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Autor Mitteilung
B. Szillis-Kappelhoff
Moderator

Beiträge: 756


Gesendet: 22:59 - 16.08.2007

Ostpreußen, Fischerort und Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung

* prußisch "neid, nid, nida" = fließen, auf- und abtauchen


Ortsnamen:
* Neidenburg, Grenzstadt zwischen den prußischen Stämmen Sassen und Galindien, an der Neide
* Neidowe (1332), Needau Kreis Labiau
* Nidden, Kurische Nehrung


Gewässer:
* Nyda (1343), Neide Kreis Neidenburg
* Nede (1367), Teich bei Johannisburg
* Neyden (1439), Bach im Samland
* Niedin-See in Lettland


Landeskunde:
Die Kurische Nehrung ist reich an steinzeitlichen Altertümern.

Der größte Ort auf der Kurischen Nehrung wurde bereits 1437 erwähnt und erhielt 1529 seine älteste Handfeste bezüglich eines Kruges. Es war zeitweise ein Ort, der gerne von Künstlern aufgesucht wurde. So gab es eine Künstlerkolonie, und Thomas Mann bewohnte dort zeitweise eine eigene Villa, von der man einen herrlichen Blick auf das Haff genießen kann. Berühmt ist Nidden auch wegen seiner bis heute noch nicht befestigten Wanderdüne.

Die Bevölkerung sprach kurisch, mit den Gästen selbstverständlich deutsch. Südlich von Nidden wurde deutsch und plattdeutsch gesprochen.

Die ursprüngliche Lage des Ortes bis 1675 lag gut 5 km weiter südlich jenseits der Hohen Düne am Grabscher Haken (prußisch "grabis" = Berg). Die zweite Dorflage von Nidden befand sich von etwa 1675 bis in die 30-iger Jahre des 18. Jh. direkt am Ostseestrand, etwa auf der Höhe des Grabscher Haken. 1709 wurde durch die Pest fast die gesamte Bevölkerung hingerafft. Der von Agnes Miegel in ihrem Gedicht "Die Frauen von Nidden" geschilderte Pestfriedhof liegt etwas südlich von der zweiten Ortslage.

Niddens evangelische Pfarrkirche ist relativ neu. 1832/ 33 wurde ein einfaches Wohnhaus zur Kirche eingerichtet. Vorher gehörte der Ort zum Kirchspiel des versandeten Dorfs Kunzen, ab 1797 zu Schwarzort. 1854 wurde Nidden zusammen mit Preil und Perwelk zu einem eigenen Kirchspiel zusammengefasst. Der Altar und die Kanzel stammen noch aus der Zeit mit Kunzen.

Auf dem Urbo Kalnis (kurisch "ausgehöhlter Berg") steht seit 1874 ein Leuchtturm mit Blinkfeuer. Sehenswert in der dritten Ortslage von Nidden ist nach wie vor der Friedhof mit den heidnischen Grabkreuzen, der vom ostpreußischen Maler Lovis Corinth gemalt wurde.
* http://www.art-prints-on-demand.com/a/lovis-corinth/fisherman-cemetery-on-nid.html


Kurenwimpel von Nidden:
Farben schwarz - weiß; waagerechte Aufteilung in 4 Rechtecke. Links oben und rechts unten schwarz, rechts oben und links unten weiß.


Zum Aufbau der Kurenwimpel siehe:
* http://www.naanoo.com/freeboard/board/show_thread.php?userid=21893&topic=131772&forumid=13550


Weitere Informationen:
* http://www.nidden.gmxhome.de/Nidden.htm

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