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Autor Mitteilung


Gesendet: 11:09 - 09.03.2012 | :: Edit | :: Move | :: Delete | :: Close | :: Re-Open

Man liest immer wieder, dass bei den Vollblütern besondere Vorsicht angesagt wäre. Also wollte ich zum Erfahrungsaustausch bei Blütern-Besitzern ansetzen.

Ich selber habe einen VB Wallach von der Rennbahn übernommen. Er ist jetzt 5 Jahre alt, hat aber schon Arthrose in den Vorderwurzelbeingelenken (aufgrund von alten Stürzen. Dazu kommen noch Hufprobleme, verursacht durch einen Bockhuf vorne. Er tendiert schnell zu Hufgeschwüren und Fühligkeit, läuft aber mit einer Hufbearbeitung nach Biernat ganz gut (außer an den Schotterwegen, aber da haben wir Hufschuhe für)

Die Arthrose merkt man (meiner Meinung nach) vor allem am Anfang der Arbeitseinheit. Während er an einer Geraden nur sehr steif und unwillig beim ersten Antraben ist, ist beim Longieren (Zirkel) deutlich ein Ticken sichtbar. Diese Beschwerden sind aber nur während der ersten 10 Min der Arbeit zu sehen, danach läuft er sich "warm" und ist sehr willig und mit Freude bei der Arbeit. Ich kenne das Pferd in und auswendig und würde mit Sicherheit auch die kleinste Unsicherheit in seinem Gang merken, aber nach dem ersten Aufwärmen ist da wirklich gar nichts, er läuft wie eine Uhr.

Derzeit ist er in der Umausbildung zum Reitpferd (Privatgebrauch mit VS-Einschlag), seine Eignung liegt ganz klar bei Gelände- und Dressurarbeit, Springen haben wir aufgrund seiner Beschwerden erstmal noch nicht angefangen. Er wird sehr artgerecht gehalten (große Herdenkoppel ganztägig/ Box nachts, Sommerweide 24H)und Leistungsgerecht gefüttert (Heu satt, sonst Hafer, Maiscobs, Luzerne und Öl. Über den Winter bekam er Struktur-E von Hippolyt, im Sommer wird der Mineralbedarf über gelegentliche Mash- Gaben, sowie einen reinen Mineralzusatz in Abstimmung mit den Blutwerten gegeben).

Derzeit versuche ich, seine beschwerden durch Ingwerfütterung zu minimieren/ beheben. Seit 3 Tagen bekommt er kleine Dosen Makana-Ingwer. Bis jetzt sind wir bei ca. 10-12 gr angelangt, noch ist keine Besserung zu sehen.

Mich würde eine Dosierungsempfehlung speziell bei Blütern interessieren.
Gesendet: 07:49 - 10.03.2012 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

ich werde mal THP Claudia Nehls bitten, hier ein paar Anmerkungen zu machen bezüglich der Arthrose-Beschwerden.

Die Anmerkungen zu "Ingwer bei Vollblütern" sollte man sehr differenziert betrachten. Grundsätzlich ist die sehr "vitalisierende" Wirkung des Ingwers bei Pferden schon lange bekannt (nicht umsonst nutzten viele Pferdehändler schon immer gerne den Ingwer zu diesem Zweck). Nun kann diese "vitalisierende" Wirkung bei hoch im Blut stehenden Pferden natürlich oft kontraproduktiv sein, das ist richtig.

Andererseits ist Vollblüter nicht gleich Vollblüter. Die zusätzliche Nervosität resultiert gerade bei Rennpferden (wie wir alle wissen) nicht zuletzt oft aus einer wenig artgerechten Haltung, um es mal sehr diplomatisch auszudrücken. Die "Rennmaschinen" werden sorgfältig in ihren Boxen geparkt, kennen oft weder das Leben im Herdenverbund, noch den ausreichenden Auslauf. Solche Pferde stehen natürlich unter permanentem Stress, und hier dürfte der Ingwer (den man in vielen Rennställen gerne zur Leistungssteigerung eingesetzt hat) noch eine ganz andere zusätzliche (Aus-)Wirkung zeigen als z. B. bei eurem Vollblüter, der in einer artgerechten Haltung lebt.

Ich tippe mal blind darauf, dass er sich dadurch, obwohl Vollblüter, weitaus weniger problematisch präsentiert als seine Kollegen, die man nur zum Training oder zur Tagesdosis Zwangsbewegung aus der "Garage" holt. Und deshalb dürfte auch der Umstieg zu einem "klassischen Reitpferd" weitaus schneller und problemloser gelingen?!?

Lange Rede, kurzer Sinn: Bei eurem Pferd sollte man sich in sehr kleinen Schritten (1 g) an die individuell sinnvolle Dosis heranwagen. Eine pass-partout-Formel gibt es gerade bei Vollblütern nicht. Die zur Zeit eingesetzten 10 bis 12 g könnten allerdings noch zu wenig sein angesichts der vermutlich ausgeprägten (oft schlummernden) Entzündungsquellen.

Auch ein sehr behutsames Bewegungsprogramm sollte parallel zum Ingwer entwickelt werden. Nur Achtung: Gerade bei auf Leistung getrimmten ehemaligen Rennpferden kann die anfangs wohl tuende Wirkung des Ingwers das Pferd dazu verleiten, sich mehr zuzumuten als gut ist. Und den Besitzer kann das dazu verleiten, mehr zu fordern als gut ist!

Auch wenn sich das Pferd schnell "einläuft", sollte das nicht über die noch zu erwartende, fortschreitend degenerative Entwicklung der Arthrose hinwegtäuschen. Eine falsche Belastung beschleunigt diesen Prozess nur, und irgendwann läuft sich das Pferd dann gar nicht mehr "warm".

Springen dürfte also so ziemlich das Letzte sein, was man den Gelenken noch zumuten sollte. Die dabei wirkenden Kräfte beim Landen plus der gute Newton könnten hier mittelfristig für ganz erhebliche Probleme sorgen.

Grüße
Guido
Gesendet: 18:46 - 11.03.2012 | :: Edit | ::Delete

Guido, Du hast schon alles gesagt
Bei weiteren Fragen stehe ich aber gerne zur Verfügung

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