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Autor Mitteilung
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


Gesendet: 15:15 - 02.08.2004

Verdutzt reiben sich viele Chemnitzer die Augen, wenn sie an einem Haus in der Zschopauer Straße vorbeigehen. Ist der Bau denn schon fertig?


Chemnitz - Ist es wahr, dass da schon hundert Leute drin sitzen und dass es irgendwo tropft? Ist das wirklich ein Werk des viel gerühmten spanischen Stararchitekten Josep Luis Mateo?


Alle Fragen sind mit "Ja" zu beantworten, und selbst gebildete Beobachter schütteln die Köpfe. Denn es handelt sich keineswegs um einen Sparbau, sondern das Unansehnlichste an dem Haus ist zugleich das Verschwenderischste: Die vermeintliche "Brandwand" besteht aus Alabaster. Obendrein funktioniert sie nicht.


Dabei hatten sich die Bankleute größte Mühe gegeben, den Chemnitzern ein möglichst glanzvolles Haus zu schenken, das der ehrgeizigen Stadt zu Ruhm und Ansehen gereichen sollte. Ein Architektenwettbewerb wurde ausgelobt (über den Kostenpunkt bewahrt die Bank vornehmes Stillschweigen), ein von den Fachpreisrichtern in höchsten Tönen gelobter Entwurf ausgewählt und die bittere Pille geschluckt - dass die Realisierung gerade dieses Projekts den Bauherrn Bundesbank besonders teuer zu stehen kommt.


Ob das Werk in dieser Form überdauert, ist nun fraglich geworden. Denn die Westfassade mit ihren an vorgespannten Seilen befestigten punktgehaltenen Steinisolierglaselementen, auflamierten Deckscheiben aus Weißglas und in schusshemmendes Sicherheitsglas der Widerstandsklasse 4 eingeschlossenen 1,5 Zentimeter dicken Platten aus spanischem Alabaster zeigt sich dem Klima des Nordens nicht gewachsen. Wasser ist eingedrungen und lässt die Edelfassade wie mit Schmutzflecken besudelt erscheinen.

Womöglich muss die Fassade komplett herunter genommen werden und durch eine völlig neue ersetzt werden. 35 Mio. Euro hat die Bank für den Neubau mit 3500 qm Nutzfläche springen lassen - das sind 10 000 Euro/qm. Am Jahresende sollte Einweihung sein. Aber vielleicht eröffnet die Panne auch eine neue Chance. Wäre es nicht denkbar, die labile Fassade hinter einem repräsentativen Vorbau zu verstecken? Dann hätte die Bundesbank doch wenigstens ein "Gesicht" - und man könnte sogar von "inneren Werten" sprechen.


Artikel erschienen am Mo, 2. August 2004, Die Welt

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http://www.mateo-maparchitect.com/01_map_arquitectos/02_building.html#


Im Forum der Stadt Chemnitz schreibt ein Teilnehmer:

"bürger aus chemnitz am 12.07.2004 um 17:07:11
Wann wird eigentlich die neu gebaute Landeszentralbank auf der Zschopauer abgerissen? Also ehrlich, sowas darf in Chemnitz nicht nochmal gebaut werden. Etwas mehr Anspruch an die Architektur könnte nicht schaden... "
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 15:30 - 02.08.2004

Da fällt mir nur noch diese Karikatur
von Greser & Lenz ein:
http://www.faz.net/imagecache/{D5A76D65-E273-4227-A828-B371E9644C6F}picture.jpeg

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