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 Forum Index —› Deutschland —› Potsdam und seine historische Mitte
 


Autor Mitteilung
Wissen.de
Novize

Beiträge: 47


Gesendet: 12:07 - 26.05.2003

Ich wollte mal wieder ein neues Thema in den Raum werfen, über das meiner Ansicht nach viel zu wenig gesprochen wird. Ich denke, wir sollten nicht immer nur kritisieren, sondern auch die wenigen Menschen einmal loben und sie in ihrem Weg bestätigen, die sich für die Rückgewinnung der Geschichte in diesem Land einsetzen und die es wahrlich nicht immer leicht haben. Hier sollten wir mal nach Potsdam blicken. ein Bürgermeister, der für den Aufbau des Schlosses und die Rückgewinnung der historischen Mitte kämpft.
Ich denke, wir sollten hier mal alle Informationen zusammentragen. ( Bilder Stadtpläne etc. ) Weiß irgendjemand, wie der Alte Markt bebaut werden soll. Auf einem Plan, der mir zu Verfügung steht, ist das alte Platzgefüge wiederzuerkennen. Wie sollen diese Häuser denn in ihren Fassaden gestaltet werden. Und wie sieht es mit der Garnisonskirche aus. Wir nur der Turm oder auch das Kirchenschiff rekonstruiert. Wie weit sind die Bauarbeiten am Kanal und wie kann Potsdam Kulturhauptstadt werden, Potsdam tritt unter anderem gegen Weimar und Görlitz an.

katarxis
registriert

Beiträge:


 

Gesendet: 12:26 - 26.05.2003

Im Sommer 1996 schlug die Urban Design Task Force des Prince of Wales ein Rekonstruktionsprojekt vor das sehr positiv in der Gemeinde und der Bevölkerung angenommen wurde. Ich wûrde gerne wissen ob die jetztige Gemeindeverantwortlichen dieses Projekt kennen. Das Projekt wurde veröffentlicht und kann bei der Prince's Foundation angefragt werden.

http://luciensteil.tripod.com/katarxis02-1/id44.html

Beste Grüsse
Lucien Steil
Philipp
Mitglied

Beiträge: 168


 

Gesendet: 17:51 - 26.05.2003

@katarxis

Habe dem OB Jakobs Eure tolle Adressenseite bereits gemailt. Habe um eine Reaktion gebeten. Bisher leider ohne Erfolg. Aber ist ja auch erst zwei Wochen her.
Cuypers
Mitglied

Beiträge: 110


 

Gesendet: 20:57 - 26.06.2003

@lucien

Wunderbare Vorschläge haben Sie da auf Ihrer Homepage. Ich hoffe sehnlichts, dass Sie Gehör finden werden. Bei den aktuellen Machthabern,
wie Platzeck, kann man da ja durchaus optimistisch sein. Aber selbst wenn
Sie keinen Erfolg haben sollten, so muss ich Ihnen meinen tiefempfunden Dank zum Ausdruk bringen. Klasse zu sehen, mit welcher Hingabe sich Leute, in ganz Europa(!), um das Stadtbild
von Potsdam kümmern.
Für einen jungen Studenten der im Westen von Deutschland geboren und aufgewachsen ist, sind solche Stadtbilder leider völlig fremd geworden. Aber ich bin mir sicher, dass sich das "Gute" auf Dauer durchsetzen wird. Keine Demokratie der Welt, kann es sich leisten, gegen soviele Bürgerinitativen, Altstadtvereine, Historische Gesellschaften usw. pausenlos vorzugehen und sie zu ignorieren.
Man sieht ja heute schon Fortschritte in der deutschen Architektur, man denke nur an Kollhoff und Patzschke.
Ihre Bauten wären in den 80ern und frühen 90ern niemals genehmigt worden.
Aber ich fürchte der Weg hin zu schöneren Stadtbildern hier in Deutschland, insbesondere für Potsdam, ist ein sehr langer und mühsamer, denn es sich aber auf jeden Fall zu gehen lohnt.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team alles Gute und viel Erfolg.
Sie können "uns" ja über den Stand in Potsdam auf dem laufenden halten.
Ich weiss leider so gut wie garnichts über eventuelle Rekonstruktionsprojekte in Potsdam, mal abgesehen von dem Stadtschloss und der Garnisonskirche. Mich persönlich würden vielmehr Ensemblesrekonstruktionen, Plätze und Bürgerhäuser interessiern, die in den Medien leider keine Beachtung finden. Wurde da schon was nach der Wende rekonstruiert?

Gruß

Cuypers
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 21:29 - 26.06.2003

Hier eines von vielen Rekonstruktions-
projekten in Potsdam.
Es ist die Matrosenstation Kongsnaes,
die in Teilen noch vorhanden ist.


Zitat:
Im Jahre 1890 faßte Wilhelm II. unmittelbar nach einer seiner Nordlandfahrten den Entschluß, den vorgesehenen Bau einer Matrosenstation am Potsdamer Jungfernsee nicht wie geplant neugotisch, sondern "norwegisch" ausführen zu lassen.

Direkt am Ufer nimmt Munthe (Architekt) zunächst den Hauptbau der Station, eine besonders in den Giebelteilen reich verzierte Empfangshalle im norwegischen Drachenstil, in Angriff (1892). Im folgenden Jahr kommt ein Bootshaus für das kaiserliche Dampfschiff "Alexandria" dazu, und 1894/95 folgen Nebengebäude, die dem Vorbild des norwegischen Wohnhauses nachempfunden werden (Werkstatt, Matrosenunterkunft, Wohnhaus des Stationsleiters). Den Namen KONGSNÆS (konge: König, næs: Landzunge) erhält die Station erst 1896. Ein als Zufahrtspforte dienender hölzerner Torbogen wird errichtet, erhält den nordisch stilisierten Namenszug und als Schmuck zwei Drachenköpfe.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges und der Abdankung Wilhelms II. endet die Nutzung KONGSNÆS' als Matrosenstation. Während die Nebengebäude von privaten Mietern bezogen werden, dienen Empfangshalle, Bootshaus und Hafen verschiedenen Wassersportvereinen.
Wassersport

Am Ende des Zweiten Weltkrieges brennen -wahrscheinlich durch Beschuß- die Empfangshalle, das Bootshaus und der Torbogen vollständig nieder, erhalten bleiben die drei Nebengebäude. Das KONGSNÆS-Gelände liegt nun im Grenzverlauf zwischen dem amerikanischen Sektor Berlins und der russischen Besatzungszone. Die im August 1961 errichtete Berliner Mauer führt direkt über die Grundmauern der Empfangshalle. 28 Jahre lang ist das Gelände weder von Berlin noch von Potsdam aus erreichbar.


Nach dem Fall der Mauer 1989 ist KONGSNÆS heute ein Teil der von der UNESCO unter Schutz gestellten Potsdamer Kulturlandschaft. Neben zahlreicher italienischer, englischer, russischer und holländischer Architektur könnte das KONGSNÆS-Gelände mit Ihrer Hilfe nun auch wieder einen skandinavischen Akzent in Potsdam setzen. Tragen Sie dazu bei, daß ein einmaliges Ensemble norwegischer Holzbaukunst in Deutschland wiederersteht, dessen exponierte Lage eine Reihe interessanter Nutzungsmöglichkeiten nahelegt.

Pavillion von Kaiser Wilhelm II.
http://www.kongsnaes.de/pics/ans_005.jpg

Rekonstruierter Torbogen
http://www.kongsnaes.de/pics/010717_torbogen-bruecke.jpg

Weitere Infos hier:
http://www.kongsnaes.de/de/
Primax
registriert

Beiträge: 22


 

Gesendet: 22:07 - 26.06.2003

Zu der Webseite kann ich mir nur vollen Lobes anschließen.
Ich habe mal eine Reportage im ORB gesehen, da hat sich auch Günter Jauch sehr für die Rekonstruktionspläne um die Nikolaikirche herum engagiert. Prominenz kann da manchmal Wunder wirken. Weiterhin viel Erfolg für Potsdam!!
mathias
Senior-Mitglied

Beiträge: 315


 

Gesendet: 14:33 - 27.06.2003

Danke, Oliver, für den Hinweis auf Kongsnaes!
Wieder ist es eine Bürgerinitiative, die sich für schöne Architektur und Rekonstruktion einsetzt...
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 19:44 - 27.06.2003

Ich habe hier einen schönen Artikel
zum Potsdamer Stadtschloss vom 23.06.03
gefunden.
In dem Artikel steht u.a., daß die zum
Otto-Konzern zählende ECE-Gruppe aus
Hamburg das Schloß komplett wieder-
aufbauen und dann an die Landesregierung
vermieten würde.

Mehrheit für Landtags-Schloss
SPD-Fraktionssprecher sieht in seinen Reihen einen Trend zur Zustimmung

Von Hans-Rüdiger Karutz

Potsdam - In der Debatte um den denkbaren Neubau des Landtags in der nachgebauten Kulisse des gesprengten Stadtschlosses neigt sich die Waage zu einem Ja: Die Mehrheit der SPD-Fraktion scheint bereit, nach der Sommerpause für einen Neubau am alten Schlossstandort zu stimmen. Denn: "Ohne eine repräsentative Unterkunft des neuen Landtages für Berlin/Brandenburg gerät Potsdam gegenüber Berlin ins Hintertreffen. Außerdem scheint mehr als fraglich, ob die Brandenburger 2006 für die Länderfusion stimmen, wenn Potsdam nicht Sitz des gemeinsamen Parlaments werden sollte", sagte der Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ingo Decker, dieser Zeitung. Die SPD-Fraktion wisse, dass für eine Sanierung des früheren Reichsarchivs, in dem der brandenburgische Landtag jetzt notdürftig amtiert, rund 60 Millionen Euro aufzubringen wären. Wenn der Neubau die öffentliche Hand nicht teurer käme als die Generalüberholung des ehemaligen SED-"Kreml", werde sich die SPD-Fraktion schwerlich den Argumenten der Befürworter verschließen, meinte Decker.

Wie berichtet, bot die zum Otto-Konzern zählende ECE-Gruppe aus Hamburg während der vergangenen Monate in Geheimgesprächen mit der Brandenburger Politik an, das Schloss auf privater Grundlage wieder aufzubauen und an den Landtag zu vermieten. Dazu müsste die Landesseite rund 40 Millionen Euro für die historisierende Fassade übernehmen und das Grundstück - es gehört der Stadt Potsdam - für den symbolischen Preis von einem Euro überlassen.

Landtagspräsident Herbert Knoblich (SPD), bislang ein ausgesprochener "Schloss-Skeptiker", sprach sich inzwischen ebenfalls für den Knobelsdorff-Bau als Parlamentssitz aus. Er knüpft dies allerdings an die Bedingung etwa gleicher Beteiligungskosten für entweder Neubau oder Sanierung und die Unterbringung sämtlicher Parlamentarier und Mitarbeiter unter einem Dach.

Unterdessen begann die Potsdamer PDS mit der angekündigten repräsentativen Meinungsumfrage über die Ansichten der Hauptstädter zur Zukunft der Stadtmitte: "Die Mitarbeiter des Instituts sind unterwegs", sagt PDS-Stadtchef Hans-Joachim Scharfenberg. Zum Katalog gehört auch die Frage nach der Einstellung zum Wiederaufbau des Schlosses. In dem Gespräch werden mehrere Alternativvorschläge angeboten. Das Ergebnis liegt nach der Sommerpause vor.

In diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse der ersten repräsentativen Umfrage zu dieser Fragestellung im April 1997 aufschlussreich: Forsa erkundete damals die Auffassungen von 1008 repräsentativ ausgewählten Potsdamern. Seinerzeit stimmten 51 Prozent der Befragten gegen einen Wiederaufbau des Schlosses. Kurioser Weise stimmten dabei 55 Prozent der 14- bis 19-Jährigen für den Wiederaufbau, während sich lediglich ein Fünftel der 60- bis 69-Jährigen und 27 Prozent der über 70 Jahre alten Potsdamer für diesen Plan erwärmen konnten.
Paul
registriert

Beiträge:


 

Gesendet: 20:25 - 27.06.2003

@Oliver
Das ist eine schöne Lektüre zum Freitagabend.
Ben
Goldenes Premium-Mitglied

Beiträge: 1337


 

Gesendet: 22:14 - 27.06.2003

Man kann ja mal bei Mette-Marit un Prinz Haakon nachfragen, ob sie etwas dazu beisteuern wollen. Ist ja schließlich "ein Zeichen deutsch-norwegischer Freundschaft" .
War ja klar, dass die PDS mal wieder alles unternimmt, um einen Schloss-Neubau zu verhindern. Hoffentlich soll das dann nicht auch so ein UFO-Landeplatz, wie auf einem anderen Entwurf für einen neuen Landtag...
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 22:28 - 27.06.2003

Du wirst lachen.
Zitat:
Ende 1998 erhält die Projektgruppe vom Berlin-Büro der Kgl. norwegischen Botschaft in Bonn eine finanzielle Unterstützung, die zum Wiederaufbau des Torbogens verwendet werden soll.

Vielleicht stecken ja Haakon und Mette
dahinter.

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