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 Forum Index —› Deutschland —› Wiederaufbau Frauenkirche zu Dresden
 


Autor Mitteilung
Anonymous


Gesendet: 14:48 - 11.04.2003

Konstruktion verschwindet unter Last der Steine
Hauptkuppel erreicht 55 Meter/ Arbeiter blicken besorgt in die Zukunft
Von Reinhard Delau



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Das Lehrgerüst, die schöne, grafisch wirkende Konstruktion aus Holzlatten, Streben und Stahlverstärkung, verschwindet zunehmend unter Steinen. Foto: Füssel





Unter dem Wetterschutzdach der Frauenkirche wird es eng. Die lichte Höhe schrumpft, die Arbeitsbedingungen werden komplizierter, die Arbeitsbühne wird schmaler. Das Lehrgerüst, diese schöne grafisch wirkende Konstruktion aus Holzlatten, Streben und Stahlverstärkung, verschwindet zunehmend unter der Last der Steine. Letzte Anblicke, die es so nie mehr geben wird. Dessen sind sich die Männer bewusst.

Dennoch freut dies die Erbauer des Gotteshauses. Vorarbeiter Stefan Richter, zweite Schicht: „Bald werden wir unsere Köpfe einziehen müssen.“ Und Oberbauleiter Holger Löwe, Walter Bau AG: „Wir fahren ein komprimiertes Bauprogramm. Von allen werden Meisterleistungen erwartet, der logistische Aufwand muss präzise funktionieren, bis zur Anlieferung des letzten Steins.“ Im Juli will er die Hauptkuppel im Rohbau fertig haben. Löwe sitzt gelassen auf dem Drehstuhl, während es draußen dunkel wird. Vor dem Fenster leuchtet schräg oben honiggelbes Licht hinter der Wetterschutzplane vor schiefergrauem Himmel.

George Bährs steinerne Kuppel, um die der Ratszimmermeister bis zu seinem Tode 1738 gekämpft und sich schließlich mit seiner Kirche „ganz aus Stein“ durchgesetzt hat, wächst in schnellem Tempo. Am 31. Juli will das Aufbauteam feiern. Sie haben Grund dazu. Die Warnungen, dass mit dem Kuppelanlauf und der Hauptkuppel die schwierigste Bauphase des Wiederaufbaus des Gotteshauses beginnt, hat sich bestätigt. Über Wochen haben die Bauleute immer wieder an der Grenze ihres Leistungsvermögens gearbeitet. Löwe: „Wir alle mussten uns fast täglich etwas Neues einfallen lassen. Und dies unter ständigem Termindruck.“

Es darf festgehalten werden: „Das Gotteshaus hat eine Höhe von 55 Metern erreicht. Jetzt sind sie über den Berg“, sagen die Dietrich-Leute unter der Kuppel. Die Hälfte der Kirchenhöhe ist überschritten, die 42. Schicht in der Fassade begonnen. Bis zur Vollendung der „Steinernen Glocke“ fehlen noch sieben Meter. Die letzten Steine auf der Höhe der ovalen Fenster im Kuppelschwung sind versetzt. Und – was völlig verborgen bleibt – die Spitzen von zwei Treppentürmen – noch „ohne Rauch“ – sind ausgeführt. Die nächsten beiden folgen.

Es rührt schon an, die beiden Schalen der Hauptkuppel zu sehen. Dünn, ja filigran ist die innere, nur 25 Zentimeter stark. „Sie wirkt wie ein lanzenförmiges Blatt“ sagt einer. Sind da Poeten am Werk? „Dieser leichte Schwung“, sagt Stefan Richter. „Keine Schicht gleicht exakt der anderen.“ Die äußere Schale, die Wind und Wetter ausgesetzt sein wird, ist kräftiger, 1,20 Meter dick. Und zwischen den Schalen liegt der schmale Weg, der sich zur Aussichtsplattform windet.

Glück des Baufortschritts und ungewisse Aussichten

Nach dem Abschluss der Hauptkuppel im Juni wird sich die Masse der zu versetzenden Steine stark verringern. Danach werden weniger Bauarbeiter in der Kirche tätig sein. Bei aller Begeisterung, die die Männer trägt, kommen bereits die ersten Sorgen auf: Was wird dann? Bei dieser Bauflaute, wo wird es Arbeit geben? So vermischt sich das Glück des Baufortschritts mit ungewissen Aussichten.

Das Innere der Kirche ist vollständig eingerüstet. Trockenbauer verkleiden die Emporenbrüstungen, größere Wandflächen schimmern weiß. Die Arbeit am Altarbild ist vorerst wieder unterbrochen. Nun gilt es, die letzten Entscheidungen für die endgültige Gestaltung des gesamten Altarraumes zu treffen.

2005 im Juni soll die Frauenkirche vollendet sein. Die Zeit läuft immer schneller, meinen die Erbauer. Bis dahin sind es etwa nur noch 27 Monate.

Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 17:11 - 11.04.2003

Zitat:
Letzte Anblicke, die es so nie mehr geben wird.

genau diesen anblick wird es wohl nie wieder geben.
aber wer weiß, vielleicht einmal einen ähnlichen... vielleicht bauen wir ja irgendwann in deutschland nochmals eine riesige steinkuppel, vielleicht wagt sich in 10,20,30 jahren mal wieder ein architekt an eine solche leistung...

Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 16:20 - 13.04.2003

Es ist wirklich schön, jetzt auch
quasi live mitanzusehen, wie die
Frauenkirche wiederaufgebaut wird !
Leider habe ich aber noch nichts
wirklich auf dem Bild sehen können.
Es scheint fast so, dass sich das
Bild gar nicht verändert.
Oder ist irgendjemanden schon was
Neues aufgefallen ?

Wird der Innenraum eigentlich auch
wieder originalgetreu rekonstuiert ?
Gibt es Bilder ?
Anonymous


 

Gesendet: 21:15 - 13.04.2003

Ja auch innen wird die Frauenkirche rekonstruiert! Nur der Altar soll mehr oder weniger Narben( noch in der Diskussion) der Zerstörung zeigen. Ansonsten wird die Kirche innen wieder so aussehen wie vor der Zerstörung. Das wird ein beeindruckendes Raumerlebnis!!!!!!

Hier einige Außen un Innenaufnahmen:

[Link zum eingefügten Bild]Altes und neues Mauerwerk
Westseite im Abendlicht



[Link zum eingefügten Bild]Frauenkirche am 07. Februar 2003 - Die Frauenkirche von Osten gesehen. Leider ist durch technisch bedingte Abläufe das Gerüst auf dieser Seite noch nicht abgenommen, so daß die Integration von vorhandener Bausubstanz des stehengebliebenen Chores im neuen Mauerwerk noch nicht ablesbar ist.

Wieviel schwieriger wäre ein Wiederaufbau dieser beiden Gebäude (Frauenkirche und Coselpalais) gewesen, wenn sich nicht Dresdner Denkmalpfleger zu Ostzeiten sehr stark für die Erhaltung der letzten Ruinenteile engagiert hätten!
Zur Disposition eines Abrisses standen die kläglichen Reste der beiden Torhäuser vom Coselpalais ebenso wie die Stümpfe der Frauenkirche.

Gut sichtbar auch am oberen Gerüst: die Einhausungen der Treppentürme mit ihren ehemals verspielten Spitzen, die derzeit ebenso rekonstruiert werden.




[Link zum eingefügten Bild]


[Link zum eingefügten Bild]Vorstandsvorsitzender Herr Reimann vor einer Probeachse
in der Innenkuppel neben der fertig gestellten Johannesfigur




[Link zum eingefügten Bild]Stuck und Malerarbeiten in der Innenkuppel/Juli 02(Quelle: MDR)


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These photos were taken by Dr. Guenter Voigt in Dresden on Sept. 30, 2002

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ich hoffe ich konnte weiterhelfen!?


http://www.frauenkirche.org
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 21:57 - 13.04.2003

Ja, wirklich sehr schön.
Echt beeindruckend, dass Architekten,
Künstler und Maler noch immer so
ein Kunstwerk bauen können.
Haben die Architekten doch nicht
alles verlernt.

Dann kann man ja noch hoffen !
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 22:44 - 13.04.2003

danke für die bilder!

ja, das wird sehr, sehr schön. ich freue mich schon auf die eröffnung!

die kirche war ja ziemlich farbig und hell. bin mal gespannt, wie es nachher wirkt. mir ist es vielleicht etwas zu bunt.
mathias
Senior-Mitglied

Beiträge: 315


 

Gesendet: 01:41 - 14.04.2003

Was jetzt im Innern bereits ausgemalt ist, ist erst eine Probeachse. Die ursprüngliche Farbigkeit kennt man wegen mehrfacher Übermalung nicht mehr so ganz genau. Aus der Entfernung wirken die kräftigen Farben in der Kuppel aber wesentliche gedämpfter.
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 18:35 - 14.04.2003

welchen stand der mehrfachen übermalung rekonstruiert man denn jetzt eigentlich?
mathias
Senior-Mitglied

Beiträge: 315


 

Gesendet: 19:22 - 14.04.2003

In den dreißiger Jahren gab es, soweit ich weiß, eine rekonstruierte Farbfassung, die jetzt als Grundlage für die Innenbemalung dient. Einzelheiten sind übrigens heftig umstritten, z. B. Verwendung von Acrylfarbe oder auch Neonstrahler zur Beleuchtung der Emporen!
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 19:28 - 14.04.2003

iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih, neonstrahler!

das ist ja völlig unhistorisch! und jeder weiß doch, was neonlampen für ein kaltes, steriles licht schaffen.
mathias
Senior-Mitglied

Beiträge: 315


 

Gesendet: 19:37 - 14.04.2003

Sehe ich genauso!

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