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Autor Mitteilung


Gesendet: 17:03 - 30.12.2009 | :: Edit | :: Move | :: Delete | :: Close | :: Re-Open

Hallo
Sie stehen, mit dem Rücken zur Wand,
das waren die Worte, mit denen mein Pferd und ich, im Oktober, aus der Klinik entlassen wurden.

Brauche Hilfe, bin zzt etwas überfordert mit der Situation.

Habe einen 16jährigen Friesen, der nun seit, so ziemlich genau einem Jahr, Probleme mit dem linken Vorderbein hat.
Muß dabei aber sagen, das er vor ca. 4 Jahren, am selbigen Bein, das Unterstützungsband gezerrt hatte (was aber nach Abheilung) keinerlei Schwierigkeiten mehr machte.
Denke, das er sich beim toben, auf dem Paddock, das vorbelastete Bein erneut verletzt hat. Das war vor einem Jahr.
Seitdem waren 4 Tierärzte und 2 Kliniken, damit beschäftigt herauszufinden, was in dem Bein los ist.
Es wurde zuerst wieder, eine Überdehnung des Unterstützungsbandes diagnostiziert (Klinik), und was reingepritzt, was ne neue Entzündung macht, damit es dann zur Heilung kommt.
Nix wurde besser.
Nächster TA: Pferd hat ein Loch in der Sehne, Röntgenbilder zeigten leichte Arthrose, es wurde behandelt, mit nem Keilbeschlag und Weidegang (Pferd ist sehr ruhig). Habe 3 Monate gewartet.
Nix wurde besser.
Nächster TA: Pferd hat ein Karpaltunnelsyndrom, wurde behandelt mit Kortisoninjektion in den Tunnel und hochdosiertem Vitamin B.
Es wurde besser, aber nicht für lange.
2te Injektion brachte dann aber auch nix mehr.
Also wieder Klinik. Da sollte der Tunnel dann operiert werden.
Nach den Untersuchungen dieser Klinik, war der Karpaltunnel absolut ok. Keine OP. Aber Szintigraphie, die mehrere Entzündungen, vom Fesselträger, bis hin zum Karpalgelenk zeigte. Wieder röntgen, aber außer der Arthrose, wieder nichts zu sehen. Es wurden noch der Nerv, der Fesselträger und das Karpalgelenk betäubt, ebenfalls ohne Ergebnis.
Mit oben genanntem Satz und Equipalazone, 2 Wochen 2 Tütchen, danach 2 Wochen 1 Tüte gings dann heim.
Alles war gut, bis nach Absetzen des Equi, danach wieder das selbe Bild.
Habe eine Woche gewartet und dann mit Ingwer (Tansania, Neumann) angefangen, meine letzte Hoffnung...
Das ist nun 5 Wochen her, bin jetzt bei 50g, auf 2 Mahlzeiten angekommen.
Hatte den TA bezüglich des Ingwers gefragt, er meinte, ich soll mal machen. Was für ne Aussage!!!!!!
Habe ein wenig Angst noch höher zu gehen, meine zwar, das es dem Pferd etwas besser geht.
Er schont das Bein weniger und hat aufgehört, damit zu klopfen (er hat es oft leicht gegen den Wassertrog geschlagen)warum auch immer er das getan hat.
Soll ich erstmal bei dieser Dosierung bleiben? Oder wie hoch noch? Und gibts Erfahrungen mit Ingwerfütterung beim Friesen? Die sind ja mit vielem empfindlicher. Habe von vielen älteren Friesen gehört, die eine Kolik nicht überlebt haben.
Tja, Risiko und Nutzen.
Bin für jede Hilfe dankbar.

P.s
Pferd steht in einem 7 an 8 Meter Stall (Seit 10Jahren) mit einem Wallach, der im Rang unter ihm steht.
Beides sehr ruhige Tiere.

Danke schon mal und viele Grüsse

Leandra
Gesendet: 09:13 - 31.12.2009 | :: Edit | ::Delete

Hallo Leandra,

das von Dir angesprochene Kolikproblem rund um den Ingwer, speziell bei größeren Mengen, ist sehr komplex. Ich schrieb das ja schon oft: Meine langjährige Erfahrung ist, dass der Ingwer zwar bei bestimmten Pferden das Kolikrisiko offenbar erhöhen kann, aber dass das immer mit weiteren Faktoren "korrespondiert" hat. Meist war also der Ingwer nur "Mittäter", es kamen andere Auslöser hinzu, die sich eventuell durch den Ingwer verschärften. Daher ist es sehr gewagt und schwierig, generell bis zu einer bestimmten Menge Entwarnung zu geben oder, anders herum, ab bestimmten Mengen den Ingwer als Kolik-Auslöser zu verdächtigen.

Bei besonders sensiblen Pferden würde ich schon bei den von Dir erwähnten 50 g große Bedenken anmelden, andere Pferde vertrugen aber problemlos sogar 80 bis 100 g und mehr, und das dauerhaft. Eine besondere Disposition bei Friesen sehe ich aber weniger. Ein ungünstiger Kolikverlauf ist für alle Pferderassen verheerend.

Nun haben wir zwei Möglichkeiten, wenn wir die destruktiven Auswirkungen der immer wieder aufflammenden Entzündungen bei Deinem Pferd beeinflussen wollen:

Wir können auf die konventionellen Schmerz-/Entzündungshemmer setzen, deren Dosierung und Wirkung zwar genau erforscht sind, deren Dauergabe aber nicht nur in einen gefährlichen Teufelskreis führt, sondern auch erhebliche Nebenwirkungen zeigt.

Oder wir setzen weiter auf den Ingwer. Wenn Du (und nur Du hast den besten Blick dafür) den Eindruck gewonnen hast, dass Du mit den zur Zeit verwendeten 50 g Ingwer zumindest ansatzweise eine Linderung erzielt hast, macht es nun durchaus Sinn, ab jetzt in sehr kleinen Stufen zu erhöhen. Das darf ruhig in 1-2 g Schritten geschehen, mit dann wieder eingelegten Pausen. Dabei solltest Du weiter genau beobachten und auch versuchen, die Resultate zu protokollieren.

Mit diesem "Tagebuch" vermeidest Du nicht nur "Überdosierungen", sondern kannst eventuell auch ermitteln, welche anderen Faktoren ggf. die Beschwerden fördern, welche Witterungsbedingungen verschärfen oder mildern. Diese Infos brauchst Du, um bei günstigeren Rahmenbedingungen die Menge ggf. sporadisch nach unten korrigieren zu können. Denn wir wollen ja so wenig wie möglich geben, aber so viel wie nötig. Auch der Wechsel vom Tansania-Ingwer auf den Nigeria-Ingwer sollte im Zweifelsfall einmal probiert werden.

Wichtig ist auch der Gesamteindruck Deines Pferdes. So kann es sicher sein, dass eine Schonung des betroffenen Beines stattfindet. Da wir aber vermutlich keine großen Wunder mehr bewirken können, sollte unser erstes Ziel sein, dass Du den Eindruck gewinnst, dass das Pferd sich mit den Einschränkungen arrangieren kann. Auch mein Senior musste sich mit all den Verschleißerscheinungen seines harten Lebens herumplagen. Dennoch wälzte er sich genussvoll im Dreck, hatte Interesse an seinen Herden-Kumpels und verteidigte seinen Rang. Alles klare Hinweise, dass sich mein Senior (noch) mit seinen Beschwerden sehr gut arrangieren konnte. Solange es so ist, steht man noch lange nicht mit dem Rücken zur Wand ;-).

Ein idealer Futterplan, ggf. mit einem erfahrenen Heilpraktiker erarbeitet, kann übrigens weiter bei der Eindämmung der Entzündungen helfen! Auch einige ganz gute homöopathische Ansätze gibt es sicherlich in Deinem Fall.

Das mit einer höheren Ingwer-Dosierung verbundene Risiko lässt sich wohl nicht umgehen (sollte aber durch die Aufteilung auf mehrere Mahlzeiten und eine möglichst regelmäßige Kontrolle minimiert werden). Die zur Zeit gefütterten 50 g müssen wir zudem in Relation zu dem vermutlich stolzen Körpergewicht Deines Friesen setzen.

Wenn Du möchtest, kannst Du ja die Resultate Deiner sehr sanften Mengenerhöhung hier posten.

Grüße
Guido
Gesendet: 11:49 - 31.12.2009 | :: Edit | ::Delete

Hallo Guido

Lieben Dank, für die schnelle Antwort.
Hab mir schon den NegeriaIngwer bestellt. Werde es damit probieren, es nach deinen Angaben machen und mich dann bei Veränderung melden.

Hoffe das es klappt, denn heute morgen gefiel mir mein Dicker nicht (etwas über 600kg, 156cm, kleiner Friese) naßkaltes Wetter und er schont wieder. Wenn er geht, sieht man sein Problem kaum, tritt etwas verkürzt, aber läuft sich ein und hat Spaß dabei, flippt auch rum, (gehen nur spazieren).
Er hat mehr Schwierigkeiten, beim Stehen, da haspelt er rum und weiß nicht so recht, wie er sich tragen soll. Natürlich überlastet er sein (noch)gesundes Bein erheblich. Für dieses klopfen, mit dem kranken Bein, gegen den Wassertrog, hab ich auch keine Erklärung.
Vielleicht hat ja Jemand ne Idee dazu, wieso das Stehen, für ihn so viel schwerer ist, als das Laufen.


LG
Leandra
Gesendet: 09:07 - 01.01.2010 | :: Edit | ::Delete

Hallo Leandra,

da Du inzwischen mit einer Vielzahl von Diagnosen konfrontiert bist, die offenbar alle keine vernünftigen "schulmedizinischen" Therapieansätze bieten, bleibt Dir nur, Wege zu suchen, die Deinem Pferd wenigstens einen Teil der Beschwerden nehmen, was ja auch bereits geschieht.

Deshalb empfehle ich nach wie vor, das Beschwerdebild über mehrere Monate akribisch wie ein "Buchhalter" zu protokollieren. Du würdest staunen, wie viele wertvolle Beobachtungen man schon nach zwei Wochen wieder vergessen hat. Und da Du Dein Pferd am besten kennst, wirst auch nur Du jede Veränderung am ehesten wahrnehmen.

Ich würde so ein kostenloses Terminkalender-Progrämmchen etc. am PC einsetzen. Um die Arbeit so gering wie möglich zu halten, würde ich ein überschaubares Punktesystem einführen, dem bestimmte wichtige Kriterien zugeordnet sind (volle Punktzahl, bester Zustand - ein Punkt, sehr schlechter Zustand). Dazu eine kleine Notiz über wichtige Rahmenbedingungen/Rahmenveränderungen (z. B. nass-kalte Witterung, trocken-kalte Witterung, Wetterumschwung usw.) Auch den ganzen Habitus des Pferdes mit einbeziehen (wie korrespondiert das Verhalten mit dem aktuellen Beschwerdebild?)

Wenn ein Mehr an Bewegung dem Pferd gut tut/tat (vermutlich aufgrund der besseren Blutzirkulation usw.), wie kann ich für ein dauerhaftes Mehr an Bewegung sorgen? Wie wirkt sich das Mehr an Bewegung wiederum auf die Beschwerden danach aus? Werden sie besser, werden sie ggf. schlimmer nach der Bewegung? Wenn eine Beschwerde-Linderung der Bewegung länger nachfolgt, kann ggf. andere/zusätzliche Pferdegesellschaft die Sache verbessern? (Meinem Senior hat eine gute "Durchmischung" der Herde gut getan, weil die jüngeren Pferden als "Animateure" stets für Abwechslung sorgten und die Rentner motivierten. Hätte ich mein Pferd zu einem Kumpel gestellt, der fast den ganzen Tag dösend in der Ecke stand, ich hätte dann zwei inaktive Nichtstuer produziert.)

Sollte Dein Pferd auf Eisen laufen: Werden die Beschwerden nach dem Beschlagen besser, oder schlechter? Oder hat der Schmied eine Veränderung beim Beschlag vorgenommen, die sich ggf. positiv ausgewirkt hat. Und wenn ja, warum?

Alle diese Fragen klärst Du im Moment sowieso, nur, wie erwähnt, die Antworten helfen nur dann, wenn Du sie irgendwann zu einem Gesamtbild zusammenbauen kannst, das die Charakteristika der Beschwerden exakt beschreibt. Das wären dann auch hervorragende (!) Ansätze für einen guten Tierheilpraktiker, Dich passgenau bei der Eindämmung der destruktiven Entzündungsschübe zu unterstützen.

Versuch's mal und nach vier Wochen wirst Du staunen, wie interessant der Verlauf dargestellt werden kann. Natürlich kann das auch deprimierend sein, wenn die schlechten Resultate überwiegen. Darin KANN aber auch eine große Chance liegen, besser und gezielter gegenzusteuern. Zumal wir ja den Ingwer sinnvoll dosiert einsetzen wollen.

Grüße
Guido

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