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 Forum Index —› Deutschland —› Jugendstilhaus in Hamburgs City rekonstruiert
 


Autor Mitteilung
Schauinsland
registriert

Beiträge:


Gesendet: 11:05 - 20.05.2003

Neues "Gesicht" am Neuen Wall
Für ein Louis-Vuitton-Geschäft wird eine Jugendstilfassade rekonstruiert.

Von Klaus-Christian Schulze-Schlichtegroll

Am Neuen Wall wird erneut gebaut. Das Haus Nummer 37, über dessen Zukunft nach dem Auszug des Möbelanbieters Behrens viel spekuliert wurde, soll abgerissen und durch einen Neubau mit rekonstruierter Fassade ersetzt werden. Es wird "Louis Vuitton Haus" heißen, weil hier die französische Luxusmarke auf etwa 580 Quadratmetern mit einem "Global Store" auf zwei Ebenen einziehen soll. Das Abendblatt erfuhr jetzt von der DPS, Deutsche Projektsteuerung und -entwicklung GmbH Details über den seit längerem im Blickpunkt stehenden Neubau. Grundeigentümer Ernst Gernod Meie beauftragte das bekannte Hamburger Architektenbüro Bothe Richter Teherani (Europa-Passage, Deichtor-Center, Lofthaus Elbchaussee) mit dem Wiederaufbau.

Nach seiner Fertigstellung Ende 2002 wird das Gebäude ein hochmodernes Büro- und Geschäftshaus mit originalgetreu rekonstruierter Jugendstil-Fassade samt seiner im Krieg zerstörten so genannten Bekrönung sein. Dazu wurden alte Pläne aus der Jahrhundertwende aufgestöbert, die belegen, dass der damalige Bauherr Adolf Münzer sein Gebäude ursprünglich eine Etage höher bauen wollte, als letztendlich realisiert. Dieser Plan kommt jetzt, fast 100 Jahre später, zum Tragen. Grund: Das bisher zwischen den benachbarten Häusern etwas niedrig wirkende Gebäude, passt sich in seiner neuen Höhe von 29 Metern an. Auch zusätzliche Bürofläche geschaffen. Oberhalb der noch von der rekonstruierten Jugendstil-Fassade verkleideten vierten Etage werden drei weitere zum Neuen Wall und zum Fleet verglaste Staffelgeschosse entstehen. Vor dieser Verglasung sollen kupfergrüne Lamellen den Eindruck eines geschlossenen Daches hervorrufen. Sie schützen vor zu starkem Lichteinfall und gewähren dennoch den Blick nach draußen.

Obwohl das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, hat der Bauherr keine Kosten gescheut, um die Jugendstilornamente zu bewahren. Im April 2001 wurde von den Mädchenköpfen und der geschwungenen Pflanzengirlande Silikonabdrücke gemacht. Diese werden zurzeit in Magdeburg von einem Spezialunternehmen in Zement nachgegossen und später wieder angebracht. "Anfang Oktober soll der Abriss des Altbaus beginnen, da die Bausubstanz des nach der Jahrhundertwende errichteten Gebäudes leider nicht erhaltenswert ist", sagt DPS-Geschäftsführer Michael Niessen. "Für die Luxusartikelmarke Louis Vuitton, die hier neben ihrem berühmten Reisegepäck mit ihrer kompletten Prêt-à-Porter-Kollektion einziehen wird, war die liebevolle Fassadengestaltung ein wesentlicher Anstoß für die langfristige Anmietung", sagt Deutschland- Geschäftsführerin Gabriella Schnitzler.



Berlin, schau auf Hamburg!

Da der Artikel schon älter ist, dürfte das Haus bereits fertiggestellt sein. Auch hier nochmal die Frage: kommt jemand von euch aus Hamburg und könnte Bilder liefern?
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 13:06 - 20.05.2003

Zitat:
Für die Luxusartikelmarke Louis Vuitton, die hier neben ihrem berühmten Reisegepäck mit ihrer kompletten Prêt-à-Porter-Kollektion einziehen wird, war die liebevolle Fassadengestaltung ein wesentlicher Anstoß für die langfristige Anmietung

sage noch einer, aufwendig zu bauen rentiere sich nicht!

oliver ist doch aus hamburg, der weiß vielleicht mehr.
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 13:11 - 20.05.2003

Hallo Leute,
ich habe leider keine Fotokamera,
sonst würde ich Euch ein paar Bilder
machen.
Mal sehen, vielleicht schaue ich mir
das Ding heute nachmittag mal an.
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 16:25 - 20.05.2003

Habe mir gerade das Haus angesehen.
Es wird zwar erst im Sommer 2003 fertig
sein, aber man kann schon die Fassade
"bewundern".
Leider wird wiedermal sehr viel Glas
benutzt. Schätzungsweise 85 % der
Fassade besteht aus Glas. Der Rest hat
was von Jugendstil. Man muss sich das
Teil ähnlich wie den Neubau des Hauses
zur Berolina in Berlin vorstellen.
Hier ein Link zum Haus Berolina:
http://www.internetboom.de/freeboard/board/show_thread.php?topic=49414&userid=3224&forumid=16288
mathias
Senior-Mitglied

Beiträge: 315


 

Gesendet: 19:09 - 20.05.2003

Eigentlich geht es hier doch eher um den Abriss eines Jugendstilhauses als um eine Rekonstruktion!
Weil die "Bausubstanz nicht erhaltenswert" sei wird ein Haus abgerissen. Ob das wirklich nötig ist, ist nicht zu lesen. Vor dem Abriss werden Abgüsse von Fassadenornamenten gemacht für Nachgüsse in Beton. Wenigstens wird die Fassade wieder hergestellt.

Erhaltung sollte vorranging bleiben gegenüber Abriss und anschließender Fassadenkopie!
Schauinsland
registriert

Beiträge:


 

Gesendet: 19:20 - 20.05.2003

das stimmt, aber wie wäre man anderswo vorgegangen? Sicher hätte man schnell nen biederen Neubau hochgezogen und sich nicht die Mühe gemacht, das Äußere wieder genauso herzustellen. Vielleicht war der Altbau wirklich so marode daß keine andere Alternative blieb(?)
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 19:35 - 20.05.2003

schade, schade.
85% glas können (in einer häuserzeile)gar nicht gut aussehen.
mathias
Senior-Mitglied

Beiträge: 315


 

Gesendet: 19:45 - 20.05.2003

Wenn die Bausubstanz wirklich marode ist, dann ist die Rekonstruktion der Fassade natürlich erfreulich.
Leider aber ist es gar nicht so selten, dass Altbauten abgerissen werden um Geschäfts- und Bürohäusern Platz zu machen und um mehr Akzeptanz in der Bevölkerung zu bekommen werden den Neubauten dann mehr oder weniger gelungene rekonstruierte Fassaden vorgeblendet.

In Heidelberg wurde z. B. in den achtziger Jahren ein Altstadtquartier fast komplett abgerissen für einen Neubaukomplex mit Geschäfts-, Büro-, Wohnbauten und Hallenbad (Darmstädter-Hof-Centrum). Weil die Bevölkerung über den Abriss empört war, wurden Fassadenrekonstruktionen vorgeblendet. Allerdings sind die klassizistischen Fenstergewände und Balkons jetzt stark vergröbert und aus Beton...
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 20:03 - 20.05.2003

Vielleicht sollte ich Euch noch sagen,
dass die allermeisten Gebäude in der
Umgebung von dem "Haus Nr. 37" nur
"Beton"-Fassaden haben. Etwa so wie das
"Allianz"-Gebäude, was demnächst an
der Binnenalster gesprengt wird.

Hier ein Bild von dem Betonklotz.
Dort ist übrigens auch der "alte"
Zustand des Gebäudes dargestellt.
Früher war es doch viel viel besser.
Aber seht selbst. Die beiden Bilder
ganz unten !

http://www.bildarchiv-hamburg.de/hamburg/strassen/ballindamm/index2.htm
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 20:07 - 20.05.2003

was wird denn statt dem allianz-gebäude gebaut werden?
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 20:12 - 20.05.2003

Hallo Antiquitus,
schon vergessen ?
Da kommt doch die Europa-Passage hin !
Du musst Dir das so vorstellen.
Bald kann man von dem Jungfernstieg
schräg in die Mönckebergstraße blicken.
Oder umgekehrt von der Mönckebergstr.
direkt auf die Binnenalster mit dem
Jungfernstieg. Das was gesprengt wird
ist sowieso alles "Beton".

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