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 Forum Index —› Deutschland —› Wiederaufbau Frauenkirche zu Dresden
 


Autor Mitteilung
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 13:10 - 01.07.2004

oliver,
die bilder scheinen mir stark nachbearbeitet zu sein, aber das ist ja legitim.

so wunderschön die kirche auch ist, findet ihr eigentlich nicht auch, dass die laterne zu groß ist/war?
Ben
Goldenes Premium-Mitglied

Beiträge: 1337


 

Gesendet: 13:25 - 01.07.2004

Naja, etwa vielleicht...SO konnte man bestimmt die Wirkung/Sichtbarkeit des Kreuzes erhöhen, ohne, dass die Kuppel höher gebaut werden musste, was damals vielleicht noch nicht ging...
Christian
Mitglied

Beiträge: 114


 

Gesendet: 15:42 - 01.07.2004

Also, die Fotos sind nicht nachbereitet, sie sind bestenfalls gut fotografiert. Wenn das Wetter schön ist und man die Elbmeile fotografiert ist sie halt auf brilliante Weise schön und aus der richtigen Perspektive ist die Dresdner Innenstadt auch völlig hochhausfrei.

zur Laterne:
zu hoch finde ich die Laterne erst einmal nicht. Aber ich musste mich ersteinmal daran gewöhnen, dass sie direkt auf die Kuppel aufgesetzt ist. Normalerweise erwarte ich einen Abschluss der Kuppel durch bspw. einen (begehbaren) Kranz und keine Auflösung der Kuppel in die Laterne. Aber es wird abzuwarten sein, wie das Gesamtergebnis letztlich zu bewerten sein wird: Da die Frauenkirche im Moment noch völlig durch das Gerüst entstellt wird und man historischen Fotos und Entwurfszeichnungen nicht mit dem Eindruck, den man gewinnt, wenn man davorsteht, gleichsetzen kann.

Booni
Mitglied

Beiträge: 190


 

Gesendet: 19:31 - 01.07.2004

Zu groß? Naja... klein ist die Laterne nicht aber ich finde, es steht uns nicht zu an den uralten Plänen der barocken Baukunst noch zu kritisieren. So ästhetisch baut heute keiner mehr.

Wieso heißt das Teil eigentlich Laterne? Brennt da nachts ein großes Feuer drin?
Ein_Hannoveraner
Stammgast

Beiträge: 65


 

Gesendet: 00:43 - 02.07.2004

Nein, da brennt kein Feuer drin. Zur Adventszeit wird wohl aber ein riesiger Herrnhuter Stern darin aufgehängt und beleuchtet. Die Laterne überdeckte bei Kuppelbauten zunächst immer eine Öffnung, die der Beleuchtung des Innenraumes dient. Das Pantheon in Rom hat keine Laterne, sondern nur ein Loch. Da regnets dann rein. Zum Glück regnet es in Rom nicht so oft wie in Deutschland. Natürlich reicht eine Öffnung in einem Kuppelscheitel niicht zur vollständigen Belichtung des Innenraumes aus, aber die Höhenwirkung wird gesteigert und der Blick zum höchsten Punkt, zum "göttlichen", gerichtet. Barocke Kirchenbaukunst war nichts anderes als eine riesige Theaterinszenierung, in der mit Licht "gespielt" wurde.
(Frei nach Baugeschichts-Vorlesung, Architektur/Uni Hannover)
Booni
Mitglied

Beiträge: 190


 

Gesendet: 01:08 - 02.07.2004

Hat die neue Frauenkirche denn auch oben noch 'ne Öffnung oder ist die Kuppel geschlossen?
Ein_Hannoveraner
Stammgast

Beiträge: 65


 

Gesendet: 00:16 - 03.07.2004

sowohl die Innenkuppel, die Hauptkuppel und der Boden der Aussichtsplattform haben kreisrunde Öffnungen. Theoretisch wär es möglich, ein Lot (eine Schnur mit einem Gewicht dran) von der Unterseite der Holzkonstruktion der Turmhaube bis zum Kirchenfussboden herunter zu lassen. Allerdings werden die Öffnungen heute aus Sicherheits- und Wärmeschutzgründen mit Glas geschlossen.
Mamischmanadi
Novize

Beiträge: 41


 

Gesendet: 14:22 - 19.07.2004

Endlich ist der Wiederaufbau vollendet! Man sieht wie sehr die alten Fotos einen täuschten. Denn die neue Frauenkirche wirkt durch die Farbfotos ganz anders! Die Kuppel scheint ja kleiner zu sein als ich dachte.

[Link zum eingefügten Bild]

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Hier noch ein interessanter Artikel:


Schauen wie der alte Goethe
Aussichtsplattform vor Vollendung / Eröffnung Ende 2004, Anfang 2005 / Eintritt zwischen fünf und acht Euro

Von Reinhard Delau

Wind und ein weiter Blick auf die Stadt, auf den Fluss, auf die Höhenzüge. Dresdens neueste Attraktion ist nahezu vollendet: die Aussichtsplattform der Frauenkirche über der Steinernen Glocke. Wie einst der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe kann man bald schauen. Eine Vorabbesichtigung der Plattform hat durch die Bauaufsicht stattgefunden. Spätestens Anfang nächsten Jahres soll die Plattform die ersten Besucher aufnehmen. Die Stiftung Frauenkirche benötigt Geld, um die Betriebskosten der fertig gestellten Kirche zu decken. Die Plattform soll dazu beitragen. Projektleiter Karl-Heinz Schützhold von Ipro, dem Hauptplaner der Frauenkirche: „Der Bauherr wünschte eine Nutzung der Plattform vor der Kirchweihe im Oktober 2005. Wir haben dann den Termin Ende 2004, Anfang 2005 für möglich gehalten. Jetzt stehen wir unter Termindruck. Aber das war all die zurückliegenden Jahre so.“

Zur Plattform gelangt man mit dem Aufzug, einer Zugabe zu Bährs wiederaufgebauter Kirche. Dann geht es zwischen den beiden Kuppelschalen hinauf, der äußeren und der inneren. Die Bodenplatten des spiralförmigen Aufgangs sind verlegt, der Gang ist geweißt.

Sandfarbene Balustrade aus frischem Stein

Großartige Einsichten in die Hauptkuppel tun sich auf. Altrosa und Gelb leuchtet. Licht fließt durch die hohen und ovalen Fenster und füllt den Kuppelraum. Eine schwere Holztür ist zu öffnen, ehe man die Plattform betritt. Eine kreisrunde sandfarbene Balustrade umgibt sie. Der Stein ist so frisch, dass er duftet. Zwei Dachklempner von der Firma Döschner hocken auf dem Boden. Stefan Hoffmann: „Der Boden wird mit Edelstahlblech bedeckt. Darauf kommt ein Gitterrost aus Holz. Das war’s dann.“ Seit 1992 hat die Dresdner Firma Döschner gemeinsam mit dem Arbeitsgemeinschaftspartner Böhme aus Klotzsche die Blei- und Kupferarbeiten an der Kirchfassade ausgeführt.

Eine Aussichtsplattform für Besucher hatte der Erbauer des Gotteshauses, George Bähr, nicht vorgesehen. Der Ratszimmermeister hatte einen steinernen Obelisken auf die Kuppel setzen wollen. Ihn auszuführen, war ihm nicht vergönnt. Bähr starb 1738. Ähnlich wie zur Gemäldegalerie erhielten ausgewählte Personen zur Kuppel Zutritt. Zu ihnen gehörte der junge Johann Wolfgang von Goethe. Als Student in Leipzig besuchte er als 18-Jähriger Dresden und bestieg 1768 das erste Mal die Kuppel. Seit der preußischen Beschießung der Stadt 1760 waren acht Jahre vergangen. In den Straßen befanden sich Ruinen. Von der Kuppel sah der angehende Dichter, der an der „Laune des Verliebten“ schrieb, „die leidigen Trümmer zwischen die schöne städtische Ordnung hineingesät“. Der Küster sagte ihm: „Das hat der Feind gethan!“

Die Aussichtsplattform befindet sich in 66,5 Meter Höhe. „Wesentliche konstruktive Veränderungen an der Geometrie und der Konstruktion des Steinbaus machten sich nicht notwendig“, so der Architekt Uwe Kind. Ein Blick zur Laterne beruhigt all jene, die äußerliche Veränderungen am Gotteshaus befürchtet hatten. Der Zugang und Abgang musste im Inneren so gelegt werden, dass sich die Besucher nicht gegenseitig behindern. Daher entschieden sich die Planer bei aller Enge für einen Zu- und einen Abgang. Kind: „Solche getrennten Verkehrswege gab es in der Bährschen Kirche nicht.“

Es bot sich an, vom oberen Teil der Wendelrampe eine zusätzliche Treppe zum Laternenhals und von da ab eine zweite Wendeltreppe zur Laternenplattform einzubauen. Die Besucher werden so zur Plattform geführt, dass sie die Gottesdienste im Kirchraum nicht stören.

Wunsch: Schlangen wie am Dom in Florenz

An die Plattform werden große Erwartungen geknüpft. Die Optimisten meinen: Es könnten 1 500 bis 2 000 Besucher pro Tag hinauf eilen. Und sie wünschen sich Schlangen vor dem Eingang, wie am Dom in Florenz. Das freilich ist eine theoretische Möglichkeit. Finanzdirektor Karl-Heinz Wissenbach gibt sich zurückhaltend. Er rechnet mit etwa 200 000 Besuchern pro Jahr. Das Eintrittsgeld wird zwischen fünf (ermäßigt) und acht Euro betragen. Davon gehen Kosten ab. Wenn am Ende pro Jahr eine Million Euro in die Kassen der Stiftung fließen würden, wäre das ein wahrer Geldsegen.


(Sächsische Zeitung Samstag, 17. Juli 2004)

PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 13:37 - 24.07.2004

MEINE GÜTE IST DAS EINE SCHÖNE KIRCHE!
PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 13:46 - 24.07.2004

PS:
Weder die Laterne ist zu groß, noch die Kuppel ist zu klein!! UNFUG! Diese Kirche ist ein Traum.

Denkt daran: Die Ruine sollte damals gesprengt werden, und Löffler und Nadler hatten das, was bei der Sophienkirche leider nicht gelang, hier wie durch ein Wunder geschafft: Sie haben die Sprengung verhindert und die Ruine vor den Gangstern des SED-Regimes gerettet. Man hätte sie natürlich auch dann rekonstruieren können, aber es wäre ungleich schwerer
gewesen.

Tut mir einen Gefallen, und macht das, was angemessen ist:

FREUT EUCH ÜBER DIESES RIESENGLÜCK FÜR DIE STADT DRESDEN; UND FÜR UNSER GANZES LAND. DIE FRAUENKIRCHE IST NACH 60 JAHREN WIEDER DA.

Diese Kirche ist ohne Übertreibung eine der schönsten Barockkirchen der Welt. Und wir haben sie wieder. Ich finde dieses Glück unglaublich.

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