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 Forum Index —› Ich finde nix! —› Schmerzlaute beim Pferd
 


Autor Mitteilung


Gesendet: 09:53 - 08.02.2006 | :: Edit | :: Move | :: Delete | :: Close | :: Re-Open

Hallo im Forum,

in Presse und Literatur hört und liest man doch oft, dass Pferde keinen Schmerzlaut haben. Deshalb ist es so einfach, sie im grossen Sport und im auch im Breitensport zu überfordern.
Meine Frage ist folgende: Wenn ich mit Ihr in der Halle laufe (ich laufe, sie trabt), höre ich manchmal bei ihrem ersten Trabtritt so etwas wie ein gepresstes Ausatmen (beim Menschen würde man sagen leises Stöhnen).
Hat irgend jemand schon ähnliche Beobachtungen gemacht (also nicht Grunzen beim wohligen Wälzen)?
VG
Christine
Gesendet: 11:10 - 08.02.2006 | :: Edit | ::Delete

In vielen anderen Foren würdest Du für diese Äusserung sofort "gesteinigt", Christine, hier kann man nur sagen: "Bravo!" Ab und zu spricht es eine Pferdehalterin tatsächlich an und aus: Ja, es ist erschreckend und haarsträubend, wie tatsächlich immer mehr Pferde für den reibungslosen "Sportgeräte-Einsatz" zurechtgebogen und in "Form" gebracht werden. Ab und an deckt man solches Gebaren ja bekanntlich auch in namhaften Turnierställen bekannter Reitsportstars auf, was diese dort schnell wieder zu dementieren wissen (denn beweisen kann es Niemand so richtig).

Die teilweise unendliche Geduld der Pferde, ihr extrem eingeschränktes Repertoire, Unmut zu zeigen, ihr angeborener Habitus, sich unterzuordnen, ist genau jene Basis, auf der dieser ganze Mißbrauch möglich wird. (So, mit diesem Posting werden erneut 40-50 Forumsbesucher entrüstet zu pferd-aktuell überwechseln ;-))).

In Deinem Fall wage ich mal die Prognose, dass Jemand wie Dir schon auffallen würde, wenn es Deinem Pferd nicht gut ginge. Wer sich wie Du Gedanken über solche Themen macht, hat fast immer auch einen guten Blick für den Zustand seines Pferdes. Mein alter Senior (und dem ging es wirklich mehr als gut!) hatte auch solche Laute auf Lager. Beim Antraben oder gar Angaloppieren schnaufte er auch deutlich hörbar durch, selbst auf Weide und Paddock. Er hatte sich übrigens zahlreiche Laute auch im jahrelangen Schulbetrieb zugelegt, um nach der dritten Stunde mit Anfängern wenigstens ansatzweise zu zeigen, wie ihm das alles auf den Geist ging (ohne dass er nun gar Schmerzen hatte o. ä.)

Grüsse
Guido
Gesendet: 12:11 - 08.02.2006 | :: Edit | ::Delete

Hallo Christine,
das tut ja richtig gut, auch mal über solche Themen zu lesen! Es gibt zwar keinen "Schmerzlaut" für Pferde wie "Au!" bei Menschen (es sei denn, das Pferd hat wirklich extreme Schmerzen, wie von schweren Fleischwunden, dann können Pferde auch laut schreien), aber schon einige sehr deutliche Andeutungen von Unwohlsein: z.B. Zähneknirschen. Das hört man nämlich (fast) ausschließlich bei Pferden, die grob geritten werden, d.h. vor allem mit groben Zügelhilfen. Es ist nicht zu überhören und m.E. ein sehr deutliches Zeichen für Stress oder sogar Schmerzen. Ansonsten kenne ich auch viele Pferde, die hin und wieder mal stöhnen, seufzen o.ä., habe das aber nie in Verband bringen können mit Schmerzen. Pferde die schwer lahm sind z.B. stöhnen deswegen eigentlich nie. Ich würde mich also deswegen nicht unbedingt sorgen machen, wie Guido ja auch schon geschrieben hat.

Generell finde ich Stress beim Reiten fast genauso schlimm wie Schmerzen, weil man bei wirklich erstaunlich vielen Reitern beobachten kann, wie angespannt und unwillig viele Pferde laufen. Und das sind nicht nur Turnierpferde. Man braucht sich ja nur die Reitsport-Kataloge anzuschauen, wieviel Hilfsmittel angeboten werden - d.h. auch verkauft werden, sonst wären sie nicht drin! Und wieviel Pferde in einer Durchschnitt-Dressur-Unterrichtsstunde laufen noch ohne Schlaufzügel? Diese Hilfsmittel sind alle überflüssig, aber wer glaubt das denn schon? Trotzdem habe ich das Gefühl, dass es immer mehr Menschen gibt, die ihre Pferde als Pferde behandeln und nicht als Fahrräder ("muss man ja auch bei jedem Schritt antreiben!").
Ok, das war vielleich etwas ausschweifend und langweilig, musste ich aber mal wieder los werden... :bounce:

Viele Grüße, Idhuna
Gesendet: 14:12 - 08.02.2006 | :: Edit | ::Delete

Hallo Guido, hallo Idhuna,

danke für die schnellen Antworten.
Mein Pferd hat mich nach 11 Jahren Zusammensein natürlich auch schon im Griff. Bestes Beispiel ist das genervte Seufzen, wenn es bei schlechtem Wetter halt wieder mal in die Halle ging zum Reiten.
Viele Grüsse
Christine
Gesendet: 15:42 - 10.09.2007 | :: Edit | ::Delete

Hallo!
Meine hatte, als sie sich im Rücken leicht gezerrt hatte, im Trab nach ein Paar Runden unterm Reiter eine ganz kurze gepresste Atmung. Fast so als könne sie nicht frei atmen. Das macht sie sonst nicht. Durch diese komische Atmung sind wir u.a. auch drauf gekommen, dass ihr im Rücken etwas weh tat. Nachdem die Zerrung abgeklungen ist, trat so eine Atmung bei ihr auch nicht mehr auf. Ich würde also schon sagen, dass Pferde zumindest Schmerzsignale geben können. Stöhnen ist bei meiner kein eindeutiges Signal, da meine sowohl beim Wälzen als auch Äppeln immer in der gleichen Tonlage stöhnt. So hat sie dann auch bei ihrem bisher einzigen arthrotischen Schub (ich Dussel hatte ihr in guter Absicht ein Pfund zuckersüßes Mash gegeben)gestöhnt als ich sie aus der Box geholt habe.
LG
Gesendet: 19:13 - 08.01.2008 | :: Edit | ::Delete

Hallo, ich merke es bei meinem Senior auch, wenn ihm etwas nicht passt, bzw. wenn ihm etwas wehtut. Er atmet anders, stöhnt auch hin und wieder. Ich massiere Opa relativ oft und habe dabei oft das Gefühl als wenn er sich durch Laute verständlich macht. Es sind keine lauten Geräusche, sondern nur ein anderes Atmen oder wohliges Schnauben. Aber natürlich hört man soetwas nur, wenn man sich sehr intensiv mit seinem Pferd beschäftigt und es dadurch sehr gut kennt.
Ich finde gut, dass sich mal jemand traut soetwas auch anzusprechen. Ganz schnell wird man für dumm verkauft, wenn man mit seinem Pferd eine engere Beziehung hat.
Schlawi
Gesendet: 08:43 - 23.02.2010 | :: Edit | ::Delete

hallo,
...ich bin mir sicher, sehr sicher bei meinen Pferd einen Schmerzlaut gehört zu haben.
Mein Pferd hat eine schlimmen Arthroseschub am Sprunggelenk. Beim laufen ist er mit dem kranken Bein weggerutscht. Nicht sonderlich heftig aber immerhin hat er deutlich mit dem Schweif geschlagen.( es ist Winter, also keine Fliegen) und es war ein Quietschlaut zu hören. Es war sehr, sehr leise kam von ganz tief drinnen im Pferdchen. Ich habe dann nachgedacht und die Natur hat das wohl so eingerichtet das eventuelle Raubtiere nicht aufmerksam werden auf ein verletztes Tier.
Dieser Laut hat mich gelehrt meinen Pferdchen noch besser und inniger zu zuhören.

Es treibt mir die Tränen in die Augen, weil dieser Laut so extrem leise und kurz ist, das er beim Reiten oder im Gelände nicht hörbar ist. Das Pferd sich also anders wehren muss und dafür als bösartig abgestempelt wird.

Ich versuche die Sprache meiner Tier zu lesen, die Laute zu zuordnen und verhalte mich entsprechend. Das erfordert sehr viel Zeit und den unabdingbaren Willen, der durch Menschenhand geschundenen Kreatur Pferd ein würdiges Leben zu ermöglichen.

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