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Autor Mitteilung
B. Szillis-Kappelhoff
Moderator

Beiträge: 756


Gesendet: 11:03 - 27.06.2007

Ostpreußen

Stadt im Samland an der Deime (südliches Kurisches Haff).

1258 Labegowe moter
1261 in terra Labigow
1300 Labigow/ Labiow
1420 Labiau/ Labiaw

* prußisch "moter" = sumpfiges Land, Areal, Beritt

"Die Litauer nannten den samländischen Ort Labguva, Labgava ... Der On. geht auf einen FLN. zurück."
Quelle:
- Blažiene, Grasilda: Hydronymia Europaea, Sonderband II, Die baltischen Ortsnamen, Wolfgang Schmid Hrsg., Steiner Verlag Stuttgart 2000

"wegen des g kaum zu pr. labs ´gut´ + Suff. -uv-"
Quelle:
- Gerullis, G.: Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin, Leipzig 1922


* litauisch "Labguva" = Labiau
* litauisch "labguvyna" = Heilstein (cuprum aluminatum sive lapis divinus)
Quelle:
- Kurschat, Alexander: Litauisch-Deutsches Wörterbuch, Vandenhoeck & Ruprecht, 1968

Cuprum aluminatum wird auch Augenstein, Heiligenstein und Kupferalaun genannt und ist ein Chalcedon aus der Gruppe der Quarze.

Prußisch "labs" = gut dürfte dennoch vorliegen, wenn man bei Heilstein eine gute, nämlich heilende Wirkung bedenkt (z.B. zusammen mit Kampfer in der Augenheilkunde).


Landeskunde:
Im Gebiet Labiau gab es folgende prußische Wehranlagen:
- Schwedenschanze im Wald, 600 m nördlich von Vorwerk Klein Droosden
- Anlage östlich am Gut Adlig Wulfshöfen
- Wallburg südlich von Kaimen, von Ordensburg Caymen überbaut
- Ringschanze im Moorwald (Erlenwald), nordöstlich von Forsthaus Klein Pöppeln
- Schlossberg, 500 m nördlich von Groß Schmerberg mit Erbbegräbnis
- Schwedenschanze südlich des Vorwerks Balance am Pöppelschen Damm an der Deime
- Wehranlage auf dem litauischen Friedhof in Laukischken
- Sagenhügel Budas, 3,5 km westsüdwestlich von Gutfließ (Eszerninken)
Quelle:
- Salemke, Gerhard: Lagepläne der Wallburganlagen von der ehemaligen Provinz Ostpreußen, Gütersloh, 2005


Die Burg Labiau wurde nach der Eroberung des Samlandes zwischen 1258 und 1259 angelegt und sollte Königsberg vor Feinden schützen, die sich über das Haff näherten. 1277 brannten die Schalauer sie nieder und danach aus Stein als Komturei wieder errichtet. 1352 siegte Heinrich Schindekopf über die Litauer.

Die Wasserburg galt als uneinnehmbar und wurde nach 1550 von Anna Maria, der zweiten Frau Herzogs Albrecht bewohnt.
Die Stadtgerechtigkeit erhielt sie 1642 durch den Großen Kurfürsten.
Quelle:
- Hermanowski, Georg: Ostpreußen Lexikon, Adam Kraft Verlag Mannheim 1980

Redensart:
"Er kommt an wie der Hund von Labiau"

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