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Autor Mitteilung
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 14:02 - 28.07.2003

Genug Platz für gemeinsamen Landtag
Neues Gutachten zum Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses - Weitere Investoren zeigen Interesse
von Katrin Schoelkopf

Potsdam - Zum Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses als Sitz des Landtages soll nach Angaben von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) noch in diesem Jahr - aber nicht vor Herbst - eine Entscheidung fallen. Nach wie vor sei die ECE-Gruppe des Hamburger Otto-Konzerns an der Finanzierung interessiert, sagt Jakobs. Es gebe aber noch weitere Investoren. Jakobs ist zuversichtlich, dass Potsdam zum Zeitpunkt der möglichen Fusion von Berlin und Brandenburg 2009 mit dem wieder aufgebauten Schloss einen attraktiven Landtagssitz vorweisen kann.


Eine Hürde auf dem Weg dorthin hat die Stadt inzwischen genommen. Einwände von Brandenburgs Landtagspräsident Herbert Knoblich (SPD), ein wieder aufgebautes Schloss böte zu wenig Raum für alle Landtagsfunktionen, sind Jakobs zufolge entkräftet. Das entsprechende Gutachten wurde allerdings bislang nur dem Landtagspräsidenten sowie dem Direktor des Landtages, Detlef Voigt, vorgestellt.


Nach Informationen der WELT belegt die Untersuchung des Berliner Architekturbüros Rave in drei Varianten, dass die von Knoblich für einen Berlin-Brandenburger Landtag geforderten 25 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche im Schloss unterzubringen sind. Damit verbundene bauliche Veränderungen wie zum Beispiel die Aufstockung oder Verbreiterung der Schloss-Seitenflügel sollen bis Ende August erörtert werden.


Das Gutachten basiert Jakobs zufolge auf den zwei Jahre alten Planungen des Architekten und Mitglieds des Beirats Potsdamer Mitte, Günther Vandenhertz. Dieses sieht die Beibehaltung der Kubatur des Schlosses, Rekonstruktion der historischen Schlossfassade, einen modernen Zweckbau im Innern mit Plenarsaal im Hof, Abgeordnetenbüros und einen 800 Quadratmeter großen Festsaal vor, der sowohl vom Land als auch von der Stadt genutzt werden kann.


Ungeklärt sind derzeit noch die Fragen der Kostenermittlung für jede einzelne Variante des Gutachtens sowie die Unterbringung der Parkplätze. Bislang war von Seiten des Potsdamer Beirats von 105 Millionen Euro für den Schloss-Wiederaufbau die Rede, im Zusammenhang mit den Plänen der ECE-Gruppe dagegen von 160 bis 180 Millionen Euro, wovon die öffentliche Hand 40 Millionen Euro für den Wiederaufbau der historischen Schlossfassade tragen müsse. Dass nun mehrere Investoren im Wettbewerb für den Wiederaufbau stehen - neben ECE offenbar zwei weitere - hat nach Aussagen von Potsdams Beigeordneter Elke von Kuick-Frenz (SPD) durchaus Auswirkungen auf die Kosten. "Wir werden das dann größte Landesbauvorhaben ausschreiben und haben so die Möglichkeit des Preisvergleichs", so Kuick-Frenz. Ob das städtische Schloss-Grundstück an einen Investor verkauft oder verpachtet wird, oder im Austausch gegen das landeseigene Grundstück der benachbarten Fachhochschule an das Land geht, sei noch nicht geklärt. Der Oberbürgermeister wies indes Spekulationen zurück, wonach die auf Einkaufszentren spezialisierte ECE-Gruppe auch an dem Bau eines solchen in Potsdam interessiert sei.


Zwei Absolventen der Fachhochschule Potsdam haben derweil im Rahmen ihrer Diplomarbeit "Potsdams neue Mitte - Landtag als Schloss" einen gänzlich anderen Entwurf für den Landtagsbau auf dem Schlossareal vorgelegt. Statt des originalgetreuen Wiederaufbaus schlagen die Diplom-Ingenieure für Architektur und Städtebau Ekkehard Meißner und Christopher Kühn einen transparenten Bau aus Beton, Stahl und Glas vor. Originalteile des Knobelsdorff-Schlosses von 1752 sollen in den modernen Bau, der sich nicht an den Maßen des Stadtschlosses orientiert, einbezogen werden. Günther Vandenhertz vom Beirat Potsdamer Mitte hält den Entwurf allerdings für unvereinbar mit den Zielen der Stadt, die die Wiederherstellung der Potsdamer historischen Mitte vorsehen.


Artikel erschienen am 28. Jul 2003 i.d. WELT
Kai
registriert

Beiträge:


 

Gesendet: 15:06 - 28.07.2003

die idee des Ekkehard Meißner finde ich auch nicht gut. schließlich soll ja das schloß wieder aufgebaut werden, und nicht billige 08 15 architektur mit glas und ein paar elementen aus dem alten schloß entstehen! wenn man für den landtag zu wenig platz hat, würde es sich doch anbieten, andere teile der (alt)stadt zurekonsturieren - dort könnte man dann noch andere einrichtungen des landtages unterbringen.
Kai
H. C. Stössinger
Senior-Mitglied

Beiträge: 422


 

Gesendet: 03:02 - 29.07.2003

Fällt unseren Absolventen der Fachhochschule Potsdam wirklich nicht mehr dazu ein als Beton, Stahl und Glas? Wann hört dieser Unfug endlich mal auf?

Die Idee von Kühn/Meißner kannst du in die Tonne treten!

[Link zum eingefügten Bild]
mathias
Senior-Mitglied

Beiträge: 315


 

Gesendet: 20:48 - 22.08.2003

Der Wiederaufbau des Stadtschlosses ist augenblicklich durch Pläne der brandenburgischen Landesregierung gefährdet:

http://www.welt.de/data/2003/08/21/1574.html

mathias
Senior-Mitglied

Beiträge: 315


 

Gesendet: 20:54 - 22.08.2003
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 14:11 - 28.10.2003

Erdrutsch für die SPD in Potsdam
PDS gewinnt mit deutlichem Abstand - Dramatischer Wechsel in der Sitzverteilung im Stadtparlament
von Sandra Schipp


Potsdam - Die PDS ist bei der Kommunalwahl in Potsdam mit deutlichem Abstand Sieger vor CDU und SPD geworden. Nach dem vorläufigen Endergebnis kamen die Linkssozialisten auf rund 34 Prozent. Die SPD erreichte dem Trend zufolge knapp 23 Prozent, fast 17 Punkte weniger als bei der vergangenen Wahl 1998. Die CDU kam auf knapp 19 Prozent und legte damit um 5 Punkte zu.


Die Wahlbeteiligung in den 121 ausgezählten Bezirken lag bei nur 45 Prozent. Vor fünf Jahren waren es knapp 80 Prozent gewesen, damals hatte allerdings zeitgleich auch die Bundestagswahl stattgefunden.


Damit haben sich die Pläne von Oberbürgermeister Jann Jakobs zerschlagen, eine SPD-CDU-Koalition zu zimmern, denn beide Parteien kommen zusammen auf nicht mehr als 20 der insgesamt 50 Mandate. Bislang hatte er mit wechselnden Mehrheiten regiert. "Die Arbeit wird nicht leichter werden", sagte er, als sich das Desaster für die SPD abzeichnete.


SPD-Kreisvorsitzender Rainer Speer führte die erdrutschartigen Verluste seiner Partei auf die Politik der rot-grünen Bundesregierung zurück. Viele Stammwähler seien dadurch "verschreckt" worden und zu Hause geblieben. Insbesondere die Auseinandersetzungen über die Reform der Sozialsysteme hätten der SPD in Potsdam geschadet. Dies zeige sich unter anderem darin, dass die PDS in sozial schwierigen Stadtteilen wieder stark geworden sei.


Die Arbeit der Potsdamer SPD habe nur eine untergeordnete Rolle gespielt. In der Lokalpolitik lägen die Positionen der Parteien nicht sehr weit auseinander.


Der Vize-Vorsitzende der CDU Potsdam, Götz Friederich, zeigte sich erfreut über das Abschneiden seiner Partei. Das Ergebnis sei für die Verhältnisse des Kreisverbandes eine "tolle Sache", zumal Potsdam bislang als Hochburg der SPD gegolten habe. Zudem habe die CDU als einzige der großen Parteien mehr Wähler mobilisiert. Selbst die PDS als stärkste Kraft habe weniger Stimmen erhalten. Dies sei nicht zuletzt mit dem "Aussterben der Partei" zu erklären. Der Wahlsieg der PDS werde für die Stadt insbesondere aus wirtschaftlicher und finanzieller Sicht negative Folgen haben, sagte Friederich. Er befürchte, dass der "Staat überhand" nehmen werde. Der CDU-Landtagsabgeordnete und frühere Oberbürgermeisterkandidat Wieland Niekisch befürchtet, dass die Stadt nun unregierbar wird. "Es gibt, jenseits der PDS, keine stabilen Mehrheiten mehr", sagte er.


PDS-Kreisvorsitzender Jura Schöder zeigte sich zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei. Die PDS fühle sich in ihrer Arbeit bestätigt und werde auch künftig die Prioritäten auf Jugend, Bildung und Kultur setzen. Der Wahlausgang setze zugleich ein Zeichen gegen den Wiederaufbau des Stadtschlosses.


Das gute Abschneiden der PDS in Brandenburg zeige zudem, dass der Niedergang der Partei "einmal mehr nicht eingetreten" sei. Die SPD sei hingegen für die Bundespolitik abgestraft worden. Sie habe ihre Grundelemente verraten und müsse aufpassen, dass sie sich selbst nicht "für überflüssig erklärt".


Der PDS-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Scharfenberg sagte, bisher sei immer der Versuch unternommen worden, die PDS auszugrenzen. "Das geht jetzt nicht mehr." Als "heimlicher OB" fühle er sich aber nicht. Scharfenberg war dem jetzigen Amtsinhaber bei der Stichwahl im vergangenen Herbst nur mit etwas mehr als 100 Stimmen Differenz unterlegen.


Verloren haben die Sozialdemokraten in den Neubaugebieten, wo die Partei zum Teil mehr als 30 Prozentpunkte einbüßte, die PDS hingegen um 20 und mehr zulegte und in einigen Gebieten doppelt so stark wurde wie die Sozialdemokraten.


Artikel erschienen am 28. Okt 2003 i.d. WELT


Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 14:18 - 28.10.2003

hier mal wieder ein beispiel für willkühr, frechheit und volksverdummung in der politik.

aus obigem artikel.

fakt:
"Selbst die PDS als stärkste Kraft habe weniger Stimmen erhalten."

folge:
"Die PDS fühle sich in ihrer Arbeit bestätigt und werde auch künftig die Prioritäten auf Jugend, Bildung und Kultur setzen. Der Wahlausgang setze zugleich ein Zeichen gegen den Wiederaufbau des Stadtschlosses."

offensichtlich falsch. richtig ist: die pds machte anti-schloss wahlkampf. sie ist jetzt stärkste kraft. aber nicht deshalb weil sie mehr leute gewählt haben, sondern weil die wahlbeteiligung niedriger war.
wenn überhaupt, dann wäre folgender schluss korrekt:
- die pds machte eine anti-schloss-kampagne
- die pds bekam weniger stimmen
- also sind jetzt weniger leute gegen das schloss

doch auch dieser schluss ist fragwürdig, denn er krankt an der unwahrscheinlichen zusatzannahme:
- alle, die pds wählten, sind auch gegen das schloss

rein logisch ist obige pds-äußerung einfach nur dumm. d.h. entweder der pds-mensch ist dumm, was nicht überraschen würde, oder er ist ein demagoge, weil er die leute täuschen will, was auch nicht überraschen würde.

ich könnte mich über solcherlei geschwätz wirklich endlos ärgern!

Sebastian
Stammgast

Beiträge: 57


 

Gesendet: 16:15 - 28.10.2003

Genau!Ich halte diesen unglaublichen Mist eher für die letzten, dummschwätzerischen Phantastereien einer an Schwindsucht leidenden Partei. Außerdem: Jetzt, wo das Fortunaportal endlich steht, wird wohl niemand mehr ernsthaft daran zweifeln(auch nicht die PDS), dass das Schloss gebaut wird;denn die Peinlichkeit(en), die durch das Abrücken vom diesem Plan entstünden, kann sich jeder lebhaft vorstellen.
mathias
Senior-Mitglied

Beiträge: 315


 

Gesendet: 16:29 - 28.10.2003

Die PDS ist meines Wissens die einzige Partei in Potsdam, die gegen den Schloss-Wiederaufbau ist, zumal dieser auch von der Bevölkerungsmehrheit unterstützt wird. Wenn nur 34% auf die PDS entfallen, bedeutet das eine klare Mehrheit von 66% für die Schlossbefürworter!

AntiModernist
registriert

Beiträge: 4


 

Gesendet: 01:18 - 31.10.2003

Das war's wohl für das Schloss. Mit der PDS zurück in die Vergangenheit. Komisch, dass so viele Ostdeutsche immer noch SED wählen...

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