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 Forum Index —› Ingwer-Forum: Anwender helfen Anwendern —› Schaf und Ingwer
 


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Gesendet: 21:36 - 10.02.2007 | :: Edit | :: Move | :: Delete | :: Close | :: Re-Open

Hallo,

von den Erfolgen des Ingwers bei Pferden, Hunden und Menschen habe ich schon viel gelesen.
Wir haben ein altes Milchschaf, Gundi. Sie liegt uns sehr am Herzen. Leider ist es bei ihr so, wie bei vielen alten Tieren, sie leidet an Gelenkbeschwerden. Sie ist allgemein recht steif, zwischendurch lahmt sie irgendwo heftiger, da hilft dann Kortison.
Über den Winter wird sie immer noch steifer, weil auch der Auslauf fehlt. Wir wohnen im Bayerwald, da liegt trotz des warmen Winters noch Schnee und bei Dauerregen kann ich die Schafe auch nicht rauslassen, zumal der Boden rutschig ist und hier kaum ein Quadratmeter eben ist.
Wir haben uns jetzt überlegt, ob wir Gundi nicht einfach dauernd Kortison geben, wie einem alten Hund evtl. auch, einfach um ihr noch eine schöne Zeit zu ermöglichen. Es bleiben nicht mehr viele Alternativen.
Dann habe ich diese Seite gefunden und frage mich, ob man Schafen, also Wiederkäuern auch Ingwer geben kann und wenn ja, in welcher Dosierung.
Gibt es da Erfahrungen?
Für Tipps wäre ich sehr dankbar!

Liebe Grüße
Katja
Gesendet: 10:20 - 11.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo Katja,

Du kannst Dir sicherlich denken, dass Du mit Gundi quasi als "Pilotprojekt" Ingwer einsetzen würdest, denn bei diesen Tieren wurde Ingwer, nach unseren Informationen, bislang noch nicht eingesetzt. Jedenfalls gibt es kein Feedback von diesen Höfen, wo das ggf. geschehen ist ;-). Würde sich auch Niemand dort die Zeit nehmen, immerhin hat man alles quasi als fertige "Spritze" im Giftschrank.

Bei "Wiederkäuern" muss man eines beachten: Diese Tiere "verarbeiten" in den Vormägen ja bereits sehr (!) intensiv die pflanzliche Kost, auch wenn da dann Ingwer nicht zum Standard-Repertoire gehören dürfte ;-))). Dort könnte eine besondere Chance auch für die intensive Verwertung der Ingwer-Biostoffe liegen. Schon ggf. in geringen Mengen (vielleicht sogar auf einem ähnlichen Niveau wie beim "Darmtier" Pferd, wo ja eine ähnliche ausgeklügelte Flora für intensive Verwertung sorgt). Aber dort könnte gleichzeitig auch eine Gefahr lauern, wenn die Vormägen-Kultur allzu sehr vom ungewohnten Ingwer irritiert wird.

Ich sehe das so: Dauergaben Kortison werden Gundi auf Dauer nicht gut tun, auch wenn sie lange Zeit sicherlich recht tiefgreifend die Beschwerden lindern. Es lohnt sich also auf jeden Fall ein Versuch, wobei es sicherlich schon eine Kunst sein dürfte, Gundi dieses scharfe Pulver zu verarbreichen. Auch da kannst nur Du als erfahrene Schafhalterin einen Trick entwickeln. Da keinerlei Richtwerte vorliegen, sollte mit ganz minimalen Startdosen (1-2 g je Tag zu Beginn) die Verträglichkeit beobachtet werden. Und klar muss auch sein: Wo keine weitreichenden Erfahrungen vorliegen, sind Risiken nicht auszuschließen. Aber Kortison stellt auf Dauer auch ein erhebliches Risiko dar, kostet deutlich mehr und hat vermutlich deutlich mehr Nebenwirkungen.

Parallel würde ich auf jeden Fall mit einem Tierarzt Kontakt aufnehmen, der recht gute Erfahrung bei der Behandlung von Wiederkäuern hat (Bauern fragen, Du wohnst doch im besten Einzugsgebiet) und bereit ist, über den Tellerrand hinauszusehen. Auch der muss ja oft medikamentös behandeln. Erkundige Dich einfach mal, wie er die Sache sieht. Verweise ihn auf pferdeglueck.de, wo er die Erfahrungen bei Pferden & Co. nachlesen kann. Wir nehmen seit 2002 die ASS (Aspirin & Co.) als Referenzwerte. Wenn der Arzt also schon mal bei Wiederkäuern ASS eingesetzt hat, solltest Du Dosis und Erfahrung erfragen. Von diesem Punkt ausgehend könnten wir dann neue Überlegungen anstellen. Problem ist sicherlich, dass bei Wiederkäuern die Medikamentengaben in der Regel gespritzt werden. Doch: Fragen kostet kann man ja mal. Und diese eventuell gute Chance für Gundi sollte man nicht ungenutzt lassen, finde ich.

Vielleicht hat THP Claudia noch eine gute Idee für Gundi, denn Kortison zu ersetzen, wo immer es geht, ist schließlich ihre Profession.

Grüsse
Guido

Gesendet: 21:43 - 12.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo Katja,
leider bin auch ich keine Schafsexpertin. Meine Erfahrungen gehen dahin, dass wir bei meinen Ergänzungsfuttermitteln aus Kräutern grundsätzlich die Pferdedosis einsetzen und die Schafe damit gut zurechtkommen. Nun ja, viele Erfahrungswerte bestehen hier aber auch nicht, vielleicht 5 Schafe werden so fütterungstechnisch ergänzt (witzig übrigens: drei leben in Spanien, ein weiteres in der Schweiz, eines in Österreich, sprich: kein deutsches Schaf ist dabei..).
Leider kann man auch die Ingwerfütterung nicht mit der Ergänzung durch Kräutermischungen vergleichen, weil der Ingwer halt viel schärfer ist.
Ich stimme Guido jedenfalls in allen Punkten zu und würde es genauso ausprobieren.
Cortison ist langfristig keine Alternative, weil die Nebenwirkungen zu hoch sind und auch bei Dauergabe die Wirkung abnimmt bzw. irgendwann gleich 0 ist. Meiner Meinung nach sollte Cortison immer dem Notfall vorbehalten bleiben, um im Notfall auch noch die erwünschte Wirksamkeit zu erzielen!
Vor diesem Hintergrund gesehen wäre der Ingwer eine echte Alternative und sicher ausprobierenswert.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Du über Deine Erfahrungen berichtest; ist ja sozusagen ein Pilotprojekt..
Herzliche Grüße und viel Erfolg
Claudia Nehls
Gesendet: 21:32 - 13.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

danke für die Antworten
So ungefähr habe ich mir das gedacht.
Ich würde es ganz gerne probieren.
Wo bekomme ich denn den richtigen Ingwer?
Bei http://www.neumann-gewuerze.de/ gibt es ja einige verschiedene Sorten. Muss ich da etwas beachten?
Die größte Angst habe ich davor, dass Gundis Verdauung durcheinander gerät. Letzten Sommer hat sie öfter Durchfall gehabt und musste dann immer wieder auf Heudiät gesetzt werden. Dann ging es wieder.
Wenn ich, wie geraten, ganz langsam, mit kleinen Dosen anfange, dürfte doch nicht plötzlich etwas dramatisches passieren, oder? Wenn sie es nicht verträgt, vorausgesetzt sie frisst es überhaupt :drink:, dann müsste doch Durchfall die erste Reaktion sein und dann kann ich es gleich wieder absetzen?!?
Tierärzte werde ich die nächsten Tage mal anrufen und befragen, mache mir da aber keine Hoffnung. Außer Standardprogramm haben die hier nicht viel drauf - und ein altes Schaf... .
Und die Bauern hier sind überhaupt nicht aufgeschlossen.
Auf jeden Fall werde ich weiter berichten.

Liebe Grüße
Katja
Gesendet: 22:03 - 13.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

mir ist noch eine Frage eingefallen:
Kann Ingwer auch bei Kotwasser bei meiner alten Hafidame helfen?

Liebe Grüße
Katja
Gesendet: 10:32 - 14.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo Katja,

für Gundi würde ich die neue BIO-Ingwercharge aus Sri Lanka der Gewürzmühle empfehlen. Das ist die derzeit sauberste Qualität. Bei einem Wiederkäuer ist Durchfall das letzte, deutlichste Symptom in der Reaktionskette. Auch vorher kann es schon zu Irritationen kommen. Aber, wie oben schon erwähnt: Alles was nun Gundi widerfahren kann ist immer noch besser als jede Kortison-Ration.

Ingwer hat sich bei zahllosen Pferden, die stark Kotwasser absetzen, als sehr wirkungsvoll erwiesen. Das korrespondiert aber stets auch mit der passenden Ernährung. Man kann den positiven Effekt des Ingwers nämlich durch ungeeignete Ernährung schnell wieder zunichte machen. Ist wie bei Gundi: Das Verdauungssystem lässt sich nicht veräppeln oder auf eine andere Spur bringen; die Ursprungsprogrammierung auf ein bestimmtes Nahrungsangebot bleibt bestehen. Ob Wild- oder Hauspferd (und übrigens auch noch heute beim Menschen, trotz vieler Tausend Jahre Ernährungsumstellung!). Bei alten Pferden ist die Ernährung vor allem von großer Bedeutung. Bei Deinem Hafi solltest Du ebenfalls den BIO-Ingwer einsetzen und Dich - mit Blick auf das Alter - bei 4-5 g/je 100 kg Tagesdosis Pferdegewicht einpendeln. Wie bei Gundi auch hier vorsichtig anfüttern.

Grüsse
Guido
Gesendet: 21:15 - 15.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo Guido,

gestern habe ich den Ingwer bestellt und mit "der" Pferdetierärztin hier telefoniert. Sie selbst behandelt nicht mit Ingwer, hat aber von Pferdebesitzern von guten Erfolgen gehört. Sie meinte ich soll es halt mal probieren, weiß aber keine Dosierungen.
Der "Rindertierarzt" war nicht zu erreichen, er ist dauernd unterwegs.
Im Internet habe ich bei der Vet Uni Zürich eine Dosierung von Acetylsalicylsäure 50 - 100 mg/kg 2 × täglich oral beim Rind gefunden.
Kannst Du damit etwas anfangen?

Liebe Grüße
Katja
Gesendet: 10:07 - 16.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo Katja,

wichtig ist natürlich, dass auch der therapeutische Zweck dieser genannten Dosis dabei steht und eventuell auch die Dauer der ASS-Gabe (ich denke mal, dass betrifft einen therapeutischen Akutfall und keine normale dauerhafte Therapie?!?) Aber Du siehst hier schon einen deutlichen Hinweis: Das sind bezogen auf das Körpergewicht ja enorme Dosen, die offenbar von Wiederkäuern klaglos vertragen bzw. für diese Tiere gebraucht werden.

Wichtig ist nun, dass Du ggf. noch in Erfahrung bringen kannst bei einem auf Wiederkäuer spezialisierten TA, ob es zwischen dem Verdauungssystem von z. B. Rindern und Schafen wiederum nennenswerte Unterschiede gibt (prinzipiell sicherlich nicht, aber eventuell artensprezifische Eigenheiten).

Wenn also die ASS bei dem oben recherchierten Fall z. B. im Bereich der Entzündungshemmung zum Einsatz kommt, hätten wir eine Richtschnur für Gundi bezogen auf deren Körpergewicht. Durchaus möglich, dass auch Gundi ähnlich träge auf ASS ansprechen würde. Beim Menschen ist das nicht anders: Bei schweren Rheumaerkrankungen z. B. in den "Weichteilen", bei Arthrose usw. werden oft bis zu 5 g (!) ASS benötigt, also fast 10 Standard-ASS-Tabletten (500 mg) täglich! Das Pferd würde mit der selben Menge im Regelfall auskommen (bei aber 500 bis 600 kg Körpergewicht!).

Bevor wir aber Gundi mit höheren Ingwerdosen bombardieren, bleibt erst einmal in Ruhe die Verwertung des Ingwers abzuwarten und zu beobachten. Das heisst: Wir würden trotzdem in kleinen Schritten vorgehen, weil - wie oben schon mal erwähnt - die Frage noch zu klären ist, wie der Ingwer in den Vormägen verwertet wird und was der Ingwer dort an Biostoffen zur Verfügung stellen kann. Vielleicht kommt uns eine ähnliche "Verwertung" wie beim Pferd zu Gute, was deutliche Auswirkungen auf die Dosierung hätte.

Aber vor allem: Versuche erst einmal Gundi selber mit ganz wenig Ingwer zu "überreden". Ich bin recht skeptisch, da Gundi auf eine ziemlich kritische Auslese in Sachen pflanzlicher Kost "programmiert" ist. ;-))

Grüsse
Guido



Gesendet: 14:06 - 16.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo Guido,

danke für Deine Bemühungen!

Heute schon ist der Ingwer gekommen - das ging wirklich schnell.

Gioseppa, die Haflingerin hat 1/2 Teel. in einer Handvoll Zucherrübenschnitzel anstandslos vertilgt. Das lässt hoffen.
Die Pferde bekommen übrigens im Winter Heu, Stoh und zu zweit 5 Ltr.(im eingeweichten Zustand) Zuckerrübenschnitzel. Im Sommer, nach seeehr vorsichtigem Anweiden, begrenzten Weidegang und Stroh, so viel sie mögen.
Mineralleckstein und Salzleckstein stehen immer zur Verfügung, werden aber nur ab und zu benutzt.
Das Kotwasser kommt immer mal wieder, ohne erkennbaren Grund, geht auch immer wieder ohne Behandlung.
Gundi versuche ich am Abend den Ingwer zu geben, mal sehen, wie das klappt.
Die Dosierung beim Rind bezog sich auf "analgetisch"
Den TA versuche ich trotzdem noch zu erreichen.

Liebe Grüße
Katja
Gesendet: 11:58 - 19.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

Gundi frisst jetzt 1 Teel. Ingwer ohne Murren in ihrer Schnitzel/Hafer-Ration Das wären doch ca.2 Gramm?!?
Bis jetzt merke ich nicht, dass es ihr besser ginge, aber ich bemerke auch nichts Nachteiliges.
Soll ich die Ingwermenge erhöhen?

Liebe Grüße
Katja
Gesendet: 13:45 - 19.02.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

ich habe den "Rindertierarzt" jetzt erreicht.
ASS gibt er nur selten und ungern beim Rind, weil es eben so hoch dosiert werden muss und da gibt es dann auf Dauer Pansenprobleme. Es gibt beim Rind bessere Lösungen, sagt er.
Rind und Schaf bleibt sich gleich- Wiederkäuer eben.
Mit Ingwer hat er überhaupt keine Erfahrung.

Liebe Grüße
Katja

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