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 Forum Index —› Architektur allgemein —› Gravierende Umgestaltungen von Fassaden
 


Autor Mitteilung
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


Gesendet: 06:04 - 21.08.2004

Ein Beispiel aus Stuttgart

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Dasselbe Gebäude heute
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Der Wilhelmsbau, ein Geschäftshaus von 1909. 1952 wurde die Fassade tiefgreifend verändert. Der bildhauerische Jugendstil-Schmuck und das Steildach wurden entfernt, die Fassade mit Muschelkalkplatten verkleidet. Damit wurde der Charakter des Gebäudes radikal verändert. Heute gehen die Passanten achtlos an dem Gebäude vorüber, die Wertschätzung fehlt, weil alles beseitigt wurde was äußerlich dazu beitragen könnte.
Ein Ziel bei der Aufwertung von Innenstädten könnte darin liegen, zunächst einmal eine Wiederherstellung von Fassaden solch bestehender Gebäude vorzunehmen, von der alle Seiten nur profitieren können und die auch realisierbar ist wie man sieht.
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


 

Gesendet: 06:10 - 21.08.2004

Ein Beispiel aus Köln

Hotel und Restaurant "Kölner Hof"

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Einstiger Zustand

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Nachkriegszustand mit noch teilweise vorhandenem Fassadenschmuck und einem Abschnitt der ursprünglichen Sockelzone

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Zustand nach der abgeschlossenen "Umgestaltung"

Bildquelle:http://www.bildindex.de
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


 

Gesendet: 08:44 - 21.08.2004

Ein Beispiel aus Berlin

Das Gebäude "Zum Hausvoigt" am Hausvogteiplatz, erbaut 1889

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Vor 1920

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Nach ersten Veränderungen durch Entstuckung und "Versachlichung" von Giebel und Fassade, nach 1920

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Heutiger Zustand nach stark vereinfachter Instandsetzung 1955(es gibt leider kein besseres Bild im Netz, kein Wunder, wer sollte davon auch noch ein Foto machen).

Bildquelle:http://www.bildindex.de
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 11:13 - 21.08.2004

dirk, kann dir gerne mal eines machen. ;)
Booni
Mitglied

Beiträge: 190


 

Gesendet: 12:34 - 21.08.2004

Steht der Kölner Hof überhaupt noch?

Bei einem Hotel bei uns im Dorf hat man damals im Erdgeschoss allen Stuck entfernt und das Mauerwerk grün glasiert bzw. entfernt und grün aufgemauert (weiß das nicht so genau). Nachdem es Jahrzehnte lang so übel aussah hat es ein neuer Besitzer gekauft und in den Vorkriegszustand versetzt, ein damals zugemauertes Fenster wurde als Fassadenmalerie aufgemalt mit 2 Personen, die dort herausschauen - sieht täuschend echt aus. Einziges Manko: Die Gebäudeecken waren mit so weißen großen Steinen verziert, diese sind jetzt aus Plastik. Sieht aber echt gut wieder aus.
campus solis
Novize

Beiträge: 26


 

Gesendet: 15:53 - 21.08.2004

das gebäude am hausvogteiplatz sieht aber heute immernoch schöner aus als der plattenbau (ddr presse- und informationszentrum) im hintergrund.

vor 1920 sah es schon überaus prächtig aus; heute fehlen solche gebäude einfach im berliner stadtbild;
bei geschäftshäusern, die ja meist keinen hohen künstlerischen rang haben, wurde meist auf eine originalgetreue reko verzichtet (sofern sie nicht gleich ganz abgerissen wurden).
eine stadt besteht aber nunmal aus 99% wohn- und geschäftshäusern, nur 1% sind kunsthistorisch wertvolle bauten...
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


 

Gesendet: 01:10 - 22.08.2004

"Steht der Kölner Hof überhaupt noch?"

Gute Frage, kann gut sein daß er mittlerweile ganz abgerissen wurde. Vielleicht weiß jemand aus Köln näheres?
Die Liste der Beispiele darf gerne fortgesetzt werden.
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


 

Gesendet: 01:41 - 22.08.2004

Ein weiteres Beispiel aus Berlin:

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Einst war das Kaufhaus Maassen an der Oranienstraße Deutschlands „größtes Spezialhaus für Damenbekleidung“.1904 hatte der jüdische Textilkaufmann Maassen an der Westecke des Oranienplatzes das fünfgeschossige Gebäude mit Innenhof durch die Architekten Breslauer & Salinger errichten lassen.
Im Krieg war das Eckhaus schwer beschädigt worden. Das frühere Kaufhaus wurde 1951 als schmuckloser Zweckbau wieder hergestellt. Das „Entstuckungsprogramm“ des Berliner Senates raubte dem alten Bau nach Einschätzung der Architektin Antje Petersen, die den aktuellen Ausbau leitet, den letzten Rest des früheren Charmes.

"Der Steueranwalt und Rennpferdbesitzer Dietrich von Boetticher hat das Gebäude erworben. Neun Mio. Euro investiert er in die Sanierung.
Das Architektenbüro Müller Reimann, bekannt durch die Glaskonstruktion des Auswärtigen Amtes in Berlin, übernahm den Ausbau nach historischem Vorbild."

Sanierung nach historischem Vorbild? Wohl kaum.
Es wird doch lediglich ein Zustand konserviert, den es eigentlich zu korrigieren gegolten hätte.
Ben
Goldenes Premium-Mitglied

Beiträge: 1337


 

Gesendet: 02:05 - 22.08.2004

Naja, so auf dem Bild (ohne es zu vergleichen!) sieht es eigetnlich ganz nett aus...

Ist das der Zustand nach der Sanierung? Im Grunde fehlen ja nur die ganzen Giebel über den Fenstern und das Portal (von Kleinigkeiten Mal abgesehen). Das dürfte doch nicht so schwer sein! Besonders schade ist es glaube ich um das Portal, oder?
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


 

Gesendet: 23:08 - 14.09.2004

Ein Beispiel aus München:

Imperial-Haus/Pinihaus am Karlsplatz

Erbaut 1879, ursprünglich als Wohngebäude, später Nutzung u.a. als Warenhaus und Kino

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Um die Jahrhundertwende, rechts im Bild das Hotel Bellevue, später Königshof, das
sich auch heute noch am selben Standort befindet.

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Anfang der Sechziger Jahre, nach ersten Umbauten und Aufstockung sowie Anbringung von
Werbefeldern anstelle der Balkons.

[Link zum eingefügten Bild]
Nach kürzlich erfolgtem letztem Umbau (Illig&Partner) und Hotelnutzung.

Auch hier wieder statt Rekonstruktion von originaler Fassade und Dachgestalt die Konservierung der Nachkriegsveränderungen, die Formen begradigt, jeglicher Bauschmuck bleibt entfernt, die Reklamebänder dagegen erhalten. Durch eine Wiederherstellung des dokumentierten Urspungszustandes hätte eines der schönsten Hotels Münchens entstehen können, diese Möglichkeit hat man leider vergeben.

http://www.imperial-haus.de/
Schloßgespenst
Mitglied

Beiträge: 106


 

Gesendet: 11:08 - 15.09.2004

Ein Beispiel aus Wiesbaden:
Das Neue Rathaus vor dem Krieg
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...und heute

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Trost: Die Rückseite ist original erhalten.

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Bildquelle:http://www.wisibada.com/

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