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 Forum Index —› Ingwer-Forum: Anwender helfen Anwendern —› 30 jähriger Wallach mit Arthrosebeschwerden. Hoffnung Ingwer
 


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Gesendet: 23:32 - 08.08.2010 | :: Edit | :: Move | :: Delete | :: Close | :: Re-Open

Hallo,

ich habe einen 30-jährigen Warmblutwallach, der Arthrose im Sprunggelenk hinten rechts hat.
Er hat erhebliche Probleme mit dem Bein, lahmt im Trab auch deutlich, entlastet das Bein auch im Stehen.
Wenn er sich hinlegt ( was er nur noch äußerst selten tut, vermutlich wegen der Schmerzen ), hat er enorme Schwierigkeiten wieder auf die Beine zu kommen.
Ich habe ihm jetzt vom Tierarzt Schmerzmittel ( Phenylbutazon ) geholt, um ihm im Moment die Schmerzen zu nehmen und um zu gucken, wie er sich damit verhält.
Er hat sich sehr gewandelt, ist insgesamt viel fitter, wacher, schneller, bewegungsfreudiger. Er belastet das Bein, trabt und gallopiert wieder auf der Wiese rum und kommt mit den anderen auch wieder mit.
Er steht 24 Stunden auf der Weide, ist in eine Wallachherde integriert.
Er hat auch einen Herzfehler und Probleme mit der Lunge.

Die Schmerzmittelgabe hat mir gezeigt, dass er doch ziemliche Schmerzen haben muss.
Eigentlich möchte ich ihm nicht auf Dauer Schmerzmittel geben, da mir das Risiko, dass er andere Schäden davon trägt, zu hoch ist. Er ist sehr schwerfuttrig, ich bin gerade dabei ihn gewichtsmäßig wieder aufzubauen.
Es wäre also absolut kontraproduktiv, wenn durch Schmerzmittel der Magen oder Darm in Mitleidenschaft gezogen würde.

Jetzt habe ich von einer Bekannten gehört, deren alte Stute 15 g Ingwer am Tag bekam ( sie lebt nicht mehr ) und der es damit sehr, sehr gut ging. Sie hatte keine Beschwerden mehr.

Ich habe die Hoffnung, dass ihm Ingwer helfen wird. Teufelskralle habe ich letztes Jahr über 3 Monate gefüttert und es hat nicht viel gebracht.

Kann mir jemand weiterhelfen ?
Ich bin etwas verzweifelt. Ein Pferd wegen Arthrose einzuschläfern muss doch nicht sein, oder ?
Gesendet: 09:24 - 09.08.2010 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

Du hast das schon richtig erkannt: Die Gabe von Schmerzmitteln kann nur sehr kurzfristig eine Option sein. Die Dauergabe führt nicht nur zu den von Dir bereits erwähnten Nebenwirkungen, sondern bringt Dein Pferd auch in einen verheerenden "Schmerz-Teufelskreislauf". So sehr man sich auch (wer weiß das besser als ich) einen "schmerzfreien Senior" wünscht.

Zu der Option Ingwer solltest Du (falls das nicht schon geschieht) auch alles optimieren, was die Arthrose etwas besänftigen kann. Sprich: Wir müssen die immer wiederkehrenden (schmerzhaften) entzündlichen Prozesse so weit wie möglich im Zaum halten. Viele Futtermittel enthalten aber oft genau jene (synthetischen) Substanzen, die eben jene (!) Botenstoffe liefern, die Entzündungen locken. Also: Alles auf dem Speiseplan sollte so natürlich, naturnah und hochwertig wie möglich sein. Auch wenn solches Futter nicht an jeder Ecke zu haben ist und ggf. auch mehr kostet.

Hat der Schmied auch alles optimiert, was Linderung bringen könnte? Denn auch hierdurch können Entzündungslocker vermindert werden.

Auch kenne ich kaum ein Pferd, bei dem die Arthrose-Beschwerden Tag für Tag gleich heftig ausfallen. Man muss unbedingt, wenn man den Ingwer ausprobieren will, den Arthrose-Verlauf seines Pferdes genau kennen. Gibt es Tageszeiten, Jahreszeiten, Witterungsabschnitte, Bodenverhältnisse etc. die Arthrose-Schübe begünstigen oder (was wir uns eher wünschen) leicht verbessern? Hier sollte die "Ingwermenge" adäquat angepasst werden. Ich denke, Du kennst Deinen Senior inzwischen gut genug, um diese Phasen genau bestimmen zu können. Daran muss man die "Dosierung" festmachen, denn wir wollen ja die Menge reduzieren, wann immer das möglich ist.

Da Dein Pferd schwerfuttrig ist, muss Du auch mit dem Ingwer sehr zaghaft zu Werke gehen und mit kleinsten Dosen (1 bis 2 g täglich) beginnen und ganz sanft steigern (das Pulver muss dabei gebunden sein z. B. in hochwertigem Öl etc., sonst riecht das Pferd sofort den Braten). Denn wenn Deinem Senior erst einmal der Appetit auf Ingwer vergangen ist, wird es schwer, ihn angesichts der Schwerfuttrigkeit wieder an den Trog zu bekommen.

Parallel musst Du das vermutlich zur Zeit verabreichte Equipalazone ausschleichen lassen, auch wenn wir wieder in die schmerzhafte Phase kommen (idealerweise schon vor Beginn der Ingwerfütterung, um nicht zusätzliche Kolikgefahren zu schaffen). Anders haben wir kein "Feedback" und wissen nicht, wann (wenn wir Glück haben) die "Schwellmenge" erreicht ist, ab der die Entzündungshemmung des Ingwers ggf. greifen kann. Stelle Dich darauf ein, dass diese Menge ggf. deutlich über den erwähnten 15 g liegen könnte und dauerhaft gegeben werden muss. Mache Dir also schon mal Gedanken, was Dein Senior besonders gerne mag und was wir dann als Ingwer-"Träger" verwenden können.

Du kannst Dich ja wieder melden, wenn Du mit der Ingwerfütterung begonnen hast. Ein wenig Optimismus darf auch dabei sein, denn der überträgt sich auf Deinen Senior ;-).

Grüße
Guido
Gesendet: 11:59 - 09.08.2010 | :: Edit | ::Delete

Hi,

danke für deine Antwort.

Es gibt Tage, an dem er sich besser bewegen kann, es gibt aber auch Tage, wo der Huf beim Laufen immer etwas über den Boden schleift, weil er es gar nicht hoch bekommt.
Mein Schmied macht sich große Mühe mit ihm, kniet sich neben ihn und versucht dass er den Huf nur auf ein Polster legt ( bloß nicht ganz hoch hebt, dann läuft er nämlich auf 3 Beinen und krampft das ganze Bein zusammen ). Das geht mal sehr gut, mal weniger gut.
Direkt vom Wetter kann ich es aber auch nicht abhängig machen, wobei es ihm eher schlechter geht, wenn es nass-kalt ist.

Er kriegt zur Zeit Heucobs, Seniormüsli und ab Mittwoch noch Maisflocken hinzu + Leinkonzentrat + rote Beete + Leinsamen.
Dadrin werde ich Ingwer wohl gut verstecken können.
Er frisst sehr gut, er nimmt nur unheimlich schlecht zu ( das meinte ich mit schwerfuttrig ).

Morgen früh ist die letzte Gabe des Medikamentes ( Phenylbutazon ). Dann werde ich mal ein Probepäckchen Ingwer bestellen.
Gesendet: 19:36 - 09.08.2010 | :: Edit | ::Delete

Mit eingeweichten Heucobs haben die meisten übrigens gute Erfahrung gemacht, vor allem dann, wenn es "größere" Mengen Ingwer zu verfüttern gilt, was in Deinem schon offenbar sehr schwierigen Fall zu befürchten ist.

Denke übrigens daran, dass viele Fertigmüslis nicht selten ebenfalls "reich an wertvollen Zusatzstoffen (synthetischen Vitaminen, Mineralstoffen etc.)" sind. Genau diese Stoffe stehen nicht selten im Verdacht, eher kontraproduktiv zu sein und genau das begünstigen, was ich oben erwähnte. Ich weiß, ein heißes Eisen, denn an diesem Thema klebt eine mächtige Futterlobby...

Grüße
Guido
Gesendet: 22:56 - 09.08.2010 | :: Edit | ::Delete

Ich kenne mich damit nicht wirklich aus...
Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass "normale", gesunde, reitbare Pferde nur mit Hafer sehr gut auskommen.

Hier mal der Inhalt des Seniormüslis, was meiner kriegt ( er liebt es übrigens ). Ich weiß nicht, ob ich den Namen nennen darf ?

Zusammensetzung:
30% Dinkel im Spelz, gewalzt; 15% Maisflocken, thermisch behandelt;
14% Gerste, thermisch behandelt; 8% Weizenkleie; 8% Luzerneblätter;
8% Leinflocken, kalt gepresst; 5% Vitamine*,Mineralien*, Spurenelemente*; 5%Zuckerrübenmelasse; 3,3% Biertreber; 2,2% Bierhefe; 1,5% Leinöl, kalt gepresst

Inhaltsstoffe:
13,5% Rohprotein; 10,5% verd. Protein; 5,4% Rohfett; 8% Rohfaser; 8,4% Rohasche; 1,3% Calcium; 0,6% Phosphor; 0,4% Magnesium; 0,3% Natrium; 0,9% Kalium

Zusatzstoffe/kg:
44.400 IE Vitamin A; 2.600 IE Vitamin D3; 1.250 mg Vitamin E; 460 mg Zink;
60 mg Eisen; 110 mg Mangan; 80 mg Kupfer; 2,5 mg Jod; 1,1 mg Selen;
1,1 mg Kobalt

Die B-Vitamine sind in ausreichenden Mengen im Futter enthalten.

Gesendet: 08:03 - 10.08.2010 | :: Edit | ::Delete

Was bei den Futtermitteln für Tiere seit langem passiert, ist im weiteren Sinne dem "Lifestyle"-Unwesen bei den Menschen abgeguckt. Auch bei vielen Menschen (vermutlich irgendwann aus den USA importiert) ist es leider immer noch in Mode, sich mit (synthetischen) Vitaminen vollzudröhnen. Von jedem Vitamin, Mineral bzw. Spurenelement am besten gleich die volle Ladung, für den Fall, dass man es irgend wann brauchen könnte. Eine gewollte Überversorgung mit bestimmten Vitaminen soll gar vor Krebs usw. schützen, wurde gerne und lange uns suggeriert. Die Industrie reibt sich die Hände, an diesem Vitamin-Hype verdient man immerhin nicht schlecht.

Inzwischen beginnen seriöse Studien immer häufiger zu belegen, dass dieser Vitamin-Missbrauch nicht nur völlig unsinnig, sondern sogar oft massiv schädlich ist. Unser Körper kann mit diesem Quatsch meist gar nichts anfangen, er will diese lebenswichtigen Bausteine auf natürliche Weise bereit gestellt haben (dafür hat uns die Natur nämlich "programmiert"). Wir können dieses einmalige und teilweise unerforschte Geflecht, dass uns die Natur bereit stellt, gar nicht nachbilden.

Hypervitaminosen erzeugen oft also genau das Gegenteil von dem, was wir beabsichtigt hatten. Bei Pferden hat man mittlerweile den Verdacht, dass z. B. die weiter grassierende Allergie-Anfälligkeit ihren Ursprung auch oder gerade im Futtertrog hat. Entzündungen wurzeln also nicht selten in solchen Allergien. Nicht umsonst sollten auch Menschen mit Arthrose auf die geeignete Ernährung achten. Eine Missachtung bestimmter Regeln bezahlen auch Menschen sofort mit massiven Arthrose-Schüben.

Ich bitte mal THP Claudia Nehls, Dir ein paar weitere Tipps bezüglich Deiner Frage zu geben. Sie geht nämlich (erfolgreich) seit vielen Jahren einen ganz anderen Weg!

Grüße
Guido

Gesendet: 20:08 - 11.08.2010 | :: Edit | ::Delete

Eine natürliche Fütterung ohne jegliche synthetischen Bestandteile, wie Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Füllstoffe, Lockstoffe etc. hat sich in meiner Praxis seit Jahren bewährt und die Erfolge sind beachtlich, wenn die Fütterung umgestellt wird. Diese zeigen sich in kurzer Zeit bei gesunden Pferden ebenso wie bei kranken Pferden. Daher kann ich diese - wie Guido - ebenfalls nur empfehlen.
Einige Anregungen hierzu stehen ausführlich auf www.tierheilkundezentrum.de beschrieben, beispielsweise beim Link Pferdefütterung und Pferdefutter.
Aber auch auf die Ingwerfütterung und Teufelskrallenfütterung möchte ich kurz eingehen:
Weder Ingwer noch Teufelskralle sind ein Allheilmittel, wie so gerne propagiert. Bei Menschen werden ganze Gelenke bei Arthrose künstlich eingesetzt und somit "erneuert". Bei Pferden meint der Pferdehalter neuerdings, dass der Einsatz von Ingwer und/oder Teufelskralle die Arthrose heilen kann bzw. eine Symptomfreiheit erreicht. Dem ist nicht so! Ingwer und Teufelskralle sind sinnvolle Futterergänzungen (unter vielen anderen...) bei Arthrose; um das Leben eines Arthrosepferdes jedoch wieder einigermaßen schmerzfrei zu gestalten - sofern dies überhaupt gelingt, was nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme bei oben geschildertr Symptomatik ist - gehört einfach mehr dazu. Es gehört eine problemorientierte und auf das jeweilige Pferd abgestimmte Pferdehaltung, Pferdefütterung sowie auch unbedingt eine korrekte Hufzubereitung dazu. Hört sich erst einmal relativ einfach an, ist jedoch individuell abzustellen und immer wieder neu anzupassen. Das Schmema F gibt es nicht, sondern nur ein tägliches erneutes "Hinschauen" und "Anpassen". Auch eine homöopathische Therapie kann im Einklang und in Abstimmung mit den o. g. Maßnahmen Erleichterung verschaffen.
Viele Grüße Claudia Nehls
Gesendet: 22:36 - 12.08.2010 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

danke für die Antwort.
Ich weiß, dass Arthrose nicht heilbar ist. Mir ist es nur wichtig, dass das Pferd keine Schmerzen leiden muss.

Ich denke, 24 Stunden Weide mit anderen Pferden ist doch für ein Arthrose-Pferd genau das richtige, er kann sich jeder Zeit bewegen.

Bei der Fütterung habe ich bisher eigentlich immer nur sein Alter und sein Untergewicht bedacht. Im Moment schauen zwar immer noch die Rippen leicht raus, aber er ist immerhin nicht mehr ganz so dünn wie letzten Winter...
Zähne und Blutbild sind vollkommen in Ordnung.
Ich füttere jetzt Heucobs+Seniormüsli+Leinsamen+Leinkonzentrat mit Echinacea+Knoblauchpulver+Atemwegskräuter. Maisflocken habe ich auch noch bestellt.

Er kommt auch ab September in eine andere Weidengemeinschaft, wo er mehr Ruhe hat und einen eigenen Rückzugsort. Ich hoffe sehr, dass das was bringt und er endlich zunimmt. Ansonsten habe ich mir überlegt, in einer Pferdeklinik zu fahren und ihn noch mal durchchecken zu lassen.
Seine Atemprobleme sind, seitdem er Tag und Nacht draußen steht, viel besser geworden. In den letzten Tagen hat er leider wieder ab und zu gehustet ( ist jetzt 1 1/2 Jahre nicht vor gekommen )
Ich möchte dem Tier nur Gutes, er ist mein Schatz, mein Männlein. Er kriegt bei mir sein Gnadenbrot und er soll einen schönen Lebensabend haben.
Ich habe nur mittlerweile den Eindruck, dass überall Probleme auftreten...Ich weiß nicht, ob ich zu viel falsch mache...Ich habe nur ein sehr schlechtes Gewissen, auf Kosten dieses Pferdes ausprobieren zu müssen.
Gesendet: 17:58 - 13.08.2010 | :: Edit | ::Delete

Nimm das mit dem Ingwer möglichst zeitnah in Angriff, halte ggf. Kontakt mit uns, damit wir die Menge besser austarieren können. Das ist einer der möglichen Schritte.

Überdenke zudem wirklich noch einmal den "Speiseplan", auch hier lauern viele Ansatzpunkte für Verbesserungen, gerade bei einem alten Pferd. Hier wäre ein interessanter Erfahrungsbericht für Dich:

(Direktlink: "Neujahrs Geschichte" )


Letztendlich ist nur eines entscheidend: WAS WILL Dein Pferd? Wie präsentiert es sich Dir? Nimmt es noch am "Leben teil", zeigt es Interesse oder steht es abseits und lethargisch herum, nur damit beschäftigt, eine möglichst schmerzarme Stellung zu finden? Auch eine Halflinger-Stute von THP Claudia leidet unter schwerer Arthrose. Und dennoch arrangiert sie sich mit ihren Beschwerden und mal ist es schlechter, mal besser. Ich denke, dass Du Deinen Senior sehr gut kennst und Dein Eindruck ist entscheidend. Alles Andere (erst einmal) sekundär.

Grüße
Guido

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