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 Forum Index —› Ingwer-Forum: Anwender helfen Anwendern —› Ingwer bei Hufrehe nach Kolik
 


Autor Mitteilung


Gesendet: 17:13 - 21.01.2010 | :: Edit | :: Move | :: Delete | :: Close | :: Re-Open

Hallo, bin ganz glücklich dieses Forum gefunden zu haben. Ich kämpfe seit dem 17.12.2009 um eine Erholung meiner Stute. Nach Einbruch in die Futterkammer, Verschlingen von ca. 15kg Hoeveler Müslifutter, Kolik .. Gott sei Dank gut überstanden, nun seit dem 20.12. eine mittelgradige Hufrehe mit Hufbeinabsenkung. Ich würde gerne Erfahrungswerte zur Fütterung von Ingwer erhalten, da man mir auch gesagt hat, dass er die Magenschleimhäute angreift (ist dies nicht ein Risiko nach der Kolik?) Ich habe bereits ein Rundumpaket bei Claudia Nehls erhalten (Leber u Niere, Magen u Darm, Reheex und Hufelexier und auch etwas für die Muskeln). Blutbild war OK. Ich freue mich auf Erfahrungswerte, liebe Grüße und danke ....
Gesendet: 18:11 - 21.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

ganz wichtig ist, dass Du Dich weiter intensiv mit Claudia absprichst, denn in Deiner Situation ist der aktuelle Status sehr entscheidend, wovon dann das weitere Vorgehen abhängt.

Es wäre unverantwortlich, wenn wir jetzt abseits dieser Bemühungen parallel einen eigenen Einsatz mit Ingwer vorantreiben, ohne den genauen Status quo zu kennen.

Gerade bei Hufrehe müssen Bestandsaufnahme - erforderliche Maßnahme - erneute Bestandsaufnahme - erforderliche Maßnahme etc. die ständigen Therapieinhalte sein.

Generell zum Ingwer: Die erwähnte Kolik resultiert ja aus der Futterorgie, wenn ansonsten Dein Pferd durch Koliken nicht aufgefallen ist, dürfte die Gefahr einer Kolik beim Einsatz von Ingwer nicht geringer oder höher sein als bei den anderen Ingwerpferden. Ausschließen kann man, wie schon häufiger erwähnt, die Kolikgefahr nie, aber das trifft auf viele andere Einflüsse bei der Pferdehaltung auch zu.

Auch eine Reizung der Magenschleimhaut folgt nicht zwingend einem Ingwereinsatz. Besonders gefährdet sind Pferde mit bereits latent vorhandener Magenschleimhautschädigung oder beim Einsatz sehr großer Mengen von Ingwer über einen längeren Zeitraum.

Ich schiebe Deinen Post in das Forum von Claudia, damit sie Dir noch weiterführende Tipps geben kann.

Grüße
Guido
Gesendet: 23:12 - 21.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Danke Guido für deine schnelle Antwort!
Claudia Nehls gab mir den Tip für eine Ingwer-Dosierung von 10-20g; bin im Moment bei 10g. Tatsache ist,dass sie auch noch Equipalazone jeden 2.Tag bekommen soll.

Mit dem Tierarzt hier in Frankreich kann ich das Thema Ingwer nicht konstruktiv besprechen, ich ernte immer nur ein"belustigtes" Lächeln. Sie hat nun schon über 4 Wochen komplett alle Entzündungshemmer bekommen (Finadyne, Metacam, dann Equipalazone .. jetzt langsam am ausklingen). Claudia Nehls Produkt-Paket hat sie seit 10 Tagen. Die Hufrehe ist leider auch mit einer Hufbeinsenkung von 2 Füße-4 Grad, 1 Fuß 6 Grad und 1 Fuß 1 Grad. Hier wird dies noch als eine leichte Hufrehe eingestuft, Dtl. denkt da glaube ich anders.

Ich frage mich, wie lange ich mit Equipalazone und Aspirin (30g morgens und abends)im gemeinsamen Ingwer-Einsatz fortfahren soll oder kann???

Von Claudia Nehls bin ich sehr angetan, aber ich möchte sie auch nicht ständig in ihrer wichtigen Aufgabe stören, denn sie hat schon viel gute Ratschläge gegeben.

Vielen Dank für deine Antworten, man hat wirklich sehr viel Angst bei dieser Problematik und möchte alles richtig machen.
Nina
Gesendet: 10:24 - 22.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Hallo Nina,

die sehr wichtigen Hinweise auf die zur Zeit verabreichten Zusatzmedikamente fehlten in Deinem ersten Post.

Daher noch ergänzend diese Hinweise: Beachte bitte, dass Equipalazone ebenfalls eine gewisse Kolikgefahr mit sich bringen kann, in Kombination mit Ingwer kann das nicht ganz ungefährlich sein.

Ein weiterer Nachteil ist, dass in Kombination mit Equipalazone wir niemals eine zuverlässige Information darüber erhalten werden, ob Ingwer überhaupt eine positive Beeinflussung liefert. Immerhin überdeckt der konventionelle Entzündungshemmer jede (eventuell vorhandene) positive Wirkung des Ingwers. Das macht eine sinnvolle "Dosierung" nahezu unmöglich, denn man gibt Ingwer auf gut Glück und ohne jedes Feedback (das wir aber für die Dosierung brauchen).

Hinzu kommt, dass die blutverdünnende Wirkung von Aspirin durch die zusätzlich blutverdünnende Wirkung von Ingwer potenziert wird. Hier muss man auf die Gefahren unerwünschter Blutungen hinweisen und auf die Gefahr, dass, sollten z. B. operative Eingriffe aus irgend welchen Gründen nötig sein, dies zu unvorhersehbaren schlimmen Zwischenfällen führen kann (nicht kontrollierbare Wundblutungen). Im Zweifelsfall ist eine Operation gar nicht möglich, ehe nicht die blutverdünnende Wirkung der ASS und des Ingwers abgeklungen ist. Auf jeden Fall muss (!) vor einem Eingriff unbedingt der Tierarzt auf die Gabe von Ingwer/ASS hingewiesen werden.

Das Thema Ingwer wird übrigens auch in Frankreich seit geraumer Zeit diskutiert. Näheres in diesem Artikel
(Direktlink: "Ingwereinsatz in Frankreich") . Dort findest Du wiederum den Link zum französischen Forum. Vielleicht kannst Du dort einige Gleichgesinnte treffen.

Nochmals aber die deutliche Warnung, den oft nur sehr schwer einschätzbaren Verlauf einer Reheerkrankung nicht zu verkennen. Hier muss unbedingt ein sehr guter Tierarzt oder THP die Diagnose stellen und geeignete Maßnahmen einleiten. Was bei der Rehebehandlung eventuell verpasst/versäumt wird, kann im schlimmsten Fall nicht mehr rückgängig gemacht werden und das Todesurteil für ein Pferd bedeuten.

Grüße
Guido

Gesendet: 12:02 - 22.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Guten Morgen Guido,
ok - kein Ingwer mehr. Heute morgen sah sie nun leider noch weniger gut aus als gestern, sie lag und stand nur schweren Herzens auf. Bewegen will sie sich auch nicht viel. Appetit ist gut, auch ist sie interessiert und nicht apatisch. Kein Fieber.

Wir haben jetzt seit 1 Woche versucht, die Entzündungshemmer runterzufahren. Heute morgen hat der TA nun neu entschieden: aufstallen, eine Dosis Finadyne komplett heute, dann 1/2 Sa und So. Grund für die Verschlechterung nicht klar, vielleicht Hufwachstum, zu früh die Entzündungshemmer gebremst, und auch die Geländebedingungen, die hier auf 1100m Höhe (also Schnee und Kälte/Eis) nicht ideal sind. Angeblich hat es nichts mit dem Hufbeschlag zu tun, denn sonst hätte sie gleich zu Beginn mit dem Rehebeschlag Probleme gehabt. Ich hoffe, dass er Recht hat. Was meinst Du?

Tatsache ist,dass sie Schmerzen hat und ihr geholfen werden muß. Laut TA sind wir nun um 14 Tage zurückgefallen. Es ist verdammt hart!

Ich frage mich jetzt, ob die Phytotherapie von Nehls im Zusammenspiel mit der "chemie des TA" positiv ist ... sie kann doch eigentlich nur helfen, oder?
Ingwer wäre ja wohl ein Fehler gewesen!

Auch was den Magenschutz betrifft,meint mein TA, dass es nicht unbedingt notwendig wäre, Gastrogard zu geben. Immerhin kosten 7Spritzen 300Euro. Was meinst Du?

Ich bin dir so dankbar für deine Antworten.
Liebe Grüße
Nina

Gesendet: 09:00 - 23.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Hallo Nina,

wie oben schon gesagt: Wichtig bei der Rehebehandlung ist das einheitliche und ständig von einem Fachmann überwachte Konzept. Das KANN das falsche Konzept sein, aber dieses Risiko ist unvermeidbar. Du musst Dich jetzt, wenn es ein erfahrener und guter Tierarzt ist, auf Deinen Arzt verlassen und sein Konzept aktiv mittragen, sonst kommt Du irgend wann sehr ins Schleudern, weil gerade bei Hufrehe jeder einzelne Schritt von großer Bedeutung ist.

Im Moment scheint vorrangig die Schmerzbehandlung wichtig zu sein. Das kann durchaus sinnvoll durch Claudias Rehe EX begleitet und auch nach einer ersten Besserung noch fortgeführt werden. Die Notwendigkeit, ein Magenschutzmittel zu reichen, kann nur der TA vor Ort einschätzen.

An die Gabe von Ingwer kannst Du wieder denken, wenn wir im späteren Verlauf damit die weitere Gabe der konventionellen Mittel ersetzen können. Das wird aber noch mit Sicherheit eine Weile dauern und hängt vom weiteren Verlauf ab.

Du musst Dich vor allem beruhigen, da Fragen nach dem "Warum" und "Wieso" sowieso nur müßig sind. Du hast an therapeutischen Schritten eingeleitet, was möglich ist. Jetzt kann noch mehr "Aktionismus" eher nur schaden. Rehebehandlungen dauern lange und Fortschritte sind anfangs nur sehr, sehr schwierig zu erkennen.

Grüße
Guido
Gesendet: 16:54 - 25.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Danke Guido,
ist leicht gesagt mit dem "sich nicht Fragen". Die Angst etwas nicht richtig zu machen ist einfach enorm!

Im Moment steht sie aufgestallt und bekommt Finadyne in geringer Dosierung bis zum Termin mit dem Hufschmied. Es geht ihr schon ein bisschen besser, Wendung und Gesamtzustand. Schlimm war es letzte Woche, da war sie so unglaublich agressiv wie ich sie in 10 Jahren nicht gesehen habe!

Ich werde jetzt doch die Probe "Haare" für eine eventuelle Haaranalyse bei Claudia Nehls fertigmachen. Sollte sich bis nach dem neuen Hufbeschlag keine Besserung ergeben, dann bringt vielleicht die Homöopathie zusätzliche Hilfe. Was meinst Du?

Man hört immer, dass die Entzündungshemmer nicht so lange gegeben werden sollen, es gibt doch aber sicher schwerere Fälle, wo dies nicht umgänglich ist. Wo liegt die Grenze und wo fangen die Sorgen an?

Kein blinder Aktionismus, versprochen, bin auch schon ein bisschen ruhiger geworden und versuche die Lage besser zu verstehen. Die letzten 6 Wochen haben mich halt wirklich über meine Grenzen gefordert ... und das war echt eine neue Erfahrung.

Danke schon für Deine Antwort, es hilft wirklich von Dir zu hören.
Liebe Grüße
Nina
Gesendet: 10:56 - 27.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Hallo Nina,

Claudia hat noch als Tipp für Dich, dass ggf. die lokale Hufbearbeitung bzw. der Beschlag ein ausschlaggebender Faktor für die zeitweilige (von Dir oben erwähnte) Verschlechterung sein könnte. Sie empfiehlt Dir, darauf nochmals ein ganz genaues Augenmerk zu werfen. Denn es ist bekannt, dass oft die erfolgreiche Rehebehandlung auch mit dem Können des beteiligten Schmiedes steht und fällt.

Die Gabe der Schmerzmittel und Entzündungshemmer ist sicherlich im Moment belastend und auch bei dieser Dauerhaftigkeit nicht unproblematisch. Aber Du siehst am Verhalten Deines Pferdes, dass es sich in einer sehr, sehr schmerzhaften Phase befindet bzw. befand. Hier hat also die Linderung der Schmerzen oberste Priorität und muss von einem erfahrenen Tierarzt entsprechend eingepegelt werden. Da Du das Pferd besser kennst, solltest Du entsprechend die Mittelgabe attestieren, damit "so wenig wie möglich und so viel wie nötig" gegeben wird. Doch Deine Angaben an den TA müssen natürlich zuverlässig sein, damit Dein Pferd nicht unnötig Schmerzen erleidet.

Du hast noch einen sehr langen und beschwerlichen Weg vor Dir, da, wie schon oben erwähnt, die Fortschritte bei zahlreichen Reheerkrankungen sich nur in Zeitlupe voran bewegen. Du solltest also optimistisch bleiben und sein, auch wenn Du bei solchen kleinen Schritten nur mühsam vorwärts kommst. Du bist auch an der Genesung Deines Pferdes beteiligt, wenn Du Ruhe und Kraft auf Dein Pferd überträgst: Denn immerhin bist Du die wichtigste Vertrauensperson. Pferde orientieren sich bei solchen Genesungsprozessen nicht selten immens am Auftreten ihrer Halter, auch wenn das jetzt für manchen seelenlosen Besitzer, für den das Pferd vorrangig "Sportgerät" ist, nur "Gefühlsduselei" sein dürfte ;-).

Grüße
Guido

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