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 Forum Index —› SPRECHSTUNDE EXKLUSIV: Direkte Hilfe aus dem Tierheilkundezentrum —› Ist Weizenkleie als Alleinfutter ungesund?
 


Autor Mitteilung


Gesendet: 20:28 - 13.11.2007 | :: Edit | :: Move | :: Delete | :: Close | :: Re-Open

Hi, meine Pferde, ein Hafi und ein Quarab, bekommen täglich 300 gr. Weizenkleie mit Ingwer, Knoblauch und etwas Mineralfutter. Es bekommt beiden sehr gut und sie laufen damit besser als mit Hafer oder Müsli. Jetzt habe ich gehört das Weizenkleie als Dauerfutter für Pferde ungesund sein soll. Stimmt das? Da der Hafi abspecken soll, aber den Ingwer für eine chron. Bandansatzentzündung braucht, bin ich damals auf Weizenkleie umgestiegen. Ich bin auf die Antworten schon gespannt.
Nicole
Gesendet: 19:58 - 14.11.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo Nicole,
ein Mangel an Calcium begünstigt Knochen- und Hautschädigungen ebenso wie ein Calciumüberschuss. Calcium konkurriert im Darm mit Kupfer, Zink und Selen um die Aufnahme in den Organismus. Kupfer und Zinkmangel sind direkte Verursacher u. a. von Hautproblemen und Juckreiz. Weizenkleie (große Anteile finden sich übrigens auch in Fertigmash) vermindern die Aufnahme von Calcium, Kupfer, Zink und Selen, so ist hier bei täglicher Fütterung ein Mangel bereits vorprogrammiert. Demnach ist eine tägliche Weizenkleie bzw. Mash-Fütterung immer kontraproduktiv bezogen auf den Mineralienhaushalt, der beispielsweise auch bei der Durchfallerkrankung, deren häufige Empfehlung die tägliche Mash-Fütterung darstellt, immer unreguliert und nicht im Gleichgewicht ist. Mit dem synthetischen Mineralfutter, was noch zugefüttert wird, wird das "Unverhältnis" nicht besser, da synthetische Mineralstoffe vom Pferd sehr schlecht verstoffwechselt werden. Problematisch ist, dass der Darm zur Aufrechterhaltung der Symbiose (= Lebensgemeinschaft der Darmbakterien) auf eine möglichst annähernd optimale und natürliche Minerastoff- und Spurenelementzuführung angewiesen ist. Wird diese missachtet, so entstehen beispielsweise Krankheiten wie Hufrehe, Sommerekzem, allergische Hauterkrankungen sowie auch eine mangelnde Abwehr und Immunprobleme, da 80 % der Immunzellen im Darm verankert sind. Insbesondere Ungleichgewichte im Calzium : Phosphor Verhältnis verursachen Erkrankungen der Knochen und des Bewegungsapparates; was ebenfalls durch die o. g. Fütterung gestört wird und sozusagen den Bewegungsapparatschwächen des Hafis noch entgegenkommt; hier hilft langfristig der Ingwer dann auch nicht, da dieser keinen Einfluss auf die Mineralstoffzufuhr hat und ebenso keinen Einfluss auf ein annähernd optimales Calzium : Phosphor Verhältnis.
Wie Du aus dem o. g. siehst, ist diese Fütterung relativ ungünstig und fördert grundsätzlich sämtliche Erkrankungen. Mein Vorschlag wäre, beiden Pferden Heucobs, z. B. Pre Alpin, zu füttern (protein- und energiearm, also bestens für leichtfuttrige Pferde geeignet), außerdem idealerweise eingeweicht zu verfüttern, um ggf. Schlundverstopfungen vorzubeugen und im obigem Fall den Ingwer ohne Akzeptanzprobleme gefüttert zu bekommen. Plus Austausch des synthetischen Mineralfuttermittels zu einem natürlichen, z. B. unserem Horse Allround Kräuter-Fit bzw. bei den o. g. Problemen plus Lauf-Fit, welches auch mit Mineralstoffen, Spurenelementen etc. optimal und natürlich versorgt. Die Heucobs könnte man bei schlechter Akzeptanz z. B. schmackhafter machen durch naturbelassenen Möhren- bzw. Rote Beete Saft; obwohl sie in der Regel gut akzeptiert werden. Meiner Meinung nach wäre das für beide Pferde eine sehr ausgeglichene und problembezogene Ernährung, wenn ausreichend qualitatives Heu und gutes Stroh als Einstreu zusätzlich zur Verfügung stehen.
Weitere Infos zur Pferdefütterung findest Du auch auf meiner Internetseite beim Link Pferdefütterung sowie auch Natürliche Mineralstoffe & Co..
Ich hoffe, Dir ein wenig geholfen zu haben?
Herzliche Grüße Claudia Nehls
Gesendet: 23:01 - 14.11.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo Claudia,
vielen Dank. Ja, es hat mir geholfen. Beide Pferde bekommen qualitaiv gutes Heu und Stroh. Die Weizenkleie war eigentlich nur als Mittel um den Ingwer reinzubekommen gedacht.Die Stute bekommt den Ingwer eigentlich nur, weil sie auf die Schärfe steht. Ich werd mich dann mal schlau machen wo ich die Heucobs auftreibe. Der Stute muss ich dann was anderes zufüttern, denn die ist leider etwas schwerfuttrig im Winter.
Nicole
Gesendet: 21:31 - 15.11.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo Nicole,
die Heucobs bekommt Du in jedem Futtermittelhandel, z. B. Agrobs, Pre Alpin, St. Hippolyth. Der Stute könntest Du ggf. Rübenschnitzel, Walzhafer und Hartog Luzerne füttern; Rübenschnitzel eingeweicht und einzeln; andere Mahlzeit dann 2/3 Hartog Luzerne 1/3 Walzhafer bzw. auch 1/2 zu 1/2. Das Futter der Stute kannst Du auch aufwerten mit hochwertigen DAB bzw. KBA-Ölen, z. B. Sonnenblumenöl, Schwarzkümmelöl, Distelöl, Nachtkerzenöl; täglich bis zu 250 ml, z. B. in Verbindung mit Möhren (kontrolliert biol. Anbau = KBA) oder den Rübenschnitzeln.

Liebe Grüße und viel Erfolg Claudia Nehls

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Ist Weizenkleie als Alleinfutter ungesund?

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