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 Forum Index —› Ingwer-Forum: Anwender helfen Anwendern —› Nach schwerer Kolik wieder Ingwer geben?
 


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Gesendet: 20:30 - 26.01.2010 | :: Edit | :: Move | :: Delete | :: Close | :: Re-Open

Hallo, ich habe meinem Pferd fast 1,5 Jahre Ingwer in einer Dosierung von ca. 24g/täglich gefüttert. Er hat Krongelenksschale in beiden Vorderbeinen. Da er im Schritt und Galopp lahmfrei war, bin ich mit ihm noch regelmäßige Schrittausritte gegangen. Nach eine schweren Kolik mit Klinikaufenthalt im letzten Sommer (sein Leben hing am seidenen Faden) habe ich mich nicht mehr getraut Ingwer zu füttern. Ich weiß zwar nicht, ob die Kolik (mein Pferd hatte vorher noch nie eine) im Zusammenhang mit der Ingwerfütterung stand, aber ich weiß, dass mein Pferd damit schmerzfrei war. Nach Absetzen des Ingwers lahmte mein Pferd dermassen, dass die Tierärztin mir riet, dauerhaft täglich 1 Beutel Equipalazone zu verabreichen und das Pferd noch solange als Rentner auf die Weide zu schicken, wie es Lebensfreude hat. Mit dieser Dosierung ist er aber nicht schmerzfrei und magenfreundlich ist das Mittel halt auch nicht. Eine Alternative scheint es nicht zu geben, ich glaube, ich habe schon alles durch aus der klassischen und aus der alternativen Medizin und Ingwer war das Einzige, was sichtbar angeschlagen hatte. Ich habe mich nun dazu durchgerungen wieder Ingwer zu verfüttern, obwohl ich eine Heidenangst vor einer nächsten Kolik habe. Wie würdet ihr entscheiden? Mit einem ständigen Schmerzpegel zu laufen, ist auf jeden Fall keine Lösung, die ich ihm dauerhaft zumuten möchte, selbst wenn er noch Lebensfreude hat und ranghoch in der Herde ist.
Gesendet: 10:43 - 27.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

ja, das ist ein bekanntes Phänomen: Ich habe bereits mehrere (Ingwer-)Pferde erlebt, die bislang niemals zuvor eine Kolik erleiden mussten, aber dann (nach längerer Gabe von Ingwer) ihre allererste Kolik durchstehen mussten (dazu gehörte übrigens auch mein damaliger Rentner Rex, neben Brosigs beiden Pferden einem der ersten deutschen "Ingwerpferde"). Überwiegend verliefen diese Koliken zum Glück glimpflich, was sicherlich auch damit zusammenhing, dass diese Koliken rechtzeitig entdeckt wurden und nicht erst nach mehreren Stunden am nächsten Morgen. Deshalb sage ich immer wieder, dass man bei "Ingwerpferden" dies stets im Hinterkopf haben sollte und (wenn möglich) solche Pferde nicht über Gebühr unbeaufsichtigt bleiben sollten (die "Nacht" sollte also für die Pferde möglichst schon frühmorgens enden und die erste engagierte Sichtkontrolle nicht erst am späten Vormittag erfolgen.)

Das Problem ist, dass man ohne genaue wissenschaftliche Erkenntnisse in keinem Fall einzig den Ingwer als Auslöser überführen kann. Und es ist fernerhin nicht auszuschließen, dass das kolikauslösende Moment sicherlich ggf. zu einem Teil beim Ingwer gesucht werden darf, doch muss es eventuell hier noch andere fördernde Einflüsse geben. Die Kolik scheint, wie ich das schon häufig mahnend erwähnte, eine Summe aus verschiedenen Faktoren zu sein, die zusammen kommen müssen. Doch, wie gesagt: Diese Fragen könnte allein eine systematisch angelegte Studie zuverlässig klären.

Was heißt das für Dich? Nun, als ersten Schritt würde ich, da Du bei Deinem Pferd eine sehr "gute" Rückmeldung bekommst, erneut den Versuch unternehmen, in sehr, sehr kleinen Schritten die Ingwermenge zu senken. Sind es wirklich die 24 g, die benötigt werden? Ggf. sind auch 22 oder 20 g ausreichend. In so feinen Abstufungen kann es beim Ingwer durchaus zu Veränderungen kommen. Da Du bei Unterschreitung der erforderlichen "Schwellmenge" schnell ein Feedback vom Pferd bekommst, hast Du die ideale Basis, auf der Du noch genauer dosieren kannst, auch wenn Du dabei ein paar Tage mit größeren Beschwerden in Kauf nehmen musst.

Dann würde ich nochmals sehr genau überlegen, ob im Umfeld der erlittenen Kolik nicht ggf. noch ein anderer Faktor eine Rolle gespielt haben könnte. Bitte rekapituliere das nochmals sorgfältig, man übersieht da schnell einen Punkt. War irgendetwas abweichend vom regulären Alltag des Pferdes? Bei manchen Pferden, die wie ein Uhrwerk funktionieren, genügen schon vermeintlich unbedeutende Abweichungen von der "Norm".

Kann ggf. die Ingwermenge auf mehr Mahlzeiten verteilt werden?

Verzichten kannst Du sicherlich vor dem geschilderten Hintergrund nicht auf den Ingwer, auch wenn das ein wenig "Russisches Roulette" ist. Denn wie Du schon richtig sagst: Konventionelle Schmerz-/Entzündungshemmer führen nicht nur zu fatalen Gewohnheitseffekten, sondern bergen nicht selten ebenfalls Kolikgefahren.

Die Angst vor der nächsten Kolik kann Dir leider Niemand nehmen, auch wenn die Erfahrung gezeigt hat, dass bei absoluten "Nicht-Kolikern" nach einer ersten (eventuell von Ingwer ausgelösten) Kolik die Häufigkeit einer Kolik deshalb nicht zunahm. Verringern kann man die Gefahr sicherlich noch durch einen streng reglementierten und von möglichst naturnahen Futtermitteln geprägten Futterfahrplan und einer stoisch eingehaltenen Routine.

Grüße
Guido
Gesendet: 20:52 - 27.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Vielen Dank für die sachliche Antwort. Ich glaube ebenfalls nicht, dass es der Ingwer alleine war. Es kamen in der Tat mehrere Dinge zusammen (Wetterumschwung, keine Verteilung der Ingwermenge auf mehrere kleine Portionen, möglicherweise Stress). Ich werde das Equipalazone nun absetzen und ein paar Tage warten, bevor ich mit dem Ingwer beginne. Dann versuche ich die Dosierung zu finden. Das Ganze dann aufgeteilt auf 3 Portionen am Tag mit viel aufgeweichten Heucobs und ein bisserl Öl. Hat Ingwer in Pelletform eigentlich die gleiche Wirkung wie pulverisierter?
Ich werde berichten, ob und wie es klappt. LG
Gesendet: 09:13 - 28.01.2010 | :: Edit | ::Delete

... nach unserer Erfahrung hat sich die vermahlene Ingwercharge am besten bewährt, einzig der Grobschnitt bietet sich noch als denkbare Alternative an.

Zu allen Ingwerchargen sollten Laborwerte vorliegen bzgl. des Gingerolgehaltes. Nicht, weil der Gingerolgehalt dasausschlaggebende Moment ist, sondern weil diese Werte zumindest ein einigermaßen guter Anhaltspunkt sind, in welche Richtung die Qualität der Charge zielt.

Grüße
Guido
Gesendet: 22:52 - 14.01.2011 | :: Edit | ::Delete

Nach einem Jahr nun ein Zwischenbericht von meinem Pferd. Ich habe noch eine zeitlang gezaudert, wieder Ingwer zu füttern. Dann habe ich doch angefangen das Equipalazone auszuschleichen und parallel (ja ich weiß, das sollte man eigentlich nicht tuen) wieder Ingwer anzufüttern. Also morgens Equi und abends Ingwer. Das eine runtersetzen, das andere hoch. Und es hat geklappt. Kein Equi mehr, mein Pferd ist wieder ans Laufen gekommen. Ihr könnte euch gar nicht vorstellen, wie ich mich fühle. Nach so langer Zeit. Wieviel Lebensfreude er damit zurückgewonnen hat. Füttere wahlweise 80g Grobschnitt oder 28g gemahlenen Ingwer. Jetzt werde ich noch versuchen mit der Dosierung des Ingwers etwas zu spielen. Die Wirkung hat übrigens erst relativ spät eingesetzt. Erst als wir bei ca. 20g Ingwer angelangt waren. LG
Gesendet: 08:20 - 15.01.2011 | :: Edit | ::Delete

... prima, die zeitgleiche Gabe von konventionellen Schmerzmitteln und Ingwer sollte aber, wie schon erwähnt, die absolute Ausnahme bleiben, man erhöht ansonsten immens die Kolikgefahr.

Die >20 g sind realistisch und noch für die Dauergabe als vertretbar einzustufen.

Grüße
Guido

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