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 Forum Index —› Architektur allgemein —› Berlin, Unter den Linden, Umbau
 


Autor Mitteilung
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


Gesendet: 13:19 - 05.06.2003

das ist jetzt aber ein grund zu feiern. warum? siehe dickgedrucktes unten!


Unter den Linden werden die Gehwege breiter
Grüne kritisieren Umbaupläne für die Prachtstraße als "Millionen-Verschwendung ohne Sinn und Verstand"

von Sylke Heun

Ab und zu setzt sich Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) Unter den Linden in ein Straßencafé und lässt den Blick schweifen. Er sieht Hunderte Spaziergänger, die sich auf schmalen Bürgersteigen drängeln. Sein Blick fällt auf eine ganze Reihe kranker Linden. Und er schaut gen Osten mit dem Forum Fridericianum auf einen Platz, der eigentlich gar kein Platz ist. Das soll sich ändern. Im September gehen die Arbeiten zur Umgestaltung von Berlins berühmtester Straße weiter. Schon Mitte 2006 sollen die Linden ein Boulevard sein, mit dem - so Strieder - "Berlin auch für sich werben kann".


In fünf Bauabschnitten ist Folgendes vorgesehen: Die Bürgersteige werden um jeweils 2,85 Meter verbreitert. Die zwei Fahrbahnen behalten vier Spuren (Parkspur, Busspur und zwei Autospuren), werden aber von 14 Metern auf 11,15 Meter verengt. Der Mittelpromenade bleiben 17,5 Meter.


Alle Gehweg-Linden müssen bei dem Umbau weichen, weil sie sonst mitten auf dem Bürgersteig stehen würden. Zwei Drittel der durch Abgase, falschen Schnitt und Sommertrockenheit geschädigten Bäume müssen ersetzt werden. Ein Drittel, so schätzt Peter Strieder, kann zum Straßenrand hin versetzt werden. Die Bürgersteige erhalten eine 4,5 Meter breite Plattenbahn, die von Streifen aus Basaltmosaik und dem so genannten Bernburger Mosaik (kleines, graues Kopfsteinpflaster) im Ober- und Unterstreifen eingerahmt werden.


Am östlichen Ende des Boulevards fallen kurz vor der Schlossbrücke die Parkplätze weg. Dort werden die Gehwege auf 17 Meter (südlich) und 21 Meter (nördlich) verbreitert. Geparkt werden kann ab 2005 in einer Tiefgarage unter dem Bebelplatz (458 Stellplätze). Mit den vorbereitenden Leitungsarbeiten wurde bereits begonnen.


Was die neue Möblierung mit Bänken und Lampen angeht, will Senator Strieder Unter den Linden auf moderne Experimente verzichten. "Es wird kein Stahlgewitter geben" versprach er gestern bei der Vorstellung der Pläne. Der historische Schupmann-Kandelaber soll die Prachtstraße durchgängig zieren. Die Peitschenmasten im Ostteil der Straße werden verschwinden.


Schon im September wird mit dem Arbeiten im Bauabschnitt Wilhelm- bis Glinkastraße begonnen. Es folgt der Bereich Charlotten- bis Universitätsstraße, dann die Strecke bis zur Schlossbrücke. Der Raum zwischen Glinka- und Charlottenstraße ist zuletzt dran. "Ich glaube zwar nicht, dass wir in den kommenden zehn Jahren einen Bahnhof für die U 5 bauen werden, halten uns diesen Bereich aber bis zum Schluss offen", sagte Strieder und spielte damit auf den auf Eis gelegten Bau der "Kanzlerlinie" an.


Erste Kritik an Strieders Vorhaben kam gestern schon von der Opposition. Die Umbaupläne, deren Umsetzung 12,7 Millionen Euro kostet und die als Entwicklungsmaßnahme für die Hauptstadt zu zwei Dritteln vom Bund getragen werden, bezeichnet Claudia Hämmerling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Grünen, als eine "Millionen-Verschwendung ohne Sinn und Verstand". Durch die engeren Fahrspuren würden sich Busse und Radfahrer in Zukunft gegenseitig blockieren, und die beiden Fahrspuren für Autos seien für die ohnehin gesundheitlich angeschlagenen Linden der "endgültige Garaus". Hämmerling fordert deshalb die Reduzierung auf drei Fahrspuren pro Richtung.


Artikel erschienen am 5. Jun 2003 i.d. WELT


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da gehen meine wünsche in erfüllung: peitschenmasten weg, kandelaber ran, zeirstreifen aus basaltmosaik (schwarz), keinen zwangsmodernen firlefanz.
das wird den linden gut tun!
nur eine reduzierung auf 2*3 spuren hätte auch ich besser gefunden. kann man ja noch nachholen.


Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 13:21 - 05.06.2003

zur erinnerung. diese peitschenmasten kommen weg:

[Link zum eingefügten Bild]


Ernst
Mitglied

Beiträge: 134


 

Gesendet: 13:43 - 05.06.2003

Also ich weiß nicht. Das ist ja alles sehr schön und wünschenswert. Aber jammert Berlin nicht ständig darüber, daß es kein Geld hat? Da erscheint es mir nun wirklich nicht vordringlich zu sein, für fast 13 Millionen die Straße etwas schmaler und die Fußwege etwas breiter zu machen. Hätte es nicht erst einmal gereicht, den Parkplatz vor dem Friedrich-Denkmal zu entfernen und meinetwegen die häßlichen Peitschenlampen auszutauschen?
Claus
Mitglied

Beiträge: 164


 

Gesendet: 13:48 - 05.06.2003

Beschweren wir uns nicht.Immer noch besser,als wenn das Geld für die
Sanierung von Platten oder die Förderung von dekonstruktivistischen
Bildhauern ausgegeben worden wäre.
Für irgendwas wird schliesslich immer Geld ausgegeben,hier wenigstens für
was Schönes!!
Schauinsland
registriert

Beiträge:


 

Gesendet: 13:56 - 05.06.2003

"Die Umbaupläne, deren Umsetzung 12,7 Millionen Euro kostet und die als Entwicklungsmaßnahme für die Hauptstadt zu zwei Dritteln vom Bund getragen werden, bezeichnet Claudia Hämmerling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Grünen, als eine "Millionen-Verschwendung ohne Sinn und Verstand". Durch die engeren Fahrspuren würden sich Busse und Radfahrer in Zukunft gegenseitig blockieren"

Das könnte in der Tat ein Schildbürgerstreich werden.
Die neue "Möblierung" ist aber wirklich notwendig und wird die Straße weiter aufwerten.
Claus
Mitglied

Beiträge: 164


 

Gesendet: 14:04 - 05.06.2003

Was habt Ihr denn?
Zwei Drittel werden vom Bund getragen.
Hier handelt es sich doch um eine Massnahme in unserem Sinne.Von solchen
Massnahmen wimmelt es ja nicht gerade
in unserem Land.
Seien wir froh,dass etwas Positives geschieht.Es ist schliesslich wirklich
eine Entwicklung in unsere Hauptstadt.
Ein schöner Prachtboulevard zieht
noch mehr Touristen an und der Druck
zum Bau des Stadtschlosses steigt noch mehr!!
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 14:05 - 05.06.2003

Endlich mal was schönes in Berlin !
Super das die Ekel-Masten wegkommen,
der Fußgängerweg breiter wird und
ordentliche Bänke bald Unter den Linden
stehen werden.
Das ist ein guter Anfang !

Landschaftsarchitekten braucht das Land,
vor allem unsere schöne Hauptstadt Berlin !

...und was soll dieser Schwachsinn von
den Grünen...
Haben die keine anderen Probleme ?
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 14:12 - 05.06.2003

wer hier über kosten klagt, den verstehe ich überhaupt nicht mehr.
wir sollten doch froh sein, dass endlich mal geld für etwas sinnvolles ausgegeben wird.
gerade in berlin, wo milliarden verschwendet werden.

dieses geld ist gut angelegtes geld. es macht unsere hauptstadt schöner und nützt damit allen deutschen, insbesondere auch bewohnern und touristen.

der jetzige zustand ist eine schande.
und ich wiederhole mich gerne: in berlin werden milliarden verschwendet, millionen für unnützes zeugs ausgegeben. da freue ich mich doppelt, dass auch mal geld an der richtigen stelle ausgegeben wird!
da zahlt man doch gleich viel lieber steuern...
Ernst
Mitglied

Beiträge: 134


 

Gesendet: 14:17 - 05.06.2003

Im Prinzip bin ich ja Eurer Meinung, daß das eine wünschenswerte Verschönerung ist, aber in der Konsequenz ist das eben NICHT in unserem Sinne, sondern eines der vielen kleinen Löcher, durch die Geld für zweitrangige Dinge abfließt, das dann für die Hauptsachen fehlt. Hier 13 Millionen für einen nicht unbedingt notwendigen Straßenumbau, dort, wie Claus es ausdrückt, ein paar Millionen für die Förderung dekonstruktivistischer Bildhauer usw, usw. usw. Das sind alles keine großen Summen, aber zusammengenommen sind sie gewaltig. Und weil man dann viel, viel Geld für solchen Kleinkram ausgegeben hat, steht man dann schließlich da und hat nichts mehr für das Stadtschloß.

Die Sache wird auch dadurch nicht besser, daß der Bund einen wesentlichen Teil der Kosten trägt, denn der ist ja bekanntlich fast genauso pleite wie Berlin.
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 14:27 - 05.06.2003

Da bin ich ganz anderer Meinung.
Die kleinen Sachen machen es.
Z.B. vor dem Bundestag den Platz oder
den Platz vor dem Berliner Dom mal
richtig schön "beblumen".

Solche Dinge sind viel viel wichtiger.

Man sollte mal in Berlin dahergehen,
die verkrusteten Strukturen zu
sprengen.Dann fliesst auch wieder
das Geld.
So leistet Berlin sich z.B. an den drei
Universitäten vereinzelte Studiengänge
dreifach. Z.B. Geschichte etc.
Wieso ? Geschichte an einer Techn.Uni ?
Das gibt es sonst nirgendwo.
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 14:34 - 05.06.2003

also über die verbreiterung ließe sich vielleicht streiten, aber die kandelaber, die fortführung des mittelstreifens und die ersetzung von ca. 2/3 der bäume, weil sie krank sind, nicht.
ich bin schon dafür, dass man es jetzt richtig macht, wenn man schon anfängt. berlin wird dadurch viel gewinnen und das untere stück der linden, das auf das stadtschloss zuführt, wird endlich historisch (war ja bisher modern).
ein weiterer grund, die umbauten jetzt zu machen, ist, dass das forum fridericianum auch jetzt umgebaut wird und man so manche arbeiten nicht doppelt machen muss.
wieviel letztendlch gespart würde, wenn man die in der tat zu schmalen gehwege nicht verbreitern würde, weiß ich nicht.

ich bleibe dabei: der umbau ist wichtig und richtig und für mich gibt es auch keine entscheidung umbau oder schloss, sondern nur umbau und schloss.

man muss einfach das gesamtkonzept unter den linden sehen, das bald vollendet ist. und zum abschluss braucht es den umbau.

würde das geld für straßenbaumaßnahmen nicht unter den linden ausgegeben, dann flösse es halt in irgendein anderes projekt. ausgegeben wird das geld ohnehin.

ich bin froh, dass berlin wenigstens nicht in einem seiner letzten attraktiven flecken auf gleichgültigkeit setzt.

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