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 Forum Index —› Ingwer-Forum: Anwender helfen Anwendern —› Trotz 60g Ingwer pro Tag heiße Gelenke
 


Autor Mitteilung


Gesendet: 19:06 - 26.10.2008 | :: Edit | :: Move | :: Delete | :: Close | :: Re-Open

Hallo!
Habe mir das Büchlein von Dr. Brosig gekauft und nach seiner Anleitung meinem 25 jährigem Wallach Ingwer angefüttert. Jetzt bekommt er seit ca acht Wochen 60g pro Tag, aber er hat immer noch heiße Fesselgelenke und lahmt. Wenn ich einen halben Beutel Equipalazone füttere ist er aber sofort lahmfrei. Warum hilft der Ingwer nicht?
Gesendet: 10:10 - 27.10.2008 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

nun, für das erwähnte Büchlein und die Qualität der darin verbreiteten Tipps können wir leider nicht sprechen, das muss Stefan Brosig schon selber verantworten. Wie Du auf pferdeglueck.de nachlesen kannst, sehen wir die Hochdosierung (und die liegt bei nunmehr rund 60 g/Tag vor) deutlich kritischer. Vor allem ist es in zahlreichen Fällen keine gute Lösung, nach dem Motto "Viel hilft viel" zu verfahren. Eine höhere Dosierung kann in der Tat sinnvoll sein, aber die Gefahr lauert in den gerne verbreiteten "Pass-partout-Dosierungsempfehlungen".

Warum in Deinem Fall die 60 g nicht die erwünschte Linderung bringen, kann verständlicherweise auch nicht beurteilt werden, da Du zum Beschwerdebild gar nichts schreibst. Wenn Du also möchtest, schildere Deinen Fall einmal.

Grüße
Guido
Gesendet: 22:15 - 27.10.2008 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

vielen Dank für die Antwort.

Mein Wallach leidet an degenerativen Veränderungen der beiden, vorderen Fessel- und Hufgelenke. Dies wurde bereits im Alter von 16 Jahren festgestellt. Im April diesen Jahres (im Alter von 25) hat er nun begonnen, dauerhaft zu lahmen.

Beide Vorder-Beine waren angelaufen und die Fesselgelenken waren warm.

Der Tierarzt hat Röngtenbilder gemacht und gesagt, das "wäre in seinem Alter so und man könne da sowieso nichts mehr tun". Daraufhin habe ich einen weiteren Tierarzt geholt, der eine zweiwöchige Gabe von Equipalazone verordnet hat. Danach war das Pferd lahmfrei für ca. 4 Wochen. Dann ging das Spiel von vorne los.

Ich habe dann nach Ingwer geforscht und in Absprache mit dem Tierarzt mein Pferd langsam angefüttert und bei etwa 9 g/d seine Wohlfühldosis ermittelt.

Da die Fesselgelenke immer noch warm waren, habe ich die Dosis weiter gesteigert. Bei 60 g/d habe ich aufgehört zu steigern, weil ich keine Verbesserung festgestellt habe. Zu diesem Zeitpunkt hat mein Pferd einen Schlag auf die Schulter bekommen. Der Tierarzt hat dann Equipalazone und Cortison + Hyaloronsäure I.V. verabreicht. Daraufhin war mein Pferd wieder sofort lahmfrei.

Nach 4 Wochen habe ich den Ingwer reduziert auf 15 g/d. Das ging eine Woche gut - dann ging er wieder lahm und hatte warme Fesseln. Ich habe daher den Ingwer wieder auf 60 g/d erhöht. Nach zwei Wochen war jedoch mein Pferd immer noch lahm. Der Tierarzt hat dann nochmal Hyaloron I.V. + Cortison verabreicht. Das war vor einer Woche. Seitdem ist er wieder lahmfrei.

Nach diesen Erfahrungen frage ich mich, ob es nicht einfach geschickter ist, nur Equipalazone zu geben. Für die Magenschleimhaut scheint beides gleich schlecht zu sein...

Gruß,
Nicole
Gesendet: 22:20 - 27.10.2008 | :: Edit | ::Delete

Habe noch vergessen, mein Pferd hat neben oben beschriebenen Probemen auch noch an den beiden Vorderbeinen jeweils ein Fesselringbandsyndrom.
Gesendet: 09:46 - 30.10.2008 | :: Edit | ::Delete

Hallo Nicole,

tendenziell war das mit Blick auf Deine Schilderungen zunächst einmal die richtige Entscheidung, es in der höheren "Dosis" zu versuchen. Es kann nun durchaus sein, dass Du auch noch mit 60 g die erwünschte Entzündungshemmung nicht erreicht hast. Beim Ingwer ist oft zu beobachten, dass erst ab einer bestimmten Schwellmenge der Ingwer laufende Therapien spürbar unterstützt. Bisweilen haben Anwender nur um "wenige Gramm" diese Schwellmenge verpasst. Die Entscheidung allerdings, die Ingwermenge ein weiteres Mal leicht anzuheben, musst Du natürlich selber treffen.

Die Dauergabe von Equipalazone und/oder Kortison ist, das ist Dir sicherlich auch selber bewusst, keine Dauerlösung, weil alles Andere als "nebenwirkungsarm". Die etwaigen Folgen einer Ingwer-"Hochdosierung" sind damit nicht vergleichbar. Ich stand übrigens selber vor vielen Jahren mit meinem alten Pferd Rex vor diesem Problem, daher rede ich hier nicht von Dingen, von denen ich selber nicht betroffen bin/war.

Ich habe THP Claudia Nehls gebeten, Deinen Thread sich einmal anzusehen, eventuell hat sie auch noch ein paar Ideen. Interessant wäre noch, wenn Du kurz ergänzt, wie Dein Pferd untergebracht ist und ein paar Worte zu Ernährung. Das sind zwei Faktoren, die gerade bei einem alten Pferd, das von degenrativen Erkrankungen betroffen ist, eine immens wichtige Rolle spielen.

Grüße
Guido

Gesendet: 19:58 - 30.10.2008 | :: Edit | ::Delete

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort und fürs Weiterleiten an die Claudia Nehls. Bin für jeden Tip dankbar!

Ich werde mal versuchen, mit dem Ingwer noch ein wenig höher zu gehen. Hast du Erfahrungswerte, bis zu welchem Bereich ich mich nich noch gefahrlos mit der Dosierung bewegen kann?
Wie lange muß ich die höhere Dosierung aufrechterhalten, um den Schwellenwert feststellen zu können? Reichen da 2 Tage?



Zur Unterbringung:
Mein Pferd Juri steht bei einem kleinen Privatzüchter. Dort hat er eine geräumige Box. :-) Morgens werden die Pferde (insgesamt 10) zusammen auf die Koppel gelassen und kommen erst abends, wenn es dunkel ist, wieder rein. Im Winter kommen sie erst ab ca. 12.00 raus, damit sie in Ruhe in Heu fressen können. Offenstall hatte ich vor einiger Zeit mal ausprobiert, gefällt dem Juri aber nicht. Er scheint nachts einfach seine Ruhe zu brauchen.

Zur Fütterung:
Hafer (vom eigenen Feld) morgens und abends je 2 Liter, zusätzlich Heu und Stroh. Im Winter zusätzlich Grascops (selbstgrepresst).

Im Sommer 2007 magerte er plötzlich ab und sein Fell wurde lang und stumpf. Cushing wurde mit Dexamethason Test ausgeschlossen. Vermutlich hatte der Stallbesitzer ohne mein Wissen weniger gefüttert. Ich habe ihm daraufhin mittags eine zusätzliche Mahlzeit gemacht mit 50ml Leinöl, jeweils eine Hand voll Rübenschnitzel, Sojaextraktionsschrot, Meisbruch und 150ml Mineralfutter (gibt der Stallbesitzer nur 1x die Woche). In diesem Mix verstecke ich jetzt auch den Ingwer :-)
Seit ich das extra zufütter hat er sein Idealgewicht erreicht und hält es. Das Fell ist wieder glänzend und wirkt gesund.


Zum Wiederaufpeppeln gabs auch mal noch eine Zeit lang Fertig-Mash.

Wir scheren Juri jetzt regelmäßig, Sommer wie auch Winter, da er Seniorenpelz hat und bei warmer Witterung mit dem langen Fell Kreislaufprobleme hat. Im Winter muß natürlich dann eine Decke drauf.

Schöne Grüße,
Nicole

Gesendet: 20:08 - 30.10.2008 | :: Edit | ::Delete

Hallo Nicole,
ich denke, dass Du bei dem von Dir geschilderten Problem den größten Erfolg - langfristig - mit einer ganzheitlichen Betrachtung der Erkrankung erzielen kannst. Hierzu gehört - bei Bedarf - eine Optimierung der Fütterung und Haltung ebenso, wie eine nebenwirkungsfreie homöopathische Therapie, der Einsatz verschiedener - natürlicher - Ergänzungsfuttermittel, die Bewegung Deines Pferdes sowie auch die Hufbearbeitung. Wenn sämtliche Faktoren optimal auf die Erkrankung Deines Pferdes abgestimmt werden, wird Dein Pferd die größtmögliche Unterstützung zum Leben mit der Erkrankung bekommen.
Kurzfristig gesehen hat wohl der Einsatz von Schmerzmitteln, wie Equipalazone, bei Deinem Pferd den größten Erfolg erzielt, jedoch ist Equipalazone keine Dauerlösung, da die Gabe nicht länger als 10 Tage (laut Beipackzettel) stattfinden sollte. Setzt man Schmerzmittel dauernd ein, können die Nebenwirkungen schnell die positiven Wirkungen übertreffen und der Schaden kann hierdurch größer werden, als der ehemalige Nutzen. Auch gewöhnt sich der Organismus beizeiten an Schmerzmittel - häufig jedenfalls - und es ist keine positive Wirkung mehr bei gleicher Dosierung zu erwarten. Die Dosierung weiter zu steigern, führt jedoch schneller zu negativen Begleiterscheinungen. Geht man davon aus, dass Dein Pferd vielleicht noch 3 - 5 Jahre lebt (dies ist natürlich nur eine ganz grobe Schätzung..), wäre dieser Zeitraum ganz sicher zu lange, um Schmerzmittel unter Nutzen und Risiken Abwägung einsetzen zu können. Hiermit setzt man sicher einen teils verhängnisvollen Kreislauf in Gang.
Ich denke, Du solltest langfristig andere Lösungen suchen, die Schmerzmittel reduzieren und dann absetzen, parallel hierzu jedoch Alternativtherapien umsetzen. Die degenerativen Veränderungen besagen ja nichts anderes, als dass eine Arthrose festgestellt wurde und diese schreitet leider immer weiter voran. Diesen Prozess kann man in fast allen Fällen stark verlangsamen mit einer geeigneten Therapie. Der Einsatz von Ingwer ist sicher hilfreich, jedoch alleine nicht das Allheilmittel bzw. Mittel der Wahl; hier muss mehr getan werden, als eine alleinige Fütterung von Ingwer, um diesen degenerativen Prozess weitgehend hinauszuzögern. Umfangreiche Informationen zum Thema findest Du auch auf meiner Internetseite bei dem Link Arthrose & Lahmheiten bzw. hier bei Pferdeglück unter Pferdegesundheit.
Viele liebe Grüße Claudia Nehls
Gesendet: 09:28 - 31.10.2008 | :: Edit | ::Delete

Hallo Nicole,

als "gefahrlos" würde ich den Einsatz von Ingwer nie einstufen, weil bei einzelnen Pferden Koliken, Magenschleimhautreizungen etc. nie ausgeschlossen werden können. Doch das kann auch schon bei 30 g geschehen, insofern lässt sich das ohne weitreichende umfassende Studien niemals wirklich beantworten. Auch kann, wie ich das hier im Forum schon häufiger erwähnte, eine bereits vorhandene Grunderkrankung die Ursache beim einzelnen Pferd für Zwischenfälle sein, bei denen der Ingwer dabei "lediglich" eine Art "Katalysator" war.

Was die Dosis angeht, so gibt es eine ganze Reihe von Fällen, in denen erst Mengen deutlich über 100 g plötzlich eine deutliche Beschwerdefreiheit bei schwerwiegenden (austherapierten) Fällen zeigten. Doch das soll nun nicht bedeuten, dass ich Dir diese Mengen empfehle. Solange es keine seriösen Studienergebnisse gibt, bleibt den Pferdebesitzern leider nichts anderes übrig, als es zu versuchen. Wenn Dein Pferd bislang problemlos die 60 g vertragen hat, gibt es berechtigte Hoffnung, dass man sich für einen begrenzten Zeitraum auch einmal an höhere "Dosen" in möglichst kleinen Schritten (sprich ca. 5 g) heranrobben darf. Dabei sollte man schon immer einige Tage beobachten, und es sollten die konventionellen Entzündungshemmer/Schmerzmittel beizeiten abgesetzt worden sein. Auf gar keinen Fall sollte die Belastung durch diese Schmerzmittel und den Ingwer kombiniert werden. Die Kolikgefahr würden deutlich ansteigen, auch bei Pferden, die bislang nahezu nie durch Koliken aufgefallen sind.

Du solltest Dich also nicht unter Zeitdruck setzen, auch wenn Du auf diese Weise wieder eine neue Phase der Lahmheit riskierst. Nur so hast Du überhaupt eine Chance, zu ermitteln, ob sich die Beschwerden bei einer anderen Menge bessern. Ggf. würde ich auch einmal den Ingwer selber wechseln; als zur Zeit hervorragende Charge empfiehlt sich der Ingwer aus der neuen tansanischen BIO-Ernte der Gewürzmühle Neumann.

Ich kann zudem nur das unterstützen, was Claudia schon sagte: Wer weiter gegen degenrative Erkrankungen kämpfen will, muss wirklich alles optimieren, und wo die Schulmedizin aufgegeben hat, lohnt immer (!) ein Versuch mit einem guten, erfahrenen Tierheilpraktiker. Das belegen einfach die vielen Beispiele aus der Praxis. Ein seriöser THP doktert auch nicht sinnlos herum, sondern gibt ehrlich seine Grenzen zu, wenn er diese sieht.

Grüße
Guido

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