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Autor Mitteilung
Peng
Boardkönig

Beiträge: 1327


Gesendet: 19:54 - 05.09.2014

Hallo,

ich habe im Asbach-Uralt-Rechner ein neues Mainboard eingebaut (A8N-VM/S Sockel 939 mit AMD-Sempron 3000+-Prozessor und Lüfter).

Einziger Schönheitsfehler: Beim Booten geht's nur bis zum Piep, dann stellt sich das Gerät wieder ab. Das höchste der Gefühle, dass kurz auf dem Display noch die Eigenschaften der Grafikkarte angezeigt werden.

Kann das am Netzteil liegen? Das Netzteil hat einen 20- und einen 4-Pol Stecker fürs Mainboard und soll 550 W leisten können. Aber ich habe hier schon mal vor Urzeiten gelesen, dass 550 Watt nicht aussagt, wat mit dem Ding wirklich geleistet werden kann.

Und wenn's am Netzteil liegt: Woran merke ich, dass eins stark genug ist für dieses Maiboard (bevor ich das falsche kaufe)?

Gruß Peng
Xandros
Premium-User

Beiträge: 521


 

Gesendet: 21:18 - 05.09.2014

Zitat:
Aber ich habe hier schon mal vor Urzeiten gelesen, dass 550 Watt nicht aussagt, wat mit dem Ding wirklich geleistet werden kann.

So in etwa.
Vereinfacht ausgedrueckt kann ein Billignetzteil sich als Schweissgeraet entpuppen und bei einer Fehlfunktion den kompletten Rechner zerstoeren oder (im guenstigsten Fall) einfach nicht ausreichend Leistung dauerhaft bereitstellen. Die Wattangabe in der Bezeichnung ist recht nichtssagend. Wichtiger ist die Leistungsangabe fuer die stark belastete 12V-Schiene(n). Und da das nicht unbedingt immer angegeben ist, reicht mir persoenlich der Hersteller und die Modellbezeichnung. Beides findet man auf dem Typenschild des Netzteiles sobald man den Rechner geoeffnet hat.

Zitat:
Woran merke ich, dass eins stark genug ist für dieses Maiboard

Entscheidender als das Mainboard ist der Prozessor und die verbaute Grafikkarte. Diese beiden Komponenten fressen die meiste Energie. Das Mainboard gibt sich in der Regel mit 5-15W zufrieden, Prozessoren genehmigen sich dagegen bis zu 125W und Grafikkarten koennen noch hungriger sein.

Der Prozessor ist ein AMD Sempron Palermo E3 oder E6 und benoetigt bis zu 62W.
Je nach Grafikkarte reicht bei dem Rechner dann wohl ein qualitativ hochwertiges Netzteil mit 250-350W Leistung voellig aus.
Peng
Boardkönig

Beiträge: 1327


 

Gesendet: 21:44 - 05.09.2014

Die Grafikkarte ist eine nvidia GeForce 7300.
Was ich nicht so recht kapiere sind die unterschiedlichen Stecker. 20 Pin, 24 Pin, 4+4 Pin?

Im Handbuch zum Mainboard wird empfohlen, dass die beiden 12-V-Anschlüsse für die Hauptplatine mindestens eine Stromstärke von 15A liefern. Außerdem wird ein Netzteil mit mindestens 300 Watt empfohlen.

Das bisher verbaute Netzteil war übrigens ein 550 Watt ATX Netzteil LC-Power v2.0, Gold, 18db/ 16db.

Da wäre für mich auch die Frage, ob die Version 2.0 und heutzutage 2.3 sich irgendwie auf die Kompatibilität mit dem Mainboard auswirken?

Ich will halt nicht ein teures Netzteil kaufen, um dann festzustellen, dass es mit dem Rechner trotzdem nicht funktioniert.

Gruß

Peng

Xandros
Premium-User

Beiträge: 521


 

Gesendet: 09:58 - 06.09.2014

Zitat:
Die Grafikkarte ist eine nvidia GeForce 7300.

Das glaube ich kaum. NVidia hat davon hoechstens die GPU (entweder ein G72 bei einer 7300 LE bzw. GS oder ein G73 bei einer 7300 GT).
Die Karte hingegen stammt sicherlich von einem anderen Hersteller.

Zitat:
Im Handbuch zum Mainboard wird empfohlen, dass die beiden 12-V-Anschlüsse für die Hauptplatine mindestens eine Stromstärke von 15A liefern. Außerdem wird ein Netzteil mit mindestens 300 Watt empfohlen.

Das Mainboard ist dabei nicht gerade auf dem aktuellsten Stand. Diese Angabe stammt aus einer Zeit, bei der die Netzteile in vielen Faellen mit der Wattangabe deutlich uebertrieben haben und lediglich kurzfristige Spitzenlasten genannt haben, die aber nicht dauerhaft gehalten werden konnten. Inzwischen sind viele Hersteller aber dazu uebergegangen die permanent bereitstehende Maximallast anzugeben und bauen hochwertigere Netzteile. 15A werden bei fast allen Netzteilen auf den 12V-Schienen erreicht. In der Regel sind das sogar 20-25A (gleichbedeutend mit 240 bis 300W, gefordert werden 180W. Volt x Ampere = Watt, weshalb man in dem Zusammenhang auch gelegentlich die Angabe VA anstelle von Watt findet.)

Das LC-Power stammt vermutlich aus den Werkshallen von Huntkey und wurde wie alle anderen Netzteile von LC-Power nur mit deren Label beklebt. Die Vergangenheit hat LC-Power den Stempel des Billigstimporteurs von Chinaboellern aufgedrueckt, da die Netzteile gerne mal in Flammen aufgegangen sind. Aktuelle Netzteile von LC-Power sind dagegen durchaus besser und manche Modelle sogar fuer den Preis sehr empfehlenswert..... ich mache trotzdem einen grossen Bogen um diese Netzteile.
Besser ein Netzteil von Seasonic, HEC, Fortron Source oder SuperFlower. Da weiss man wenigstens, dass keine Billigbauteile verbaut sind und die Qualitaet nicht leidet.
Selbst BeQuiet - eine Marke der Listan GmbH - kauft heute ihre Netzteile von Seasonic, HEC oder Fortron Source. Frueher stammten viele Modelle von Topower und waren sehr unzuverlaessig. Die neuen Modelle sind in Deutschland allein wegen dem Preis gern in den Warenkoerben der User. Und die Zuverlaessigkeit und Qualitaet wurde gegenueber frueheren Modellen enorm verbessert.

Zitat:
Da wäre für mich auch die Frage, ob die Version 2.0 und heutzutage 2.3 sich irgendwie auf die Kompatibilität mit dem Mainboard auswirken?

Nein. Auf die Kompatibilitaet wirkt sich das nicht aus. Die ATX-Version sagt dafuer aus, nach welcher Spezifikation das Netzteil entwickelt wurde. Hoehere Versionen erfordern z.B. einen besseren Wirkungsgrad.
ATX 2.0 hat fuer das Mainboard z.B. einen 20-pin Anschluss vorgesehen. Ab ATX 2.2 ist dies ein 24-pin Anschluss, bei dem die zusaetzlichen vier Kontakte meist zwecks Abwaertskompatibilitaet abnehmbar sind.

Zitat:
Ich will halt nicht ein teures Netzteil kaufen, um dann festzustellen, dass es mit dem Rechner trotzdem nicht funktioniert.

Nachvollziehbar. Andererseits sollte man auch kein billiges Netzteil kaufen, mit dem der Rechner dann zwar funktioniert, aber welches auch eine Gefahr fuer den Rechner darstellt.
Die Stromversorgung der Bauteile ist entgegen der ueblichen Meinung von Anwendern das Herzstueck des Rechners (aehnlich dem menschlichen Herzen) - nicht der Prozessor (aehnlich dem menschlichen Hirn). Wenn das Netzteil nichts taugt, kann auch der beste Prozessor nicht funktionieren, die beste Grafik nicht angesteuert werden und das schnellste Speichermedium nicht ordentlich arbeiten. Mit dem Netzteil steht und faellt die Leistungsfaehigkeit und Betriebsbereitschaft aller anderen Bauteile.

OK, der Exkurs ist glaube ich lang genug, wenngleich auch absolut unvollstaendig. Zurueck zur eigentlichen Frage:

Bei dem Rechner mit AMD Sempron und Nvidia Geforce 7300 als Hauptverbraucher rechne ich deren maximale Verbrauchswerte mal zusammen und komme auf 62 + 25 = 87Watt. Dazu dann noch Mainboard und Laufwerke.... sind wir bei Pi mal Daumen rund 100W. jetzt gehen wird noch davon aus, dass ein Netzteil nicht mit Volllast betrieben werden soll (Energieeffizienz leidet dann gewaltig), sondern sich irgendwo zwischen 50% und 80% unter ueblicher Dauerlast befinden sollte....
Wenn dein neues Netzteil 200Watt liefert, ist es bereits ausreichend dimensioniert. In der Groessenordnung findet man meist aber nur ITX-Netzteile und muss daher auf ein groesser dimensioniertes Netzteil ausweichen.

Verwendbare Beispiele:
BeQuiet Pure Power L8 Non-Modular 80+ (Mindfactory ca. 37 Euro)
SuperFlower Golden Green HX 350W Non-Modular (Mindfactory ca. 48 Euro)
Persoenlich wuerde ich dem BeQuiet in diesem Fall den Vorzug geben.
Xandros
Premium-User

Beiträge: 521


 

Gesendet: 10:05 - 06.09.2014

uups....
nach dem Absenden habe ich doch glatt gesehen, dass ich bei dem BeQuiet glatt was vergessen habe.
Pure Power L8 300W sollte das heissen. Die L8-Serie gibt es in diversen Leistungsklassen. Von daher sollte man die Wattzahl schon dabeischreiben.
Peng
Boardkönig

Beiträge: 1327


 

Gesendet: 15:02 - 06.09.2014

Hallo Xandros,

vielen Dank für den Exkurs, ich lerne gern dazu (z.B. dass die Grafikkarte Club 3D heißt und nicht von nvidia ist).

Nachdem ich heute morgen das Netzteil dieses Rechners, auf dem ich gerade schreibe und das mir seit gut 8 Jahren Strom für ein Asus P5N32 SLI-SE Deluxe, einen Intel Core 2 Duo E 6700, und seit zwei Jahren eine nvidia GeForce GT 640 liefert ohne zu schwächeln (neben diversen USB-Geräten) mit dem in diesem Thread beklagten Mainboard verbunden habe und auch dann spätestens bei der Anzeige des Arbeitsspeichers Feierabend war, habe ich beschlossen, es zurückzuschicken.

Es kann aber sein, wenn ich ein anderes Mainboard einbaue, dass sich dann die Frage nach dem Netzteil erneut stellt.
Xandros
Premium-User

Beiträge: 521


 

Gesendet: 15:18 - 06.09.2014

Die Frage stellt sich hoechstens dann, wenn Grafikkarte und/oder Prozessor gewechselt wird und die neuen Bauteile mehr Energie verbrauchen als die Alten.

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