europa, das sind wir.“ an. Ähnlich galt der islamische Süden oder Südosten als das gefährliche Andere, gegen das Europa bei Tours und Poitiers, vor Wien und in Lepanto zu verteidigen war. Letztere Einschätzung hat nach dem Zusammenbruch des Kommunismus eine Wiederbelebung erfahren, wozu die antiwestliche Haltung einiger islamistischer Gruppen und der Bedarf an neuen Gegnern seitens westlicher Vertreter wie des amerikanischen Sozialwissenschaftlers Huntington oder des ehemaligen NATO-Generalsekretärs Claes beigetragen haben.

Dabei haben Historiker nachgewiesen, daß diese scheinbar so von außen bedrohte europäische Identität ohne diese Nachbarn gar nicht vorstellbar wäre. Europas Identität stammt von außen, ist – wie Remi Brague schreibt – „exzentrisch“. Schon die mythische Figur der von Zeus in Stiergestalt geraubten Europa stammt aus Nordafrika. Das Erbe der hellenischen Welt erreichte Westeuropa auch und vor allem über die Araber.

der europäische fußball verband uefa hat es allen vorgemacht:

kasachstan, armenien und auch israel gehören zu "europa".
demnächst auch wohl australien, weil die asiaten dieselbigen nicht in ihrer gruppe haben wollen. (weil zu stark)

ferner:

die türken betreiben immer noch einen holocaust gegenüber den kurden.
wen juckt das? niemamd!

die gesamte problematik wird jedoch verschwiegen, stattdessen wird von terrorismus gelabert.

ist nicht klein zureden, wird aber benutzt, um unsere rechte zu beschneiden.
danke an gerhard und otto!!!!!!!!!!!

gruß

stefan

p.s.

habe soeben gelesen, das die wählmaschinen in florida "mal wieder den test" nicht bestanden haben.

dann wird ja wohl in besagten us bundesstaat wieder solange ausgezählt, bis george wieder präsident ist.
kennen wir ja vom jahre 2000.
Steve
Boardkaiser

Beiträge: 2367


 

Gesendet: 11:54 - 17.10.2004

Hi Stefan,

Hast du Geschichte studiert ... interessant !!

Das mit der FIFA finde ich ganz passend. Ich vermute auch mal, dass Europa in einigen Hundert Jahren nicht mehr wieder zu erkennen ist. Aber sollte uns nicht mehr jucken.

Ich kenne mich leider nicht so gut aus was türkische Politik betrifft, aber das mit den Kurden scheint ein größeres Problem zu sein, was zumal durch die Menthalität bestimmt nicht einfach zu lösen sein wird.


Peng
Boardkönig

Beiträge: 1327


 

Gesendet: 15:48 - 17.10.2004

Hi housemeister_1, war ein sehr lehrreicher Beitrag, Dein Europa-Abriß. Danke!

@Deichkind: Ich weiß auch nicht, ob ich die Türken in der EU haben will, aber das gilt mir auch für die Beitrittsländer aus dem ehemaligen Osteuropa. Zwar hat die EU als "Wirtschaftsgemeinschaft" angefangen und damit viel für die Stabilisierung der Demokratie im Nachkriegswestdeutschland geleistet, aber ich denke heutzutage sind politische Kriterien noch wichtiger. Und da erweisen sich 40 Jahre Diktatur nicht gerade als leicht zu überwindender Hemmschuh in den ehemals dem Comecon angehörenden Staaten Ost(mittel)Europas. Anders wäre die Situation, wenn ein ähnlicher Aufschwung wie in Westeuropa nach 1948 zu erwarten wäre, aber danach sieht's im Moment nicht aus. Die Westdeutschen haben sich auch durch wirtschaftlichen Erfolg von den Vorzügen der Demokratie überzeugen lassen.
housemeister_1
Power-User

Beiträge: 255


 

Gesendet: 20:08 - 17.10.2004

hi und guten abend!

@ steve

studiert nicht. ist aber neben erdkunde, russischer literatur (gogol, puschkin und, mit vorliebe, dostojewski)und politik, mein hobby.
wobei politik und geschichte einhergehen.
denn, wenn jemand eine politische meinung über einen anderen staat hat, sollte derjenige auch etwas über die geschichtlich,- kulturelle vergangenheit dieses staates wissen.

und die türken waren und sind ein agressor im "nahen osten", also nicht europa.
egal,ob osmanisches reich, oder türkei.
das osmanische reich wurde ja nicht umsonst nach weltkrieg 1 auf anatolien begrenzt.
ferner wurden nach wk 1 die staatsgrenzen willkürlich gesetzt.
sie wurden quasi mit dem linal gezogen.
übrigens ein verdienst der engländer und franzosen.
herrschermanier!!!!!!!!!!.
was auch zu den aktuellen konflikten in besagter region führt.

israel ist ein weiteres beispiel.
nach wk 1 gab es ein palästina.
nach wk 2 auch, bis sich jüdische einwanderer einen eigenen staat erbombt haben.
das gleiche recht wird nun den palastinenser verweigert.
nur, wenn ich argumente gegen israels politik in der öffentlichkeit verbal äußern würde, würde ich als nazi beschimpft werden.
jedoch, sind diejenigen die eigentlichen faschisten!!.

fehlende kenntnis der historie!!!!!!!!!!!!!

leider werden, und wir lassen es ja auch zu, von bush, schröder und co., für dumm gehalten.
viele sind es leider auch.

gruß

stefan

p.s.

sorry für die vielen nebensätze.

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