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 Forum Index —› Architektur allgemein —› Neues Stadtquartier "Lenbach Gärten" in München
 


Autor Mitteilung
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


Gesendet: 15:54 - 10.09.2004

"Der Name „Lenbach Gärten“ klingt zwar gut, ist aber ein wenig irreführend. Denn bei dem Bauprojekt der Frankonia Eurobau in der Maxvorstadt handelt es sich nicht um einen neuen Park, sondern um ein Ensemble mit einer Bebauungsdichte, die man laut Stadtbaurätin Christiane Thalgott „in Deutschland so nur in München findet“.

Auf einem 22000 Quadratmeter großen Areal zwischen Altem Botanischen Garten, Luisen-, Karl- und Meiserstraße will die Frankonia ein nobles Stadtquartier mit Luxuswohnungen, Bürogebäuden und Fünf-Sterne-Hotel errichten. Rund 280 Millionen Euro sollen bis zur Fertigstellung im Frühjahr 2007 in das Ensemble investiert werden.

Geplant wurden die Lenbach Gärten, die planerisch an noble Wohngegenden in London angelehnt sind, vom Architekturbüro Hilmer & Sattler & Albrecht. Begonnen wird mit den Bauarbeiten im Oktober.

Erst einmal müssen dann die alten Gebäude (Anm.:Zweckbauten der Nachkriegszeit) der Ludwig-Maximilians-Universität, die durch den Umzug der Fakultäten nach Martinsried frei geworden sind, abgerissen werden. Zwar sei es im Prinzip nicht gut, wenn die Universitäten aus der Stadt herausgehen, sagte Thalgott bei der Vorstellung der Lenbach Gärten. „Doch wir begrüßen selbstverständlich das Projekt, durch das auch der Alte Botanische Garten an Attraktivität gewinnen wird.“

Herzstück und Angelpunkt des Stadtquartiers wird das Hotel an der Sophienstraße, das sich mit seiner gekurvten Fassadenbildung der Form des Botanischen Gartens anpasst.

Als Pächter für das 160-Zimmer-Haus, dessen Baukosten allein bei etwa 70 Millionen Euro liegen, wurde die britische Gruppe Rocco Forte Hotels gewonnen, die neben Frankfurt und Berlin nun erstmals in München aktiv wird..."

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Quelle: http://www.sueddeutsche.de/immobilien/geldmarkt/artikel/931/38893/

http://www.roccofortehotels.com/indexf.html
Ben
Goldenes Premium-Mitglied

Beiträge: 1337


 

Gesendet: 17:27 - 10.09.2004

Vielleicht hätte man noch irgendeine Art von Kuppel oder Turmspitze auf die Seitenteil tun können, aber sonst...Sieht gut aus!

Rocco Forte ist doch derselbe, der auch am Forum Fredericianum (um-)baut, oder?
Weißer Wolf
Senior-Mitglied

Beiträge: 463


 

Gesendet: 00:04 - 11.09.2004

Dieses Gebäude gefällt mir ebenfalls sehr gut. Jedoch hätte auch ich mir, wie Ben zuvor es bereits in einem Wunsche seinerseits geäußert hatte, eine Turmspitze an den jeweiligen Ecken gewünscht oder gar inmitten des Daches, weil mir dieses doch recht flach erscheint.
Kai_2
Senior-Mitglied

Beiträge: 288


 

Gesendet: 08:17 - 11.09.2004

naja ich weiß nicht recht.
mich stören da drei dinge ganz besonders:
a) die fehlenden betonungen der ecken
b) eine betonung der gebäudemitte
c) es ist viel zu hoch

naja, und rundbögen wären auch nicht schlecht! aber es ist ein anfang. ('aller anfang ist schwer)
Kai_2
Senior-Mitglied

Beiträge: 288


 

Gesendet: 08:19 - 11.09.2004

p.s: @ ben
ja, genau der ist es. und dieser rocce forte ist auch derjenige, der in frankfurt die villa speyer teilrekonstruiert und im gleichen stil erweitert. das projekt nennt sich hotel kennedy.
JinStuttgart
registriert

Beiträge: 21


 

Gesendet: 13:05 - 11.09.2004

Ein sehr gelungenes Projekt.

@Weisser Wolf: Ich muß mich doch sehr über deine Signatur wundern.

Wer bezeichnet sich denn heute noch als Utopisten? Auf Staufenberg darfst du dich nicht berufen, denn er und der Kreis um ihn haben Realitätssinn gezeigt. Hitler hingegen war Utopist (Das Geschwafel von der Vorsehung, die angebliche Überlegenheit der germanischen Rasse, etc.) Wir leben in einem aufgeklärten Zeitalter, unser modernes Weltbild basiert weitgehend auf den Erkenntnissen der Wissenschaften. "Nüchternheit ist der Preis der Modernität" um mal Joachim Fest zu bemühen.
Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert der Utopien (Kommunismus, Faschismus), mit schrecklichen Folgen.

Außerdem äußerst du dich selbst nihilistisch: "Das heutige Zeitalter der Barbarei" ist aber in Wahrheit nur eines des Pluralismus. Ob du dir einen Kandinski- Renoir- oder Dürerdruck ins Wohnzimmer hängst ist dir überlassen. Diesen Kulturpessimismus, wie du ihn äußerst habe ich noch nie verstanden.

Das 19. Jahrhundert war in der Tat das Jahrhundert des aufstrebenden deutschen Bürgertums. Allerdings war es kein liberales, aufgeschlossenes Bürgertum, sondern wurde von der Geissel des Nationalismus infiziert. Ich empfehle dir in dem Kontext das Buch "Der Untertan" von Thomas Mann.
PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 14:36 - 11.09.2004

@Jin Stuttgart

So ganz stimmt das leider auch nicht,
was du sagst. Was für die Malerei gilt - die freie Wahl ob Kandisky oder Renoir - gilt nicht für die Architektur:

Wer sich gegen die Kisten-Kasten Zersiedlung und Zerstörung unserer Städte durch das Diktat der Modernisten richtet, wird auf bösartigste Weise niedergemacht - gleichgültig ob Bevölkerung oder Experte. Ich persönlich kenne niemand, der den Alexanderplatz in Berlin oder die Petersburger Strasse in Dresden der Innenstadt von München, Freiburg oder Paris vorzieht (Kunststück - wer geht denn auch freiwillig in Todeslandschaften, so er nicht unbedingt muss?).

Es ist eine Tatsacche, dass die Modernistenlobby sich inzwischen zu einer mit brutalsten Methoden herrschenden Oligarchie entwickelt hat, deren einziges Ziel es ist, ihren Machterhalt und persönlichen Wohlstand
zu sichern. Da diese gesellschaftliche Gruppe nicht nur das kulturelle Monopol im Bauwesen hat, sondern aich noch eine enorme ökonomische Macht,
kann man hier von einer Diktatur sprechen.

Der von dir angemahnte Pluralismus ist in unserem Staate - Gott sei Dank - in vielerlei Bereichen zu finden.

Schaue ich mir jedoch aktuelle Architektur an - Berliner Regierungsviertel und Potsdamer Platz
(eines der weltweit größten Projekte moderner Architektur), Frankfurt am Main, die langsam nun sogar im bisher weitgehend verschonten München einsetzende Zerstörung durch die Modernistenlobby, und viele andere - ist der von dir angemahnte Pluralismus in der Architektur nicht festzustellen. In unserer zeitgenössischebn Baukusnt herrscht kein Pluralismus, sondern ein Machtmonopol und eine Diktatur.
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


 

Gesendet: 14:49 - 11.09.2004

Zumindest ein (langsam bröckelnder) Fundamentalismus, wie es Nikos A. Salingaros bezeichnet. Ich kann ihn zur Zeit nicht oft genug nennen.
PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 15:01 - 11.09.2004

Genau, hatte ich ganz vergessen: Der Artikel von Salingaros ist einfach genial, und gehört zu den besten, die ich je gelesen habe - möglicherweise ist es sogar der Beste. Jeder, der sich für Architektur interessiert, sollte ihn gelesen haben.

Dirk, keine Sorge, meinetwegen kannst du diesen Artikel von Salingaros noch 100 Male erwähnen, das macht überhaupt nichts - denn ich werde ihn noch 1000 Male erwähnen...


http://www.umbau-verlag.com/Essays/NikosSalingaros.html
Weißer Wolf
Senior-Mitglied

Beiträge: 463


 

Gesendet: 16:32 - 11.09.2004

@ Jin Stuttgart

Lies Peters Beitrag und ich hoffe du verstehst.

Traditionelle Architektur besitzt diese komplexe Formensprache, welche in aller Entstehng des Lebens vorhanden ist. Moderne Architektur besitzt es nicht. Und ich denke, du sollst dich vom modernistischem Wahn befreien, denn du sprichst zwar vom Pluralismus, willst mir aber gleichzeitig anscheinend deine Meinung aufzwingen. Das ist für mich auch mehr eine Diktatur deinerseits als Pluralismus. Den reinen Pluralismus gibt es nicht. Für einen Pluralismus des Gleichgewichtes würde es seitens Organisationen, des Staates, ja sogar jeden einzelnen die totale Überwachung über alle Menschen brauchen was sie denken, was sie sagen, was sie tun und hätte irgendetwas Übergewicht, müsste man sich fürchten, dass dieses Übergewicht in eine Diktatur fällt und dem entgegen zu treten bräuchte man die Überwachung. Ist aber Unsinn dies letztlich so zu handhaben. Traditionelle Architektur ist schöner als die moderne Architektur. Du kannst mir jedes moderne Gebäude zeigen, es wird vom ästhetischem Standpunkt nicht so gut gefallen wie ein gebaude, dass Kreativität und Freiheit besitzt. Moderne Gebäude gleichen sich doch alle in ihrem Aussehen. Wo ist da bitte die Pluralität oder die Freiheit ? Alles gleich aussehend ist nicht kreativ. Sonst würde ich dieser Person Paranoia unterstellen müssen. Kreativ bedeutet viele Formensprachen = Komplexität. Moderne Fassaden hingegen sind steril und sehr einfach gehalten ohne Komplexität. Du brauchst dir nur unter dem Thema: "Stadtumbau" alle Artikel durchlesen. Weißt du wovon ich überzeugt bin, lieber Jin ? Du hast Angst. Du bist in deinem Dogma der Moderne verfangen und beschützt diese deshalb. Du bist nicht mehr objektiv. Wenn du objelktiv sein würdest, müsstest du zwangsläufig zur traditionellen Architektur stehen, weil es weitaus mehr Argumente für diese als für die moderne Architektur gibt. Aber dein Inneres wird sich gegen meine Worte wehren. Du denkst dir: nein, nein, nein ! Das ist bei Menschen oftmals so, die eigentlich von etwas ideologisiert sind. Sie sperren sich selbst. Ich habe in der Tat nichts gegen richtig tolle, spektakuläre Gebäude aus Stahl und Glas aber sie müssen zur Minderheit werden. Solche Gebäude dürfen nur noch an ausgewählten Stellen einer Stadt mit einem großem Maß an Sensibilität gebaut werden. Ich sage mal, 75% traditionelle Architektur und 25% "moderne" Architektur. Das wäre ein vernünftiges Verhältnis, weil moderne Architektur nicht gesund ist. Weder für den Menschen, noch für die Stadt.

Die moderne an sich hat unsere Städte vernichtet. Sie hat Zersiedelung geschaffen. Heute ist diese Zersiedelung der Tod der Innenstädte und finanzielle nicht bezahlbar. Es kostet Milliarden. Und wurde deshalb eingeführt um die Städte auszulöschen. Einwände deinerseits dulde ich nicht, denn dies kannst du nachlesen. Und der Tourismus ist ein wirtschaftlich wichtiges Zeichen für eine Stadt. Dieser jedoch schrumpft immer weiter, da die Städte zerfallen und unattraktiv werden. Man kann die Bevölkeurng nur 1 mal verteilen. Die kompakte historische Stadt mit ihrer Mischnutzung, welche nicht aufgeteilt ist in Bürosilos, Schlafquartiere und Freizeitflächen ist ökonomisch und ökologisch die einzig richtige Variante. Die Stadt der kurzen Wege ist umweltfreundlicher, weil man seltener weite Wege mit dem Auto fahren muss und somit der Nahverkehr zu einer richtigen Alternaive werden würde. Es brächte die Menschen wieder zusammen, weil sich das soziale Gefüge mischen würde. Dazu wären gewiss Organisationen in einzelnen Vierteln nicht schlecht, die das auch unterstützen. Aber die Trennung von arbeiten, wohnen und Freizeit ist der wirtschaftliche Untergang der lebenswerten Stadt und damit am Ende auch eines ganzen Landes. Es ist nicht bezahlbar, nein ! - es bringt uns sogar enorme Schulden ! Und die müssen wir, die Bürger, abbezahlen, weil Städtebauplaner einer Ideologie folgen. Und du folgst ihr genauso. Nenne es von mir aus eine traditionelle Ideologie, damit aber vertuscht du, dass ich nur möchte, dass der Mensch wieder im Mittelpunkt steht und die seine Gefühle bereichernde Architektur und dass ich eben nicht 100% gegen moderne Architektur bin aber sie muss besser werden und sie muss weniger werden. Dann sage ich, weniger ist mehr. Und dieses System muss eingeführt werden, so wie ich mir das vorstelle, sonst wird noch einiges auf uns zukommen. Und dies ist nicht positiv. Du bist so festgefahren in deiner Sicht Pluralismus zu jederzeit, dass du den Blick dafür verloren hast, dass Pluralismus in deinem Idealdenken, wie du es dir vorstellst nicht existiert. Deine Vorstellung vom Pluralismus mit der Wirklichkeit zu vergleichen wäre wahrscheinlich der Vergleich zwischen einer Pizza und einer Frisby-Scheibe . Du siehst die Realität nicht mehr. Ich rate dir aufzuwachen. Du glaubst wohl, dass alles richtig läuft, nur weil irgendjemand irgendwann der Gesellschaft gesagt hat, dass sie pluralistisch sei. Wenn du etwas nachdenken würdest, wenn du mal versuchen würdest anstatt deiner Sturrheit mal den Gegenpositionen zu folgen, selbst wenn es dir schwer fällt, überwinde dich und stelle dich selbst bitte mal in Frage bzw. deine Sichtweise.

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim nachdenken.

Weißer Wolf
Senior-Mitglied

Beiträge: 463


 

Gesendet: 17:13 - 11.09.2004

Und eines noch Jin Stuttgart: Du wirst nicht auf mein Posting antworten bevor du nicht diese 5 Essay dir durchgelesen hast. Denn in diesen Essay findest du deine Antworten und ich setze mich nicht extra an den Stuhl um eine Antwort zu schreiben, wenn du nichts einfacheres zu tun hast als zu lesen und hoffentlich zu begreifen. Dies nun als meine letzten Worten nachträglich an dich.

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