Architectura Pro Homine - Forum für Klassische und Traditionelle Baukunst - www.aph-forum.de.vu

    

 · Home · Impressum & Datenschutz · Suche

Seiten mit Postings: 1 2 3 4 5 6

zum Seitenende

 Forum Index —› Galerie —› Das alte Frankfurt
 


Autor Mitteilung
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


Gesendet: 19:44 - 17.08.2004

Da die Frankfurt in letzter Zeit in so einigen Kontroversen eine Rolle gespielt hat, möchte ich einige Bilder zeigen, um verständlich zu machen, warum ich denke, daß die Altstadt Frankfurts eines der vordringlichsten Objekte für eine möglichst vollständige Rekonstruktion wäre (alle Fotos von der Seite www.altfrankfurt.com):
Alter Markt:
[Link zum eingefügten Bild]

Golmachergasse:
[Link zum eingefügten Bild]

Baseler Hof:
[Link zum eingefügten Bild]

Goldhutgasse:
[Link zum eingefügten Bild]

[Link zum eingefügten Bild]

Goldene Waage:
[Link zum eingefügten Bild]

Saalgasse:
[Link zum eingefügten Bild]

Köpplerhöfchen:
[Link zum eingefügten Bild]

Rapunzelgasse:
[Link zum eingefügten Bild]

Und ich könnte noch stundenlang so weitermachen!
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 19:53 - 17.08.2004

Da möchte ich auch gerne mal herlaufen...
Roy Batty
Mitglied

Beiträge: 133


 

Gesendet: 19:53 - 17.08.2004

Diese Stadt war wohl hinter Nürnberg die bedeutendste deutsche Stadt. Und auch eine der schönsten...wie immer ist die tatsächliche Schönheit nur erahnbar, anhand alter Fotos wie dieser. Übrigens ist es -etwas- falsch, in beiden zusammenhängen von "mittelalterlich" zu reden. Der Markt sowie die Patrizierhäuser Frankfurts sind von der Renaissance geprägt. Man brachte nur das hohe Eckhaus am Markt, auf Bild 1 links zu sehen; ein Renaissancegiebel; gewellt und schieferverkleidet. Der Nachkriegneubau in ANLEHNUNG an diese Form(stracksgerade Flächen, Dachneigung nach unten)kann diesen Anblick einfach nicht ersetzen.

Im übrigen bin ich der Meinung, daß die Altstadt von Frankfurt keinesfalls rekonstruiert werden darf. Frankfurt/Main sollte den Besuchern als lebendiges Anschauungsmaterial für einen unvergleichbaren Identitätswechsel(in vielerlei Hinsicht) in der Mitte Europas erhalten bleiben...als die Stadt, als die es sich uns heute darbietet!

Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 20:00 - 17.08.2004

Wieso sollte die Altstadt nicht
rekonstruiert werden ? Das sind doch
alles "Architekten-ideologische"
Gründe. Die alten Städte gehören zu
Deutschlands Kultur - wie lange will
man sie noch aus dem Blickfeld
verdrängen ?
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


 

Gesendet: 20:06 - 17.08.2004

@Roy Batty
Stimmt schon, Frankfurt und Nürnberg haben ihr typisches Gepräge in der Zeit zwischen 1300 und 1600 erhalten. Es gibt zwar jeweils auch Bauten aus früherer und aus späterer Zeit, aber diese bleiben relativ vereinzelt. Insofern wäre es sicherlich korrekt, von "spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen" Altstädten zu reden.

Man könnte Frankfurt natürlich als eine Art "abschreckendes Beispiel" für einen totalen Identitätsbruch in der heutigen Form erhalten. Aber das setzt voraus, daß die Leute wissen, was da zwischen 1944 und 1954 ausgelöscht bzw. nicht wiederaufgebaut worden ist. Und genau das ist ja nicht der Fall. Im Falle Frankfurts wurde geradezu nicht nur die Altstadt ausgelöscht, sondern auch noch die Erinnerung an sie...
Weißer Wolf
Senior-Mitglied

Beiträge: 463


 

Gesendet: 20:42 - 17.08.2004

Zitat: "Im übrigen bin ich der Meinung, daß die Altstadt von Frankfurt keinesfalls rekonstruiert werden darf."

- Ich bin nicht unbedingt der Meinung da diese heutige Stadt eine der häßlichsten Großstädte Europas darstellt.



Zitat: "Frankfurt/Main sollte den Besuchern als lebendiges Anschauungsmaterial für einen unvergleichbaren Identitätswechsel(in vielerlei Hinsicht) in der Mitte Europas erhalten bleiben."

- Hierbei komme ich auf mein "nicht unbedingt" zurück. Ich bin dafür, dass Frankfurt am Main komplett von der Bildfläche verschwindet als ausgestorbene Stadt aufgrund ihrer Identitätsvernichtung. Bis es diese Stadt nicht mehr gibt, sie als Beispiel für Stadtzerstörung herzunehmen fände ich im übrigen nicht schlecht, setzt jedoch vorraus was mein Vorgänger Philon gesagt hatte, dass den Menschen klipp und klarr verdeutlicht wird, wie das einstige Frankfurt am Main einst ausgesehen hat. Dass jedoch daraufhin niemand eine Rekonstruktion wünscht ist mir nicht vorstellbar.



Zitat: "...als die Stadt, als die es sich uns heute darbietet!"

- Frankfurt am Main ist keine Stadt, es ist ein Ort des Proletariats und des Identitätsverlustes. Ich möchte die Stadt in ihrer Häßlichkeit nicht die Zeit überdauern sehen. Entweder wird sie schöner oder sie hat kein Recht auf ewige Existenz. Aber ob ich dies möchte wird nicht unbedingt entscheidend sein, da es nämlich genauso eintreten wird. Die Menschen wolen keine häßliche Großstadt. Sie werden in´s Umland abwandern. Die Stadt dorrt aus. Sie hat somit keine Wahl. Sie hat kein Recht zu entscheiden ob sie häßlich sein möchte. Denn wenn sie die Menschen nicht anspricht, wird ihr das wirtschaftlich und existenziell schmerzlichst weh tun. Und Menschen werden nicht davon angesprochen, dass etwas abweisend, kalt, monoton und grauenerregend aussieht, womit diese Stadt in wenigen Worten beschrieben wäre.
Weißer Wolf
Senior-Mitglied

Beiträge: 463


 

Gesendet: 20:46 - 17.08.2004

PS: Ich bitte sehnlichst um mehr Bilder !!!! Bitte mehr Bilder !!!!
Booni
Mitglied

Beiträge: 190


 

Gesendet: 20:49 - 17.08.2004

Nur wie wollt ihr es schaffen, die Altstadt zu rekonstruieren? Es gibt nichtmal Debatten dazu.
Wie gut dokumentiert sind überhaupt alle diese Bauten? In welchen Gebieten ist es überhaupt möglich zu bauen?
Wie bekommt man den Wunsch nach Rekonstruktion in die Bevölkerung?

Kann da ein wiedererstandener Neumarkt in Dresden den Wunsch nach Altstadtreperatur und -wiederherstellung in den Köpfen der Bewohner Deutschen Metropolen wecken?

Ich bin meistens für Rekonstruktionen zu haben und setze mich für sie ein - aber wie wollt ihr eine Altstadt bauen ohne einen Mehrheitswillen?
Ich denke da sollte man ansetzten.

Man brauchst sowas wie eine GHND in Frankfurt - oder die Unterstützung der Freunde Frankfurts.
Man braucht Infopavillions und überzeugte Politiker.

Wie können wir das schaffen - das müssen wir fragen - und nicht ob wir es machen sollen.

BTW: Mir liegen Dresden, Nürnberg, Frankfurt und Berlin am meisten am Herzen - weil es einfach die schönsten Städte waren. Aber auch für Hildesheim, Braunschweig, Hannover, Bremen, Köln, Düsseldorf und die Ruhrgebietsstädte könnt ihr meine Euphorie wecken.
Roy Batty
Mitglied

Beiträge: 133


 

Gesendet: 20:56 - 17.08.2004

Ich denke, die alteingesessenen Frankfurter und ihre Nachkommen wissen schon, was da für eine
wundervolle Stadt im Feuersturm und Wirtschaftswunder verschwand. Aber diese werden wohl nur die Minderheit der heutigen Sadtbevölkerung ausmachen. Die Mehrheit, auch die Deutschen darunter, dürfte das überhaupt nicht tangieren; sie sind im Westen entgültig angekommen.

Ihr tut der Identitätsverlust in wirtschaftlicher Hinsicht genausowenig weh wie Jakarta, Kuala Lumpur, Shanghai oder andere globalisierte Metropolen. Die bedingungen, die in anderen dt. Städten, besonders im Osten, eindeutig für Rekonstruktionen und eine einladende Altstadtatmosphäre sprechen, sind hier nicht oder nur unzureichend vorhanden. Die Stadt trägt sich wirtschaftlich selbst; sie ist eine der Internationalen Metropolen, welche sich nur durch ihre Wolkenkratzer unterscheiden. Kriminaliotät, Psychosen, Austauschbarkeit, Armen- und Minderheitenghettos sind allen diesen Metropolen inne; sie haben aufgehört, sich damit zu beschäftigen. Das Wohl und wehe ihrer "Basis" ist nur insofern von Bedeutung, wie es die Bankerkreise stören könnte oder nicht. Und das ist unwahrscheinlich, daß es für eine grundsätzliche Kehrtwende in der Stadtentwicklung keine ernstzunehmenden Gründe gibt. FFM ist eine abartige Stadt(Konglomeration)
- und sie wird noch abartiger werden -losgelöst von dem Boden, der sie einst entstehen und wachsen ließ.
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


 

Gesendet: 21:12 - 17.08.2004

Ich fürchte auch, daß Roy recht hat, mit dem, was er sagt. Aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben. Ich denke, je mehr Leuten bewußt wird, was da zerstört wurde, desto größer werden die Chancen, daß es irgendwann eine Bewegung für die Rekonstruktion gibt.

Hier auf Wunsch von Weißer Wolf noch einige Beispiele:

Alter Markt (aus einer anderen Perspektive):
[Link zum eingefügten Bild]

Fahrgasse:
[Link zum eingefügten Bild]

Fresko an einem Altstadt-Haus:
[Link zum eingefügten Bild]

Haus Heydentanz:
[Link zum eingefügten Bild]

Kornmarkt:
[Link zum eingefügten Bild]

Schirn:
[Link zum eingefügten Bild]

Römerhöfchen:
[Link zum eingefügten Bild]

Weckmarkt:
[Link zum eingefügten Bild]

Schöppenbrunnen:
[Link zum eingefügten Bild]

Und zu guter Letzt ein Blick vom Dom Richtung Römer:
[Link zum eingefügten Bild]

Wie gesagt: alle von www.altfrankfurt.com
Rösch
Senior-Mitglied

Beiträge: 343


 

Gesendet: 21:22 - 17.08.2004


wir führen hier ja i.d.R. theoretische debatten. die entscheidungen müssen natürlich immer vor ort fallen. nur weil in unserer zeit dem wunsch nach einer rekonstruierten altstadt frankfurts wenig beachtung geschenkt wird, sollte man sich mit dem ist-zustand nicht abfinden. stadtplanung lebt von visionen, von guten wie von schlechten.

natürlich hat frankfurt das gleiche recht auf rekonstruktion, genau wie jede andere zerstörte oder geschundene altstadt auch.

und ich vermute, frankfurt wäre mit seiner rekonstruierten altstadt die allemal bessere hauptstadt für deutschland, nach wie vor, als es das preussische berlin je war und sein wird.

insofern bin auch ich ganz klar für eine rekonstruktion der frankfurter altstadt mit den wichtigtisten vorstadtbereichen.

frankfurt als mahnmal des modernismus? dafür müßte sich doch eigentlich jede stadt zu schade sein...

Seiten mit Postings: 1 2 3 4 5 6

- Das alte Frankfurt -

zum Seitenanfang



 Forum Index —› Galerie —› Das alte Frankfurt
 


naanoo logo
Version 3.1 | Load: 0.010561 | S: 1_2