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Autor Mitteilung
Rösch
Senior-Mitglied

Beiträge: 343


Gesendet: 02:47 - 09.03.2004

Rottweil am Neckar


Rottweil, die älteste Stadt Baden-Württembergs, liegt zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb, zwischen Stuttgart und dem Bodensee. Rottweil ist nicht nur für die gleichnamige Hunderasse und die alemannische Fasnet bekannt. Rottweil ist in den letzten Jahren wieder zu einem der kulturellen Zentren zwischen Stuttgart und Konstanz geworden, das alte Traditionen mit lebendiger Kultur verbindet.
Die Geschichte der ehemaligen Reichsstadt geht zurück bis in die Bandkeramikerzeit (2000 v Chr.). Bedeutende Spuren hinterließen die Römer, die sich - nachweisbar - um 73 n. Chr. ansiedelten und das Municipium Arae Flaviae gründeten. Die Römerstadt ging im 3. Jahrhundert unter. Vor dem Hintergrund seiner guten Verkehrslage entwickelte sich ein alemannischer Herzogshof, aus dem der Königshof "Rotuvilla" wurde, der erstmals 771 n. Chr. in den Urkunden erscheint. Dieser Königshof erlangte durch die Karolinger große Bedeutung als Gerichtsort und Verwaltungszentrum. Das Rottweiler Hofgericht zählte danach im Spätmittelalter zu den bedeutendsten Gerichten des deutschen Königreiches.

Die interessanteste Hinterlassenschaft aus der Rottweiler Geschichte stammt aus dem späten Mittelalter. Die Staufer errichteten die Stadt an ihrem heutigen Standort nach dem Zähringer Muster (Teilung der Stadt durch das Straßenkreuz in vier Teile). Aus dieser Zeit stammt der spätmittelalterliche Stadtkern mit seinen erkergeschmückten Bürgerhäusern, den geschmiedeten Stechschildern, die im 16. Jahrhundert vorgeschrieben waren, und den zahlreichen Rottweiler Kirchen.


[Link zum eingefügten Bild]

Schwarzes Tor mit Stechschild


Quelle:http://www.rottweil.de/
Dirk1975
Moderator

Beiträge: 435


 

Gesendet: 21:46 - 09.03.2004

Die "Rottweiler Bilder" bieten Fotografien, Ansichten, Themen und Geschichten rund um die älteste Stadt im Bundesland Baden-Württemberg:


Rottweiler Bilder
Rösch
Senior-Mitglied

Beiträge: 343


 

Gesendet: 19:49 - 25.03.2004

folgender Artikel stammt aus der neuen Rottweiler Zeitung:
http://www.nrwz.de/nrwz/2/00000068/




Verein ist sich einig: Kapuziner soll erhalten werden

Von Gerd Weckenmann


Der neue Vorstand des Geschichts- und Alterumsvereins: Bernhard Rüth, Ralf Kuwan, Markus Schellhorn, Cornelia Votteler, Gerald Mager und Dr. Winfried Hecht


ROTTWEIL, 23. März – In der Generalversammlung des Geschichts- und Altertumsvereins gab es neben den Wahlen und Jahresrückblicken Diskussionen um die Veränderung des Nägelesgrabens sowie dem weiteren Verfahren mit dem Kapuzinerkloster, dessen Zukunft noch ungewiss ist.



Vorsitzender Markus Schellhorn stimmte in seinem Bericht vehement für eine Erhaltung des Kapuzinerklosters am Sonnenparkplatz und forderte alle Beteiligten der Stadt und einiger Parteien auf, die Lage noch einmal zu überdenken. Er richtete sich vor allem an die CDU-Ortsgruppe, die einen Antrag auf Abriss des Gebäudes gestellt hatte. „Im Notfall ist das Gebäude schnell abgerissen,“ betonte Schellhorn, „doch das wollen wir mit aller Kraft verhindern.“ Und ein modernes Gebäude wie beispielsweise ein Parkhaus passt „auf gar keinen Fall an diese Stelle“. Der gleichen Meinung ist auch Karl Lambrecht. Er forderte die Stadt und die Gegner des Kapuzinererhalts ebenfalls zum Nachdenken auf: „Rottweil ist die älteste Stadt Baden-Württembergs und auf diesen Lorbeeren ruht sich die Stadt aus. Der Geschichts- und Altertumsverein ist nur irgendein Club von Rückständigen, der für den Erhalt von geschichtsträchtigen Gebäuden arbeitet und jeden Backstein aufhebt.“ Auch wenn das Geld momentan nicht vorhanden sei, sagte Markus Schelhorn, müsse man sich trotzdem Gedanken um die Zukunft dieses Gebäudes machen und es vor allen Dingen vor einer Zweckentfremdung oder gar dem drohenden Abriss schützen. Er zeigte sich offen für Gespräche mit der Stadt, da im Dialog oft mehr erreicht werden könne und möglicherweise mehr für beide Seiten herausspringt.

Ein weiteres heißes Diskussionsthema bildete das zukünftige Aussehen des Nägelesgrabens. Die Bebauungspläne der Stadt sehen nicht mehr so viele Grünflächen wie einst vor; es war ein künstlich anglegtes Fließgewässer vorgesehen, eventuell sogar mit einem Weiher. Stattdessen füllen zunehmend Gebäudemarkierungen die Skizzen, da auf diese Weise einfach mehr Geld in die Kasse fließt. Markus Schellhorn zeigte sich ob dieser Pläne sehr erschrocken. „Es kann nicht sein, dass nach den Veränderungen das Bild der Stadt von hochmodernen Gebäuden geprägt werden soll. Die Natur spielt hier dann sowieso eine untergeordnete Rolle.“ Es wurde bei den Planungen laut dem Vorsitzenden kaum auf die Meinung der Bürger geachtet. Diese seien einhellig der Meinung gewesen, dass durch die Neugestaltung der Natur wieder mehr Raum gelassen werden müsse. Karl Lambrecht deutete an, dass sich durch eine richtige Strukturierung des Gebiets eine Chance im Tagestourismus auftun würde, aber nur, wenn Rottweil auf seinen bestehenden Schätzen aufbaue und das Gewicht auf die Heraushebung und Erhaltung historischer Stadtgebiete lege.

Bei den Neuwahlen gab es fast keine Änderungen. Cornelia Votteler wurde einstimmig zur neuen Schirftführerin gewählt, nachdem Dr. Fischer sein Amt aus privaten Gründen aufgab. Markus Schellhorn bleibt erster Vorsitzender, Bernhard Rüth wurde als zweiter Vorsitzender wiedergewählt. Kassier bleibt Ralf Kuwan, die Geschäftsführung unterliegt Gerald Mager, und Bibliothekar ist auch in den kommenden zwei Jahren Dr. Winfried Hecht. Der zehnköpfige Ausschuss wurde ebenfalls im Amt bestätigt.

Karl Lambrecht, der im Sanierungsbeirat tätig ist, gab einen Überblick über laufende und abgeschlossene Projekte des Vorjahrs. Mit einer der schwierigsten Fälle ist laut Lambrecht die Entscheidung über ein externes Treppenhaus an der Rückseite des Cafes Armleder gewesen. Ein gläserner Anbau sei hier noch die beste Lösung gewesen, obwohl sich auch diese deutlich vom ursprünglichen Gebäude abhebe.

Gerald Mager befasste sich mit den Veranstaltungen im laufenden Jahr. Neben zahlreichen Führungen wird es auch Ausfahrten geben. Der Termin für die Halbtagesfahrt nach Horb zum dortigen Dominikanerkloster ist der 17. April 2004. Des Weiteren stehen die Durchführung einer Fahrt nach Haslach zu einem Kapuzinerkloster und als Höhepunkt eine mehrtägige Fahrt in die Westschweiz, die in Verbindung mit der Volkshochschule angeboten werden wird, fest. Die Fördervereine der drei Gymnasien veranstalten ebenfalls zusammen mit dem Geschichts- und Altertumsverein im Sommer eine Ausfahrt.

Rösch
Senior-Mitglied

Beiträge: 343


 

Gesendet: 21:31 - 31.07.2004

[Link zum eingefügten Bild]


Vorbildliches Bürgerengagement in Rottweil.

Rottweils Stadtbaugeschichte ist NICHT nur ein attraktives Aushängeschild, sie v.a. wird von einem Großteil der Bevölkerung getragen, man ist stolz auf das reiche Stadtbild und das Wichtigste: In Rottweil lebt man wie fast an keinem anderen Ort aus und mit der Geschichte!



ROTTWEIL, 29. Juli (hf) – Der „Tag des Denkmals“ am 11. und 12. September 2004 wirft bereits seine Schatten voraus: „In Rottweil steht das Kapuziner-Denkmal ganz im Lichte dieses Tages und die Sonne des Kapuziners wird hoffentlich auch bald wieder Schatten werfen auf den alten Stadtkern“ – heißt es in einer Presseinformation der Bürgerinitiative.



Zum ersten Kapuzinerfest in den Mauern des ehemaligen Klosters lädt die Bürgerinitiative Kapuziner ein. Das Fest ist als ein weiterer Schritt auf dem Weg geplant zum großen Ziel, dem Erhalt des stadtbildprägenden Baudenkmals für die Rottweiler Bürgerinnen und Bürger.

Neben baugeschichtlichen, denkmalpflegerischen und historischen Führungen im Areal wird es ein Kulturprogramm und ein Festprogramm geben: Am Sonntag wird ein Blechbläserquartett der Musikschule zur Matinee spielen, die Stadtkapelle unterhält an beiden Tagen die Besucher, das Badhaus-Ensemble wird am Samstagabend im provisorisch begehbaren Innenhof auftreten und für die kleinen Besucher wird sich das "Theater in der Suppengasse" Klösterliches einfallen lassen.

Bewirtet werden die Gäste im Kapuziner von den Mitgliedern der Bürgerinitiative selbst und auf dem Sonnenparkplatz bietet der FV 08 Speise und Trank an. Mit weiteren Vereinen ist die Bürgerinitiative Kapuziner im Gespräch. "


Quelle:
http://www.nrwz.de/nrwz/rottweil/00001602#

PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 23:41 - 01.08.2004

Ha, uuh jéé, isch des e schééns Städle!!! S'isch wohr!!!
Rösch
Senior-Mitglied

Beiträge: 343


 

Gesendet: 19:10 - 02.08.2004

...und weiter geht es am Kapuziner in Rottweil:http://www.nrwz.de/nrwz/rottweil/00001634
Rösch
Senior-Mitglied

Beiträge: 343


 

Gesendet: 22:24 - 01.09.2004



AM 11. UND 12. SEPTEMBER DENKMALTAG UND KAPUZINERFEST

Der Kapuziner - ein Dokument der Rottweiler Stadtgeschichte

ROTTWEIL, 1. September (pm) - Die Bürgerinitiative Kapuziner Rottweil e. v. hat für den Denkmaltag 2004 den vom Abriss bedrohten "Kapuziner" erneut in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.


Sie weist darauf hin, dass das einstige Rottweiler Kapuzinerkloster seit dem 30jährigen Krieg und bis zum Ende der Reichsstadtzeit ein Schwerpunkt des religiösen, sozialen und kulturellen Lebens gewesen ist. Und dies gilt nicht nur für Rottweil selbst, sondern für einen weiten Umkreis um die Stadt. Die Kapuziner halfen überall und immer wieder in der Seelsorge aus, sie kümmerten sich um die Unterschichten bis hin zu den Straffälligen und bereicherten nicht nur durch ihre Predigten das kulturelle Leben.

Ihr ehemaliges Kloster behielt seine bedeutsame Stellung im Rottweiler Leben aber auch nach der Säkularisation. Es entwickelte sich zur Stätte der Gastronomie mit eigener Brauerei und wurde seit dem Bau des Sonnensaales um 1900 das vielleicht wichtigste gesellschaftliche Zentrum der Oberamtstadt Rottweil, wo Feste und Fasnetsveranstaltungen genauso ihren Platz hatten wie das politische Leben.

Am Denkmaltag, dem 11. und 12. September, werden Dr. Winfried Hecht und Gerald P. Mager über die Geschichte von Kapuziner und Sonne berichten. Treffpunkt zu diesen Führungen sind am Samstag um 14 Uhr (Mager) und am Sonntagmorgen um 11 Uhr (Dr. Hecht) auf dem Sonnen-Parkplatz.

Der Kapuziner - ein wichtiges Rottweiler Baudenkmal

Der Kapuziner in Rottweil ist das einzige Männerkloster der Reichsstadt Rottweil, das baulich einigermaßen vollständig bis heute überlebt hat. So kann es bis heute veranschaulichen, was franziskanische Lebensform im spätreichsstädtischen Rottweil bedeutete. Vom einstigen Kloster sind ja noch Teile der Kirche, der Speisesaal der Mönche, ihre Zellen, aber beispielsweise auch ihre Beerdigungsplätze erhalten. Der Kapuziner hat als Baudenkmal so auch über Rottweil hinaus seine Bedeutung.

Am Baukomplex Kapuziner/Sonne kann man aber auch unschwer ablesen, wie ihn das 19. Jahrhundert unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen weiterentwickelt hat. An seiner Front zur Neutor-Straße kann auch der Laie bis heute erkennen, wie in diesem Bereich eine gastronomische Nutzung in die vorhandene Bausubstanz eingefügt worden ist. Um 1900 folgte dann die Umgestaltung der einstigen Ordenskirche in einen Bereich von großzügigen Sälen, die im Jugendstil gehalten waren. Durch die jüngsten archäologischen Untersuchungen ist jetzt aber auch zu erkennen, was vor dem Kapuziner an seinem Platz war.

Am Denkmaltag wird samstags (Dipl. Ing. Stefan King) und sonntags (Christiane Frank) jeweils um 15 Uhr das Baudenkmal Kapuziner/Sonne zum Sprechen gebracht. Treffpunkt zu diesen Führungen ist der Sonnen-Parkplatz.

Der Kapuziner - eine städtebauliche Aufgabe

Der Kapuziner/Die Sonne steht unbestritten an einer besonders neuralgischen Stelle im Rottweiler Stadtbild. Denkt man sich am Platz des hochkarätigen Baudenkmals demnach einen Ersatz- oder Nachfolgebau, dann hat dessen Qualität Auswirkungen auf die Ansicht der Stadt von oben und von Süden, aber auch auf ihre bauliche Feinstruktur, wenn man den fraglichen Bereich aus der Sicht des Volksfreundbuckels oder der Neutor-Straße erlebt. Ein Parkhaus oder ein Supermarkt an dieser Stelle ist wohl nicht das Gelbe vom Ei.

Ausgehend von der vorhandenen Bausubstanz, deren optische Eigenheiten und Vorzüge man zumindest schon kennt, stellt sich natürlich die Frage, was man heute in den Kapuziner/ die Sonne an sinnvollen Funktionen "reinpacken" kann. Dass dabei Nutzungen am sinnvollsten sind, die möglichst nahe an die ursprünglichen Aufgaben des Gebäudekomplexes heranreichen, scheint auch unter dem Aspekt der Baukosten naheliegend. Andererseits ist jede bauliche Lösung des Problems in der Kategorie "de luxe" gegenwärtig wohl kaum zu schultern, gleichgültig unter welcher Bauherrschaft.

Am Denkmaltag werden jeweils um 16 Uhr die einschlägigen Fragen und Probleme, aber auch denkbare Lösungen aufgezeigt. Auch für diese Führungen mit Dipl. Ing Christoph Wolschendorf (Samstag) und Richard Sahl (Sonntag) ist der Sonnen-Parkplatz Treffpunkt.



quelle:http://www.nrwz.de/nrwz/rottweil/00001976#

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